Posts mit dem Label Musical werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Musical werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 1. August 2025

Der Hofnarr

"Der Wein mit der Pille ist in dem Becher mit dem Fächer; der Pokal mit dem Portal hat den Wein gut und rein!"
"Der Wein mit der Pille ist in dem Kelch mit dem Elch; der Becher mit dem Fächer hat den Wein gut und rein!"

Lisa von Boondock Ramblings hat auf ihrem Blog den "Summer of Angela (Lansbury)", diesmal mit einem meiner absoluten Lieblingsfilme, "Der Hofnarr" von 1955 mit Danny Kaye, Glynis Jones, Basil Rathbone, und natürlich Angela Lansbury. Hier ist ihr Post.

Public Domain über
Wikimedia Commons

Hier ist die Handlung (mit Spoilern). Ich entschuldige mich jetzt schon, denn es ist eine Menge Handlung mit einer Menge Wendungen und das kann ziemlich verwirrend zu lesen sein. Ich hätte es wirklich, wirklich kurz machen können oder, nun ja, so wie ich es eben gemacht habe.

Hubert Hawkins ist ein Jahrmarktsunterhalter in der Rebellenband des Schwarzen Fuchses, die den kleinen König von England beschützt, nachdem Roderich der Tyrann die königliche Familie töten lassen und den Thron übernommen hat. Er würde gern am Kampf teilnehmen und bietet an, daß statt seiner eine Gruppe kleiner Akrobaten für Unterhaltung sorgt, aber das lehnt der Schwarze Fuchs ab. 
Stattdessen sollen sich er und Jungfer Jean verkleiden, um das Baby in Sicherheit bringen. Als sie während einer stürmischen Nacht Unterschlupf suchen, zeigen sie sich ihre gegenseitige Zuneigung, aber zunächst muß der Thronräuber besiegt werden.
Dann lernen sie den neuen Hofnarren des Königs kennen, Giacomo. Jean nutzt die Gelegenheit, Zugang zum Schloß zu bekommen, indem sie Giacomo niederschlägt und Hawkins anweist, für ihn zu übernehmen, während sie den Erben an einen sicheren Ort bringt. Es gibt einen Geheimgang vom Schloß in den Wald, wenn Hawkins es also schafft, an den Schlüssel zu kommen, können die Rebellen das Schloß übernehmen. Im Schloß ist schon ein Mann, der zwar nicht selber den Schlüssel besorgen, aber Hawkins helfen kann.

Leider wissen sie nicht, daß Giacomo auch ein Meuchelmörder ist, den die rechte Hand des Königs, Lord Ravenhurst, angeheuert hat, damit er drei der Lords am Hofe tötet und so verhindert, daß der König eine Allianz mit Sir Griswold im Tausch gegen die Hand seiner Tochter Gwendolyn anstrebt.
Außerdem wird Jean von den Männern des Königs aufgehalten, die die schönsten Frauen im Land zusammensuchen, um sie an den Hof zu bringen. Glücklicherweise kann ihr Mann im Schloß, Fergus, das Baby verstecken.

Gwendolyn weigert sich, einen solchen Grobian zu heiraten, weil ihr ihre Magd Griselda, die Hexe des Schlosses, einen schneidigen Mann versprochen hat. Verzweifelt, weil Gwendolyn damit droht, zu sterben und sie mit sich in den Tod zu nehmen, wenn sie Griswold heiraten muß, erzählt Griselda der Prinzessin, daß Hawkins, der soeben angekommen ist, ihr Liebster sein wird.

Von da an geht alles schief, was nur schiefgehen kann. Ravenhurst denkt natürlich, daß Hawkins Giacomo ist, und wegen eines Mißverständnisses denkt Hawkins, Ravenhurst sei der Rebell anstatt Fergus.
Dann belegt Griselda ihn mit einem hypnotischen Zauber, um aus ihm den schneidigen Liebhaber zu machen, ein Fingerschnipsen wird den Zauber an- und ausschalten. Auf seinem Weg zur Prinzessin begegnet er Jean, der es gelungen ist, den Schlüssel zu stehlen. Er erkennt sie nicht, sie steckt ihm aber den Schlüssel zu. Der König, der Hawkins gebeten hat, ihm eine der jungen Frauen auszusuchen, denkt, er hätte Jean für ihn ausgewählt.
Hawkins umgarnt Gwendolyn, die ihm für ihre gemeinsame Flucht den Schlüssel abnimmt, dann findet ihn jedoch der König und nimmt ihn ihr weg. Hawkins empfängt auch Befehle von Ravenhurst. Nachdem er vom Zauber befreit ist, vergißt er jedoch alles.

