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Mittwoch, 31. Mai 2023

Nimmermehr - noch einmal

Das mag erstmal keinen Sinn ergeben, aber das wird es mit der Hintergrundgeschichte, glaubt mir.
Tatsächlich ist es recht simpel.
Vor acht Jahren webte ich einen Edgar Allan Poe-Porträtanhänger nach meinem eigenen Design und machte einen kleinen Fimoraben dafür. Ich nannte den Anhänger "Nimmermehr" und war furchtbar stolz darauf, wie mein Rabe geworden war.


Ich wollte immer einen weiteren Anhänger machen, aber meine Fimotage waren vorbei. Also suchte ich immer wieder mal online nach Rabenanhängern, fand aber nie, was ich wollte or brauchte.
Dieses Jahr jedoch entdeckte ich die goldigsten Lampworkperlen von Christiane Imkamp, winzige Krähen, die auf einem Kürbis oder einem Kaktus saßen. Ich fragte Christiane, ob ich nur Krähen haben könnte, und zu meiner großen Freude meinte sie, die wären schon auf ihrer Liste gewesen. Ein paar Tage später hatte sie sie in ihrem Shop.
Für mich waren es natürlich keine Krähen, sondern Raben, und sie sahen einfach perfekt aus.

Nachdem der Dekan eingezogen war, beschloß ich, meinem Perlenwebrahmen eine Pause zu geben, weil ich dem kleinen Biest nicht mit offenen Perlendöschen vertraute. Das ist noch immer so, und wenn ihr ihn gerade gesehen hättet, wie er meine Klemmstange mit dem Vorhang von einem Fenster heruntergeholt und eine Vorratsbox umgeworfen hat, um an meinen Lacrosseball zu kommen, nicht für eine Massage, sondern ihn über den Holzboden zu rollen - tolles Geräusch mitten in der Nacht - würdet ihr nur zu gut verstehen warum.
Der kleine Meister "hat Frühling", wie ich es nennen, was ihn sogar noch verrückter als sonst macht. Und da jetzt eben Nacht ist, kann er nicht einmal Vögel beobachten.


Ich muß zugeben, daß ich ihn völlig unterschätzt hatte, und nun sind es zwei Jahre, daß keiner meiner Webrahmen angefaßt wurde, außer wenn ich sie auf ihre Plätze auf der Treppe ins Nirgendwo zurückstelle, nachdem der Dekan wieder mal einen runtergeworfen hat (keine Sorge, mein geliebter JaLa ist sicher weggesperrt).
Aber nachdem meine Raben angekommen waren, konnte ich das Jucken in den Fingern nicht länger ignorieren. Also gab ich dem Dekan - und natürlich Gundel - etwas zu futtern, weil das die beste Methode ist, ihn aus dem Zimmer zu bekommen, und schloß mich mit meinem Webrahmen ein.

Könnt ihr glauben, daß ich zuerst nervös war? Es zeigte sich in meinen Fehlern bei den ersten paar Zu- und Abnahmen, als ich mit der Nadel durch die falsche Lücke zwischen den Kettfäden ging, aber ich kam schnell wieder in den Fluß von Zählen und Weben.
Dann war der Anhänger fertig und ich konnte mich an das Einweben jedes Fadens in das Webstück machen. Es war genauso meditativ wie jemals zuvor.
Zuerst hat man einen ganzen Wust an Fäden (in diesem Fall 72, um genau zu sein), die sich gegenseitig in die Quere kommen, und dann sind es immer weniger, das Stück sieht immer sauberer aus, so befriedigend ... es ist schwierig zu erklären, aber wahrscheinlich habt ihr eure eigenen Sachen, bei denen ihr so etwas fühlt.

Schließlich lag er in meiner Hand, Mister Edgar Allan Poe, und das fühlte sich so gut an.
Alles, was er jetzt noch brauchte, war sein kleiner Nimmermehr - noch einmal.

Dienstag, 26. Mai 2015

Themenschmuck

Als ich anfing, Schmuck zu machen, dachte ich nicht annähernd daran, Themenschmuck zu machen, naja, zumindest nicht mit Absicht. Ich habe nicht einmal großartig über das Thema nachgedacht, bevor die Jewelry Artisans Community es für ihren Blog Carnival in diesem Monat ausgesucht hat.

Was ist Themenschmuck? Das ist natürlich Schmuck mit einem Thema.
Welche Themen gibt es, obwohl es wahrscheinlich einfacher wäre zu fragen, welche Themen es nicht gibt.
Jahreszeiten oder Feiertage. Aufmerksamkeit erregen, zum Beispiel für eine Krankheit. Natur. Tiere. Sternzeichen. Geburtssteine. Das sind nur ein paar der populären Themen, die einem einfallen.

Wenn ich selber so zurückblicke, kann ich sagen, daß das eine oder andere themenbezogene Stück früh in meine Arbeit hineinrutschte. Zuerst gab es die Katzen. Natürlich waren sie da, als aus Draht gehäkelte Katzenkopfanhänger.
Danach kann ich mich jedoch nicht wirklich an irgendeinen Themenschmuck erinnern. Meine Muse war sehr wild und es war möglich, daß mich ein Stück nach Fertigstellung an ein Thema erinnerte, aber ich plante nichts.
Das änderte sich, als ich mit dem Perlenweben begann. Plötzlich fühlte ich, daß ich haufenweise Möglichkeiten hatte, ein Thema nicht nur einmal zu machen, sondern in ganzen Serien.
Da waren Tierprint-Armbänder, als ich etwas für die Tombola unseres Kleinen Tierparks brauchte.
Ich spielte mit klassischen Stoffmustern wie Gingham, Herringbone, Argyle und Houndstooth.
Böden, Fliesen und Teppiche inspirierten mich.
Ich kreierte Tiere wie den Panda, das Einhorn oder Katzen, die in einem Fenster saßen.
Halloween- und Weihnachtsstücke tauchten auf. Jugendstil. Bollywood. Symbole wie das Auge des Horus oder ein Drudenfuß.

