Posts mit dem Label Weihnachtsfilm werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Weihnachtsfilm werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 18. Dezember 2025

Stummfilme - Rozhdestvo obitateley lesa

Hä? Ja, vielleicht sprecht ihr auch kein Russisch.
Von der Seite, auf der ich diese Empfehlung fand "Dies ist einer meiner liebsten vintage Feiertagsfilme, ein seltsames kleines Juwel des großen russischen [seine Eltern waren polnisch] Stop-Motion-Animators Ladislas Starevich." (Je nach Land gibt es unterschiedliche Schreibweisen.)
Der englische Titel dieses "seltsamen kleinen Juwels" von 1913 ist "The Insects' Christmas", also "Die Weihnacht der Insekten", und da habt ihr auch schon eure Handlung.

Das Weihnachtsmannornament
erwacht zum Leben und
klettert vom Baum herunter.

Kleine Pause, das war anstrengend.

Der Weihnachtsmann hat ein paar
Insekten eingeladen - Käfer, einen
Grashüpfer (obwohl der englische
Zwischentitel sie Fräulein Libelle nennt)
und einen Frosch (ich nehme an, die
Käfer sind zu groß für ihn zum Essen),
und nun schmückt er einen Baum für sie.


Die Ornamente sind auch Geschenke
und jeder bekommt eins davon.

Spaß für alle - den schnee-
bedeckten Hügel runterrutschen!

Einer der Käfer und der Frosch
rangeln sich um den Kracher.
Als er auseinanderbricht, stolpern
sie rückwärts und der Frosch fällt
in das Loch, in dem er seinen
Winter verbringt.

Die Wolke, die aus dem Kracher
aufsteigt, bildet die Worte
"Froehliche Weinachten" (keine
Ahnung, warum auf Deutsch,
außerdem bin ich pedantisch,
da fehlt das h)!

Der Weihnachtsmann kehrt in
seinen Baum zurück.

Es ist wirklich ein entzückender kleiner Film. Ist es nicht nett vom Weihnachtsmann, von seinem Baum herabzusteigen, um seinen Freunden auch ein schönes Weihnachten zu bescheren? Ich möchte nicht mal drüber nachdenken, wie er es in den Wald geschafft hat!


Danke an Lea für die Empfehlung in "7 Silent Christmas Movies (From the Horse-And-Buggy Era)" auf Silent-ology, 21. Dezember 2016!

Donnerstag, 11. Dezember 2025

Stummfilme - Santa Claus

Kinder wollten schon immer wissen, was Santa Claus das ganze Jahr über macht.
Es gibt unterschiedliche Theorie. Er bekommt nur einen Tag frei, den 25. Dezember. Santa macht im Sommer üblicherweise Strandurlaub. Er geht gern campen und singt Weihnachtslieder am Lagerfeuer. Direkt nach Weihnachten hat er drei Wochen zum Ausspannen oder Reisen. Was ist die richtige Antwort?
Schauen wir mal, was "Santa Claus" von 1925 dazu zu sagen - oder richtiger zu zeigen - hat (und bitte fragt mich nicht, warum ich die Sepiaversion angeschaut habe, ich habe es nicht mal bemerkt, bis ich zu schreiben anfing).


Zwei Kindern gelingt es, Santa abzufangen, als er ihren Kamin herunterkommt, und ihm diese wichtige Frage zu stellen, und obwohl er in dieser Nacht einen so engen Zeitplan hat, findet er die Zeit, es ihnen zu erzählen.