Auf Jeans Geheiß bringt Fergus den Korb mit dem Baby zu Hawkins, kurz bevor dieser vor dem König auftreten soll. Mit seinem Auftritt gelingt es ihm, das Publikum von dem Korb abzulenken und Jean kann das Baby wieder in Sicherheit bringen.
Griselda vergiftet die drei Lords, sodaß Ravenhurst denkt, Hawkins habe seinen Auftrag ausgeführt.
Als aber Griswold eintrifft, sagt Gwendolyn, daß sie den Hofnarren liebt, und Hawkins wird verhaftet. Außerdem erklärt Ravenhursts Agent diesem, daß das nicht der echte Giacomo ist.
Ravenhurst schlußfolgert, daß Hawkins der Schwarze Fuchs sein muß, also schlägt er dem König vor, ihn schnell zum Ritter zu schlagen, damit Griswold ihn auf Leben und Tod fordern kann, scheinbar damit die Prinzessin Griswold heiraten muß, tatsächlich aber, damit der Schwarze Fuchs diesen tötet.

Jean stiehlt den Schlüssel wieder zurück und gibt ihn Fergus, der es schafft, ihn mit einer Taube zu den Rebellen zu schicken, bevor er getötet wird.
Hawkins wird in einer überstürzten Zeremonie zum Ritter geschlagen (eine meiner Lieblingsszenen, leider habe ich das Video nur auf Englisch gefunden, aber ich zitiere sowieso am liebsten "yea verily yea", als Kind hatte ich immer "Beverly" verstanden 
😆). Jean sagt, er solle das Duell akzeptieren, da der Schwarze Fuchs kommen und an seiner Statt kämpfen würde. Dieser Plan wird vereitelt, als ein Teil des geheimen Gangs einbricht und keiner mehr hindurchkommen kann - keiner?



Auf jeden Fall muß Hawkins das Duell selber austragen, aber Griselda, erneut von Gwendolyn bedroht, meint, sie habe Griswolds Trunk vergiftet, und sagt ihm, wie er den vergifteten Becher erkennt. Gerade als er sich den Vers gemerkt hat, zerbricht einer der Becher und der Vers ändert sich.
Dabei werden sie jedoch von einem von Griswolds Männern gehört, also versuchen nun beide Duellanten, sich den sicheren Trunk zu nehmen. Der König wird dessen überdrüssig und befiehlt, den Kampf auf Leben und Tod sofort zu beginnen.



Da Hawkins' Rüstung von einem Blitz getroffen wird, ist sie magnetisch, so wird Griswold von seinem Pferd gezogen, als sein Dreschflegel an Hawkins' Schild festhängt.
Ravenhurst verkündet, daß er der Schwarze Fuchs sei, und Jean und er werden als Verräter vor den König gezerrt und auch der Korb mit dem Baby wird hereingebracht.
Der Schwarze Fuchs hat jedoch Hawkins' akrobatische Freunde zusammengerufen, die Kleinwüchsigen, denen es gelungen ist, durch den Geheimgang zu kommen, während die Rebellen über die Küstenstraße kommen und das Schloß als Mönche verkleidet betreten.

Hawkins und Ravenhurst beginnen einen Fechtkampf, als Hawkins kurz davor ist, diesen zu verlieren, hypnotisiert ihn Griselda wieder. Am End schaffen er und Jean es mit der Hilfe zweier Akrobaten, Ravenhurst ins Meer zu katapultieren.

Als Griswold eintrifft, um von den Rebellen die Freilassung des Königs zu fordern, zeigt Hawkins ihm und dem Hof das Geburtsmal des wahren Erben, die purpurne Blume auf dem Po des Babys.
Der Kampf ist gewonnen und auch Hawkins und Jean bekommen ihr Happy End.

Ich liebe diesen Film schon so weit ich zurückdenken kann.
Gewöhnlich bin ich kein großer Fan von Filmen, die keine echten Musicals sind, in denen aber Lieder vorkommen, aber die hier gefallen mir.