Wow. Bis jetzt war mir nicht einmal klar, wie das Weben meinen Stil veränderte oder sollte ich lieber sagen ihn erweiterte.

Ihr fragt euch vielleicht, warum ich bisher noch keine Bilder gezeigt habe.
Nun, jetzt kommen wir zu zwei Serien, die für mich etwas Besonderes geworden sind.

Eine davon sind natürlich die HeatherCats.
Für die, die sie wirklich noch nicht kennen, sie sind eine Zusammenarbeit meiner Freundin Heather, einer Künstlerin mit einem verschmitzten Charme, die aus Neuseeland kommt, und mir, Cat. Darum die HeatherCats. Oh ja, und sie sind Katzen. Wer hätte es gedacht, hm?
Ich setze Heathers Bilder in tragbaren Schmuck um. Ich liebe sie, und ich würde die Katzen zu gern in allen möglichen Farbkombinationen machen. Einige der Designs waren so perfekt für Farbvariationen, daß ich sie bereits gemacht habe, wie zum Beispiel die Shadycats.
Ich kann auch unmöglich einen Liebling auswählen. Heather, noch eine Katzenlady mit drei wunderbaren Katzen, die Biskit, Cookie und Pudding heißen, die außerdem eine Pflegestelle für Kätzchen hat, kennt ganz genau die Arten, eine Katze zu malen und einen damit zum Quietschen, Lächeln, Kichern oder Lachen zu bringen.
Diese Collage zeigt noch nicht mal alle von ihnen und ganz bestimmt noch nicht alle, weil ich mehr davon machen möchte. Übrigens, wenn ihr Bilder der Originale sehen möchtet, könnt ihr sie bei jedem Listing in meinem Shop finden. Natürlich könnt ihr auch Heathers deviantART anschauen, um nicht nur Katzen, sondern auch ihre anderen Arbeiten zu sehen.




Die andere ist eine recht neue Sucht, die mit Edgar Allan Poe begann. Ich wollte sein Porträt schon seit einer Weile weben, in einer Version mit negativem Raum. Stattdessen gab mir eine plötzliche Inspiration ein, das ganze Bild zu verwenden, aber die Anzahl der Farben zu beschränken, um zu sehen, was passieren würde.
Als ich den Anhänger auf meiner Facebookseite zeigte, schlug ein Freund dort vor, daß es auch einen Tesla-Anhänger geben müsse.
Ich war dem Schicksal verfallen, auf mehr als eine Art. Nachdem ich einem weiteren Vorschlag - Audrey Hepburn - folgte, erinnerte ich mich, daß Bela Lugosi schon lange ganz oben auf meiner Liste stand. Ich hatte gedacht, daß er ein größeres Bild abgeben würde, aber nun wurde er stattdessen zum Anhänger. Dracula führte zu Frankenstein führte zum Phantom der Oper führte zu Nosferatu. Als komische Einlage schlichen sich Laurel und Hardy dazwischen.
Warum ich auf mehr als eine Art dem Schicksal verfallen war, möchtet ihr wissen? Ich ließ mich in den klassischen Horror hineinziehen. Neben Draht und Perlen sind Filme einer meiner Besessenheiten. Dracula, Der Wolfsmensch, Der Unsichtbare .... ernsthaft, wie macht man einen Anhänger von einem Unsichtbaren? An dem kaue ich immer noch. Phantom der Oper. Freaks. Das Filmposter wäre echt ein sehr ehrgeiziges Projekt. Ich habe es auf meine Liste gesetzt. Auf meiner Liste steht so vieles. Nicht nur das Weben. Was ist mit dem Draht? Meine Haken sind einsam. Ich muß eine Pause machen. Gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah ........................

Jepp. Sieht aus als wäre es beinahe Zeit für die Hab-Mich-Lieb-Jacke. Mit Perlen bitte. Vielleicht könnte ich ja eine weben. Glaubt ihr, ich könnte das? Da ist aber dieses Muster, das ich wirklich zuerst machen muß. Atme, atme .... beruhige dich.
Da habt ihr es. Verratzt, das bin ich.
Hier ist ein Bild von den Porträt-Anhängern, die ich bis jetzt habe. Ich bin mir immer noch nicht sicher, warum ich ein Bild von Cary Grant ausgesucht habe, auf dem er nicht lächelte, sondern eins seiner Gesichter zog.


Nun, nach alldem nehme ich an, ich könnte sagen, daß ich Themenschmuck mache.
Wenn ihr wissen möchtet, was die anderen JAC-Mitglieder zum Thema Themenschmuck zu sagen habe, schaut euch bitte die folgenden Links an (ich liste sie auf, wenn ich sie hereinbekomme). Ich habe keinen Zweifel, daß es nicht so verrückt klingen wird wie das, was ihr gerade gelesen habt ;-)

Jewelry Art by Dawn
Violetmoon's Corner
The Crafty Chimp