Er fängt damit an zu beschreiben, wo er im Norden lebt, "einem Feenreich, das von riesigen Gletschern, sich auftürmenden Eisklippen und endlosen Schneefeldern eingeschlossen ist", vom Nordwind durchgeschüttelt, dessen "Grenzen von Kobolden der Tiefe bewacht werden" (eine Walroßherde in der See), während "der Monarch der Arktis aufmerksam mein Reich patrouilliert" (ein laufender und schwimmender Eisbär).
Zurück in seinem "warmen Schneeschloß", das aus Schneeblöcken erbaut ist, prüft er kurz die Spielzeugproduktion und setzt sich dann, um an der Liste der artigen und unartigen Kinder zu arbeiten.
Schlechte Nachrichten für Billy Smith, denn als Santa ihn durch sein merkwürdig langes Teleskop beobachtet hat, hat er einen blinden Straßengeiger geärgert, indem er die Leine seines Hundes durchgeschnitten hat, was ein paar Kinder dazu angestachelt hat, den Becher des Geigers für Münzen umzuwerfen. Das hat Billy ein ordentliches Durchschütteln von Bobby Harrison eingebracht und die Streichung seines Namens durch Santa, während Bobby einen Eintrag für "ein lebendiges Pony und Wagen" erhält.


Als nächstes noch ein Produkttest - keine Sorge, die Modelleisenbahn ist perfekt gearbeitet und läuft wundervoll!


Dann erzählt Santa den Kinder davon, wie er seine Rentiere trainiert und wie er Blitzen als Baby im Schnee gefunden hat.
Die Samstage sind frei, zu diesen Gelegenheiten geht er die Inuit besuchen (natürlich nannten die Weißen sie damals noch Eskimos).
Einmal im Jahr erhält er Besuch vom Osterhasen (man sieht Santa mit einem Hasen auf dem Schoß draußen sitzen), um lange zu besprechen, welche Kinder einen schönen Osterkorb verdienen, und ein Schneehuhn bringt all die Briefe, die ihm Kinder schreiben.
Er trifft sich auch mit dem in Fell gehüllten Jack Frost, der den Schnee und das Eis für das altmodische Weihnachten macht, das Santa verlangt. Das hier ist Jack, der seinen magischen Sternenstab dazu verwendet, die hübschen Eisfarne und -blumen an den Fenstern in den Städten zu erschaffen.


An Heiligabend klettert Santa in seinen (erstaunlich kleinen) Schlitten und bringt auf der ganzen Welt Geschenke. Die Inuitkinder bekommen ihre als erste.


Er spricht allerdings auch eine Warnung aus. Wenn ihr einen Kamin habt, der vernachlässigt ist, kann er nicht hineinsteigen, was bedeutet, daß die Kinder in diesem Haus keine Geschenke bekommen (an dieser Stelle drängte mich der Dekan, unseren Kamin zu überprüfen, während Gundel, mehrere Jahre älter und weiser, ihn nur selbstgefällig anschaute).
Dann verabschiedet er sich von den Kinder und kehrt in den Norden zurück, wo er und seine Helfer eine wohlverdiente Ruhepause einlegen.


Der Film beginnt mit "Mr. und Mrs. F. E. Kleinschmidt präsentieren eine Phantasie, die tatsächlich in Nordalaska gefilmt wurde" und endet mit "Fröhliche Weihnachten euch allen - und allen eine Gute Nacht. Ende. Mr. und Mrs. F. E. Kleinschmidt".
Wer sind die Kleinschmidts?

Der in Deutschland geborene Frank Emil Kleinschmidt wanderte im Alter von 22 in die USA aus und ging vier Jahre später nach Alaska, wo er mit seiner ersten Frau drei Töchter aufzog.
Er war Erforscher, Kapitän eines Handelsfrachters und offizieller Fotograf und Kameramann für die österreichisch-ungarische Arme im 1. Weltkrieg, er wurde sogar für Spionage verhaftet und eingesperrt.
Seit 1909 machte er Dokumentarfilme von Jagden und Expeditionen in der Arktis, zum Beispiel während Jagdtouren für reiche Touristen, und er kehrte nach dem Krieg auch nach Alaska zurück.
In diesem Fall ist Mrs. Kleinschmidt seine zweite Frau Teresa Evelyn Fillion, Essie genannt, die mit ihm auf Expedition ging.