Es ist nicht schwer zu erkennen, daß diese eine Parodie, aber auch ein bißchen eine Hommage an die beliebten Mantel- und Degenfilme ist. Natürlich denkt man beim Schwarzen Fuchs und seinen Rebellen sofort an Robin Hood und seine fröhlichen Mannen. Der Unterschied ist, daß diese Geschichte aus der Sicht von Hawkins erzählt wird, einem unwahrscheinlichen Helden mit einer unwahrscheinlichen Liebesgeschichte.
Ich mochte den Schwarzen Fuchs nie, weil ich fand, daß er etwas herablassend zu Hawkins war. Es stimmt schon, Hawkins ist nicht in der Kampfeskunst geübt, er ist ein Unterhalter, aber er beweist, daß er für die gute Sache tapfer sein kann, und am Ende ist es diese Mischung - und etwas Zauberei und viel Glück -, die dabei hilft, den Thron für den rechtmäßigen Erben zurückzugewinnen.

Wäre dies ein Robin Hood-Film, wäre Hawkins Alan-A-Dale, aber wer wäre die Jungfer Marian?
Abhängig von der Version war Jungfer Marian entweder am Hof - das wäre dann Prinzessin Gwendolyn - oder sie liebte bei den fröhlichen Mannen - das wäre dann Jungfer Jean.
Gwendolyn ist aber keine Marian. Sie ist die Tochter des Thronräubers und eine verwöhnte und selbstsüchtige junge Dame. Ich finde, Angela Lansbury hat diese Rolle wunderbar gespielt, wie sie so die Wünsche ihres Vater ignorierte, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, oder wie sie Griselda, der Hexe, drohte, ohne zu zögern, damit sie das tat, was sie verlangte (sie ist außerdem schlau genug, ihr nicht in die Augen zu schauen). Man fragt sich, was unter dem neuen König wohl mit Gwendolyn geschehen wäre.
Tatsächlich habe ich mich jedes Mal gefragt, wer wohl die Regentschaft übernommen hätte, bis das Baby alt genug gewesen wäre. So funktioniert mein Gehirn einfach. Ich schweife ab, tut mir leid.
Jungfer Jean ist auch nicht wirklich Marian. Sie ist Hauptmann in der Rebellenbande und möchte den wahren König auf dem Thron sehen, wobei sie bereit ist, ihre persönlichen Gefühle hintanzustellen, bis das Ziel erreicht ist. sie ist außerdem klug und mutig. Ihre Liebesgeschichte ist allerdings nicht mit dem Bandenführer. Stattdessen liebt sie Hawkins, obwohl er noch gar nicht gezeigt hat, wie mutig er tatsächlich ist, das ist wirklich süß.

Nun, und Basil Rathbone ist ein wundervoller Schurke als Ravenhurst und macht sich hiermit praktisch über seine Rollen vor dieser lustig, wie zum Beispiel der als König Johns Guy of Gisbourne.

Es läßt sich nicht leugnen, daß dies Danny Kayes Film ist, auf einige seiner vielen Talente zugeschnitten (ich sage einige, weil sie weit über das Schauspielern, Singen und Tanzen hinausgingen!), von denen eins sein Können im Wortspiel und im Aufsagen von Zungenbrechern im Blitztempo waren
, aber auch Slapstick und Pantomime.
Ich liebte die Idee vom Hypnosezauber, der Kaye die Gelegenheit gab, binnen Sekunden von einem Charakter in den nächsten zu wechseln, und das zeigt sich nirgends besser als im Fechtkampf zwischen Hawkins und Ravenhurst.
Basil Rathbone, der der beste Fechter in Hollywood war, war von Danny Kayes Fechtkünsten nach einem Training von nur ein paar Wochen begeistert (trotzdem gab es für einige Teile des Kampfes ein Stuntdouble für Rathbone, der wahrscheinliche Grund dafür wird in diesem interessanten Video (auf Englisch) erklärt.
Da Hawkins während des Kampfes teilweise unter dem Zauber steht, der jedoch an- und abgeschaltet wird, ist es eine Mischung aus geübtem Fechten und wildem Herumwedeln, um am Leben zu bleiben - absolut köstlich!

Ich war schon immer ein großer Fan der Robin Hood-Legende, einmal dank eines Buches, das wir hatten, aber auch dank meiner ersten Fernsehbegegnung damit, das waren "Die Abenteuer von Robin Hood" mit Richard Greene (wenn ich so drüber nachdenke, müßte ich da mal wieder reinschauen) und natürlich "Robin Hood - König der Vagabunden" mit Errol Flynn. Da ich oft ein Fan des Underdogs in einem Film bin, war "Der Hofnarr" die perfekte Kombination für mich.
Ich liebte die Sets, die strahlenden Farben, die wunderschönen Kostüme für Frauen wie Männer, den Spaß und sogar die Lieder.
Tatsächlich liebte ich den Film so sehr, daß ich ihn vor fast 20 Jahren aus den USA bestellte, weil er damals in Deutschland nicht verfügbar war. Auf seltsame Weise ist diese DVD dann verschwunden, aber zum Glück war sie inzwischen auch in Deutschlang herausgekommen (ich liebe den Film auf Englisch und auf Deutsch).

Nicht jeder war so begeistert, wie ich es von Anfang an war. "Der Hofnarr" bekam zwar durchaus gute Kritiken, war aber an den Kinokassen ein Flop. Der Film war (dank Sets und Kostümen) die teuerste Komödie gewesen, die bis dahin gedreht wurde, spielte aber nur die Hälfte des Geldes wieder ein.
Im Laufe der Jahre wurde daraus aber einer dieser Kultklassiker, die Leute immer wieder anschauen wollen - ich, ich! - und aus den sie gern zitieren.

Falls ihr diesen Film also noch nicht kennen solltet, probiert es einfach mal. Ihr könntet leicht positiv überrascht werden, daß ein 70 Jahre alter Film soviel Spaß machen kann!
Ich selber werde seiner jedenfalls nie müde werden.

Sonntag, 13. Juli 2025

The Pirates of Penzance

Lisa von Boondock Ramblings hat auf ihrem Blog diesmal den "Summer of Angela (Lansbury)". Ich hatte nicht erwartet, diese Woche dabei mitzumachen, aber Lisa hat die Filme getauscht, also bin ich doch dabei, aber eben ein paar Tage später, weil der Tag schon von einem anderen Post belegt war.
Der heutige Film ist "The Pirates of Penzance" von 1983. Es gibt keine Fassung davon mit deutschen Untertiteln.
Lisas Post könnt ihr hier finden.


Ich habe bisher noch nie etwas von Gilbert & Sullivan gesehen.
Ich habe das eine oder andere Lied oder manchmal auch nur Teile davon gehört und die könnte ich sogar vorsingen (nur die Melodie), aber nur, weil ich sie in Fernsehserien oder in Filmen gesehen habe, ich erinnere mich sogar an eine beeindruckende Simpsons-Version.
Davon nahm ich den vagen Eindruck mit, daß man in englischsprachigen Ländern nicht durch die Schule kommt, ohne in wenigstens einer von Gilbert & Sullivans komischen Operetten mitgespielt zu haben, während mir nicht bewußt wäre, daß das auch hier in Deutschland so eine große Sache wäre, wo wir deutschsprachige Operetten von Offenbach oder Strauß hatten.
Nun bot sich die Chance, eine ganze Operette von Gilbert & Sullivan anzuschauen - ich meine, Kevin Kline als Piratenkönig, wie könnte ich mir das noch länger entgehen lassen?

Die Handlung (mit Spoilern wie üblich).
Sie ist, um es nett auszudrücken, etwas verwirrend, aber so sind Operetten eben, vor allem komische.

Ein Piratenschiff. Piraten. Unter ihnen ein junger Pirat, Frederic. Er wurde als Kind von seinem Kindermädchen Ruth hergebracht, die wegen ihrer Schwerhörigkeit die Anweisungen des Vaters, ihn zur Lehre bei einem "Pilot" (Lotsen) zu bringen, falsch verstanden hatte.
Nun da er 21 geworden ist, hat er seinen Lehrvertrag erfüllt und es steht ihm nicht nur frei, ein respektables Mitglied der Gesellschaft zu werden, sondern er hat auch beschlossen, den Piratenkönig und seine Mannschaft (alle von ihnen Waisen, was sie davon abhält, Waisen anzugreifen, auch wenn die nur behaupten, sie seien welche) zu vernichten.

Als er mit Ruth, der einzigen Frau, die er bis dahin je gesehen hat, an Land kommt, begegnet ihm eine Gruppe schöner Mädchen, alles Töchter des Generalmajors.
Eine von ihnen, Mabel, reagiert auf seine Werbung und sagt, daß sie ihn heiraten wird.
Dann kommen auch die Piraten an Land und wollen all die Mädchen heiraten (was mich an "Eine Braut für sieben Brüder" erinnerte), aber ihr Vater taucht auf und behauptet, eine Waise zu sein, die ohne sie ganz allein sein wird, und die Piraten verschwinden.