Es ist also nicht überraschend, daß man durch Teile von "Santa Claus" an einen solchen Dokumentarfilme erinnert wird, dere die Menschen, Tiere und die Landschaft des Nordens zeigt.
Vielleicht hat er etwas von dem Material daraus benutzt oder sie brachten ihn einfach auf die Idee, mal ein Santa Claus-Kostüm für die Außenaufnahmen mitzunehmen und die Studioaufnahmen dann mit einem anderen Santa Claus zu machen, der mich ein bißchen an die gruseligen Vintagefotos von Santa Claus und weinenden Kinder erinnert. Es ist wahrscheinlich der Bart, dessen Aussehen sich in modernen Zeit sehr verändert hat.
Wikipedia zufolge tourte Kleinschmidt um die Weihnachtszeit durch die USA, um den Film vorzuführen, und ich wette, Kinder waren von der Tatsache schockiert, daß Santa eine Menge Zeit damit verbrachte, sie durch sein Teleskop zu beobachten.
Ich frage mich, wieviel Essie wohl zu dem Film beigetragen hat.

Die Mischung aus echtem Alaska und Weihnachtserzählung macht zu einem recht charmanten Filmerlebnis.
Habe ich übrigens vergessen, die winzigen Feen zu erwähnen, die tanzen und Santa in den Schlaf singen?
 


Quellen (englischsprachig):

1. Lea Stans: Obscure Films: "Santa Claus" (1925). Auf: Silent-ology, 24. Dezember 2020
2. Stella Dagna: Captain F.E. Kleinschmidt's Arctic Hunt. Auf: Le Giornate del Cinema Muto 36, Pordenone, 30 September | 7 October 2017
3. Frank E. Kleinschmidt auf Wikipedia
4. Margaret I. MacDonald: Capt. F. E. Kleinschmidt and His Sojourn Among the Animals Peculiar to Northern Climes. In: Moving Picture News 5, 1912, 14, Seiten 18 - 19 (über The Internet Archive)
5. Captain Frank Emil Kleinschmidt auf Geni
6. Frank Emil Kleinschmidt auf Find A Grave



Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Samstag, 14. Dezember 2024

4 x Jack

Für manche Leute bedeutet San Francisco die Golden Gate Bridge, die Painted Ladies, Fisherman's Wharf, Cable Cars und das Fairmont - das sind nur die ersten paar Sachen, die mir eingefallen sind, aber als wir es das erste Mal in die USA schafften, bedeutete es für den Ex und mich auch FAO Schwarz, dessen Verbindung zu Steiff dank einiger Spezialeditionen unter Sammlern berühmt war.
Bei unserem ersten Besuch dort hatten wir nicht viel Zeit, was für unser Bankkonto wahrscheinlich besser war. Durch FAO Schwarz kamen wir mit einer Dame in Kontakt, die ein paar Steiff-Reparaturen für sie vorgenommen hatte, und als wir einige Jahre später nach San Francisco kamen, gingen wir wieder dorthin, diesmal mit der Dame, die inzwischen eine gute Freundin geworden war.
Oh Mann, wir waren wie Kinder in einem Spielzeugladen. Wartet mal, wir waren ja tatsächlich in einem Spielzeugladen ... Okay, wir waren auf jeden Fall große Kinder. Wir versuchten echt, brav zu sein, aber ihr wißt ja, wie das manchmal so ist.