Frederic ist nun bereit, die Polizei der Stadt zur Piratenbucht zu führen, aber bevor er losziehen kann, tauchen der Piratenkönig und Ruth auf und lassen ihn wissen, daß sein Lehrvertrag tatsächlich noch nicht erfüllt ist. Er ist am 29. Februar im Schaltjahr geboren, und im Vertrag steht nicht 21 Jahren, sondern bis zu seinem 21. Geburtstag, also verlangen sie, daß er diese Pflicht erfüllt.
Da er nun wieder Pirat ist, verrät Frederic, daß der Generalmajor niemals eine Waise war, woraufhin der Piratenkönig noch für diese Nacht einen Angriff auf das Schloß plant.
Frederic verläßt Mabel, verspricht ihr aber, wieder zurückzukommen, wenn er 84 ist, und sie verspricht im Gegenzug, auf ihn zu warten.

Mabel erzählt dem Polizeisergeant, daß die Piraten angreifen werden, also verstecken sich die Polizisten, um auf sie zu warten.
Die Piraten gewinnen den darauf folgenden Kampf (während dessen sie alle in einer Theatervorstellung von "H.M.S. Pinafore" landen, einer weiteren Gilbert & Sullivan Operette), und der Piratenkönig rät dem Generalmajot, sich auf den Tod vorzubereiten.
Der Sergeant verlangt jedoch, daß sie sich im Namen Queen Victorias ergeben, und als treue Untertanen gehorchen die Piraten.
Bevor sie jedoch weggebracht werden können, enthüllt Ruth, daß sie doch nur Edelmänner sind, die auf Abwege geraten waren, und ihnen wird nicht nur vergeben, sondern der Generalmajor gibt ihnen sogar seine Töchter zur Frau (und Ruth wird vom Polizeisergeant umworben 
😉).

Theaterplakat von 1880
für die New Yorker Produktion

William Schwenck Gilbert und Arthur Sullivan arbeiteten zwischen 1871 und 1896 bei vierzehn Opern zusammen, bevor sie sich verstritten. Die Gründe dafür werden immer noch diskutiert, obwohl kreative Differenzen, finanzielle Angelegenheiten und Burnout dazu beigetragen haben sollen.
"The Pirates of Penzance" gehört zu den berühmtesten dieser vierzehn. Es hatte an Silvester 1879 Premiere und war sofort ein Erfolg mit Gilberts witzigem Libretto und Sullivans Melodien, die so gut zu den oft schnellen und zungenbrecherischen Texten paßten.
Leider machte es mir das manchmal etwas schwer, dem ganzen zu folgen. Bei manchen Liedern ließ ich einfach die Musik übernehmen und versuchte gar nicht, die genauen Worte zu verstehen, solange ich noch kapierte, was abging (ich schaute den Film auf The Internet Archive an, wo der Ton besser als auf YouTube war, auch wenn es das Bild nicht war, ich hatte also keine Untertitel).

Joseph Papps Produktion unter der Regie von Wilford Leach wanderte vom Central Park (mit Patricia Routledge als Ruth, die Version kann man hier anschauen) zum Broadway (mit Estelle Parsons als Ruth, mit 787 Vorstellungen und 7 Tony Award-Nominierungen, von denen sie 3 gewann, darunter Kevin Kline als bester Schauspieler in einem Musical) und dann auf die Leinwand mit Kline, Ronstadt, Smith und Angela Lansbury.

Ich mag Musicals (hauptsächlich ältere), aber es kann auch zuviel Gesang für meinen Geschmack geben (ich teile oft und freimütig meine Abneigung gegen "Die Eiskönigin", weil ich finde, sogar für einen Disney-Film ist das einfach zuviel).
Ich wäre also auch mit ein paar weniger Liedern ausgekommen.
Der Gesang aber, wow. Das war wirklich toll.
Ich hatte schon vorher mal Videos von Ronstadt daraus gesehen, also überraschte mich ihr Stimmumfang nicht so sehr. Ihr Broadway-Auftritt brachte ich übrigens eine Tony-Nominierung ein. Dies war ihr einziger Film.

Ich weiß, daß ich Smith auch schon irgendwo mal gesehen hatte, aber erinnere mich nicht wo. Ich bin mir ziemlich sicher, daß ich seine kurzlebige Fernsehserie "Street Hawk" nie angeschaut habe, aber ich kenne eins seiner Lieder, also ist es vielleicht das. Auf jeden Fall hat mir seine Stimme sehr gut gefallen.


Ich wußte schon von Lansburys lange Broadway-Karriere in Sprech-, aber auch Musicalrollen, weil ich von ihr einen Auftritt als Mrs. Lovett in "Sweeney Todd" auf DVD habe und das damals schon nachgeschlagen hatte. Also war sie für mich keine Überraschung.


Aus irgendeinem Grund wußte ich aber nichts davon, daß Kevin Kline sang.
Ich fand ihn absolut klasse. Gesang, Sprünge, und einige Male fühlte ich mich an seine Rolle als Otto in "Ein Fisch namens Wanda" (ich liebe diesen Film so sehr und er ist darin perfekt) fünf Jahre danach erinnert, für die er einen Oscar bekam, und ich genoß jedes bißchen genauso sehr - nicht nur wegen seiner Brust ...



Schon allein seinetwegen ist es das Anschauen wert, selbst wenn die anderen nicht so gut gewesen wären.

Dies war eine nette Einführung in Gilbert & Sullivan (außer daß ich vor Jahren "Topsy-Turvy - Auf den Kopf gestellt" gesehen hatte). Vielleicht werde ich mir, wenn ich etwas finden kann, noch mehr anschauen.


Quellen:

1. Gilbert & Sullivan. Auf: English National Opera
2. Cat Smith: The Pirates of Penzance. Auf: Film Obsessive, 2020
3. Luisa Lyons: The Pirates of Penzance. Auf: Filmed Live Musicals, Oktober 2017
4. The Pirates of Penzance. Auf: Gilbert and Sullivan Archive (über Wayback Machine)
5. Ben Fong-Torres: The Pirates of Penzance. Auf: The Linda Ronstadt Homepage (eine unoffizielle Website)


Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Sonntag, 31. Mai 2015

Zitat der Woche

Ich spielte die Platten meiner Schwester mit dem Soundtrack rauf und runter und bis zu diesem Tag liebe ich die Lieder und den Tanz in diesem Film immer noch. Und oh Mann, war ich damals verknallt in Treat Williams.
Außerdem erinnere ich mich nur zu gut an Haarschnittdiskussionen. Also los.

Berger: Wie stehst du dazu, Pa?
Ma: Wozu soll er stehen?
Berger: Ach, nichts, Ma, nichts. Pa.
Pa: Wenn du Geld brauchst, geh arbeiten.
Ma: Was, Geld. Ihr redet von Geld. Wozu brauchst du Geld?
Berger: Ich brauch's einfach.
Ma: Wer isses?
Berger: Wer ist was?
Ma: Das Mädchen.
Berger: Welches Mädchen?
Ma: Wie heißt sie?
Berger: Gar nicht. Wovon redest du überhaupt?
Ma: Kannst es ruhig zugeben. Wir haben Verständnis dafür.
Berger: Was redest du da von einem Mädchen? Ich brauch Geld, sonst nichts.
Ma: Wenn du Geld brauchst, dann sag uns die Wahrheit!
Berger: Was soll das heißen, die Wahrheit sagen?
Pa: Gottverdammt. Immer wenn du nach Hause kommst, gibt's Ärger. Warum achtest du nicht ein bißchen auf dein Äußeres? Warum läßt du dir nicht die Haare schneiden? Geh zum Friseur, dann gebe ich dir das Geld. Du brauchst mir nicht zurückzugeben.
Berger: Gibst du mir das Geld, damit ich mir die Haare schneiden lasse?
Pa: Herrgott, mach uns doch auch mal 'ne Freude.
Berger: Willst du mich bezahlen, damit ich mir die Haare schneide?
Alle schreien durcheinander.
Ma: Jetzt hört auf. Gib mir deine Hose!
Berger: Sie ist aber nicht dreckig!
Ma: Du sollst sie mir geben!
Berger: Weshalb? Sie ist sauber, Herrgott nochmal.
Er folgt seiner Mutter in die Küche, als sie ihm ein Zeichen gibt.
Ma (leise): Wieviel brauchst du?



Hair, USA/Germany, 1979