Natürlich hatten wir erwartet, etwas von Steiff zu kaufen, aber dann entdeckten wir auch noch Jack, vier, um genau zu sein, und konnten nicht widerstehen.
Es war ein Set von vier Jack Skellingtons aus "The Nightmare Before Christmas" einer in seinem gestreiften Anzug, einer als die Vogelscheuche mit dem Kürbiskopf, einer in seinem Pyjama (sein Buch ist gerade in einer anderen Vitrine, einer meiner Kens liest daraus meinen Skippers und anderen Familienmitgliedern vor ;-)), und einer als "Sandy Claws" in einem Santa-Anzug.
Für die, die den Film nie gesehen haben ... Jack, der Kürbiskönig, ist König von Halloween Town und er ist gelangweilt und quält sich, weil er immer wieder Halloween vorbereiten muß. Durch Zufall entdeckt er die Tür nach Christmas Town im Wald und er ist über diesen wundervollen Feiertag von Freude überwältigt. Trotz der Warnungen von Sally, der Lumpenpuppe, die in ihn verliebt ist, beschließt Jack, Santa entführen zu lassen, damit er seinen Platz einnehmen kann. Er bezieht alle Einwohner von Halloween Town ein, um Weihnachten in ihrem eigenen Stil vorzubereiten.
Es klappt allerdings nicht ganz so, wie er sich erhofft hat. Kinder und Eltern sind geschockt über Geschenke, die aus Schrumpfköpfen und Monstrositäten bestehen, und das Militär wird gerufen, um Jack abzuschießen.
Inzwischen haben die kleinen Monster, die von Jack mit der Entführung beauftragt wurden, Santa zu ihrem Vorgesetzten Oggie Boggie, einem Schreckgespenst, gebracht, der mit Santas Leben und spielt - und mit dem von Sally, weil sie versucht hat, Santa zu retten.
Jack wird abgeschossen und ist kurz von seinem Versagen niedergeschmettert, aber dann merkt er, daß ihm das großartige neue Ideen für das nächste Halloween verschafft. Er kehrt nach Hause zurück und rettet Santa und Sally, indem er Oogie besiegt, der sein sackartiges Äußeres verliert und in einen Haufen Käfer zerfällt.
Santa beeilt sich, um Weihnachten zu retten, läßt es aber noch in Halloween Town schneien, um Jack zu zeigen, daß er ihm verzeiht.
Der Film endet damit, daß Jack und Sally sich endlich gegenseitig ihre Liebe gestehen.

Hier ist ein Geständnis, der Film ist nicht auf meiner regelmäßigen Liste zum Anschauen. Obwohl ich nichts gegen Musicals habe und die Lieder "Jack's Lament" und "What's This?" wirklich liebe, ist es hier doch etwas zuviel Gesang für mich bei einem Film, der gerade mal 76 Minuten läuft (ich kann aus dem gleichen Grund auch "Die Eiskönigin" nicht anschauen, aber das ist eine andere Geschichte).
Also schaue ich ihn nur alle paar Jahre an und dieses Jahr war es mal wieder Zeit dafür.
Jack liebe ich allerdings total.
Ich habe sogar ein Armband mit ihm entworfen, aber dann war es doch besser, ihn an meine Wand zu hängen anstatt ihn in einer Schmuckschachtel oder -schublade aufzubewahren.



Es ist ein langjähriger Witz zwischen einer amerikanischen Freundin und mir, daß ich ihn ihr schicken sollte. Ich kann mich einfach nicht von ihm trennen, habe aber stattdessen etwas Kleines für sie gemacht, eine winzige gefädelte Flasche.


Im Moment sitzen meine vier Jacks hinter Glas, aber ich denke, ich sollte sie auf eine der Vitrinen setzen, auf die der Dekan nicht raufkommt. Sie würden da oben ziemlich cool aussehen.
Ich habe sie für ein Fotoshooting herausgeholt und festgestellt, daß Santa Jack einen ausgekugelten Arm hatte, wahrscheinlich vom Baum umarmen. Zum Glück war es einfach, ihn wieder reinzuschnappen.


Baum umarmen? Nun ja, als ich beschloß, ein Bäumchen zu kaufen, weil Ponder alt genug war, um ein guter Junge zu sein, was das betrifft, schlug meine Schwester vor, Santa Jack als Spitze zu nehmen. Ich liebte die Idee und Jack beschützte den Baum jahrelang. Seht doch, wie aufgeregt er war, Ponder zu begrüßen, und Ponder tat Jack niemals etwas, obwohl er schon gelegentlich ein Weihnachtsschmuckdieb sein konnte. Ich vermisse meinen großen Jungen so sehr.


Ich bin sicher, daß Gundel und der Dekan so in 30 oder 40 Jahren ruhig genug geworden sein werden, um zu dem Baum so nett zu sein, wie es Ponder war.
Was denkt ihr, was meine Chancen dafür sind, daß das eintritt?
Im Moment wette ich auf 0%, weil der Dekan schon fast eine Stunde lang um den und im Baum herumspringt!