Donnerstag, 7. Juli 2022

Ich habe ein Gesicht gemacht ...

 ... und es hat eine große Nase.
Bevor ihr meine arme Dame verurteilt, möchte ich euch sagen, daß ich anscheinend irgendwas an großen Nasen finde. Wenn ich ein Gesicht gemalt habe, war die Nase immer etwas größer, als ich mit Fimogesichtern herumspielten, war die Nase immer groß, und offensichtlich zeige ich auch bei Nadelfilzgesichtern dieselbe Tendenz.

Außerdem dürft ihr nicht vergessen, daß das hier mein allererster Versuch ist, einen menschlichen Kopf zu filzen.
Nachdem ich mich von meinen Filzutensilien (und meinem Perlenwebrahmen) zurückgehalten hatte, seit der Dekan als verrücktes Kätzchen eingezogen ist, hatte ich endlich wieder das Bedürfnis, auf etwas einzustechen und ein paar der Gefühle herauszulassen, die sich über die letzten Monate aufgebaut haben. Es ist schwierig, glücklich und positiv zu bleiben, wenn man sich so anschaut, was alles auf der Welt los ist und von dem das meiste ja jeden auf die eine oder andere Weise beeinflußt.
Ich bin keine gewalttätige Person, aber auf Wolle herumzupieksen kann beim Entspannen helfen, auch wenn ich Leute kenne, die sagen, das Geräusch macht sich eher verrückt als ruhig. Meinen Katzen scheint es nichts auszumachen und der Dekan hat nur anfangs ein paar Mal probiert, meine Wolle zu klauen, was wirklich keine Überraschung war.

Zurück zum Kopf.
Tatsächlich fing er gar nicht wie ein Kopf an, sondern wie ein großer Cabochon mit einem Gesicht, auf der Rückseite platt. Dann machte ich überall Wolle dazu, um eine Art Windkreatur zu erschaffen, mit vollen Backen, blasenden Lippen und all dem. Das "Windhaar" war jedoch so wild, daß ich versuchte, es wenigstens ein bißchen zu zähmen, und auf einmal hatte ich gescheiteltes Haar mit einem kleinen Dutt obendrauf.  Das sah mit dem platten Rücken sehr seltsam aus, also kam noch mehr Haar dazu.
Nur zwei schlafende Katzen, die sanft neben mir schnarchten, das Geräusch einer Nadel, die in Wolle sticht, und David Suchet als Poirot als einziges Hintergrundgeräusch mitten in der Nacht, das alles war erstaunlich beruhigend.
Also kamen immer mehr Farben dazu - etwas, in dem ich noch nicht besonders gut bin, außerdem wurde die Nase dadurch sogar noch größer - und schließlich etwas, auf dem der Kopf ruht (ich dachte dabei an eine Federboa, aber ich könnt euch auch etwas anderes aussuchen), denn es war offensichtlich, daß er niemals einen Körper bekommen würde.

Für mich sieht die Dame wie eine alternde Diva aus, zweifellos eine Charakterdarstellerin, die ihre alten Filme in ihrem privaten Heimkino anschaut - wartet mal, das hatten wir doch schon in "Boulevard der Dämmerung" oder der Columbo-Episode "Tödliches Comeback", nur hatten diese Ladys nicht gar so großmütterliche Frisuren ... aber hey, vielleicht war sie ja auch ein früher Star der Bühne, nicht der Leinwand, und vielleicht hätte sie auch eine gute Akteurin in einer Folge von "Alfred Hitchcock präsentiert" abgegeben?


Auf jeden Fall werde ich es euch bestimmt wissen lassen, falls ich  irgendwann bessere Gesichter machen kann ;-)

Freitag, 1. Juli 2022

SilhouetteCat und die Meerjungfrau

Nein, sie sind kein Paar, auch wenn der Titel das so aussehen lassen könnte ;-) Obwohl man ja nie weiß, ob sie sich unter einem Vollmond getroffen haben, SilhouetteCat sitzt vielleicht am Kai und schaut zu seiner Freundin hinunter, die aus den Tiefen des Meeres gekommen ist, um hallo zu sagen? Ich frage mich, welche Art Konversation sie wohl führen könnten.

Fangen wir mit SilhouetteCat an.
Wenn ihr mir schon eine Weile folgt, wißt ihr vielleicht, daß er eine meiner Lieblings-HeatherCats ist und daß ich mehrere Versionen von ihm gemacht habe.
Das hier ist meine zweite Perlenstickversion und die erste in Farbe, alles nur, weil ich nicht widerstehen konnte, aus einem schimmernden Schachbrettcabochon einen Mond zu machen.
Ich hatte keine HeatherCat geplant. Mein erster Gedanke war ein Baum gewesen, der den Vollmond "hält", aber zum Glück habe ich ein großes Stück Stickunterlage benutzt, so als Mabel, meine Muse, mir ins Ohr geflüstert hätte, daß ein Mond eine Katze braucht ...
Als ich erstmal die Fassung für den Mond gefädelt und ein paar Reihen rundherum hinzugefügt hatte, wußte ich, daß mich das an Heather's SilhouetteCat erinnerte.


Also fügte ich den schwarzen Kater hinzu - mit einem leicht veränderten Körper, weil ich nicht wollte, daß er bis ganz zum Mond hinaufreichte.
Nun ein paar Sterne. Beim Perlenweben haben meine Nachthimmel oft Punkte als Sterne, aber dieser Mond war so groß, daß ich das Gefühl hatte, sie müßten auch größer sein. Cabochons, die gepaßt hätten, hatte ich aber keine, also entschied ich mich für noch mehr Kreise (das ist wahrscheinlich der Grund, warum sich Leute an Van Goghs "Sternennacht" erinnert fühlen, wenn man aber genauer hinschaut, sieht man, daß es nicht wirklich so viele Ähnlichkeiten gibt und es war auch nicht meine Inspiration).
Es hat auch Spaß gemacht, Fransen zu machen. Ich habe immer noch Tonnen von diesen Daggerperlen aus der Zeit, als ein altes Projekt abgebrochen wurde, und die Farbe war perfekt.

Dann war ich am üblichen Punkt. Was für eine "Kette" sollte ich nehmen? Natürlich dachte ich an mein geliebtes Herringbone, aber diesmal gefielen mir weder die 4- noch die 6-Perlen-Kette, weil die unterschiedlichen Blautöne verschiedene Größen hatten.
Mir fiel aber ein, daß ich gerade erst Bänder aus Wildlederimitat bekommen hatte und daß da aus meinen frühen Perlenwebtagen noch eine Menge Bandenden waren, und tatsächlich sahen die geflochtenen Bänder viel besser aus.
Nun bin ich wirklich glücklich damit, wie das ganze Schmuckstück geworden ist!


Und die Zöpfe brachten mich tatsächlich zu einem WIP, das neun Monate in meiner berüchtigen WIP-Schublade verbracht hat - meine Meerjungfrau.
Ich hatte sie noch nicht mal hier gepostet, weil ich dachte, sie würde viel eher fertigwerden, aber ich hatte das gleiche Problem mit der Kette gehabt. Perlenwebbänder saßen nicht richtig, die Herringbone-schläuche sahen nicht richtig aus.

Zum Glück waren die anderen "Wildleder"bänder, die ich gekauft hatte, ein dunkles Seegrün und ein helles Blau und paßten so perfekt zu den Farben im Schwanz der Meerjungfrau.
Eigentlich war meine erste Idee nur ein Fischschwanz mit lauter Pailletten gewesen, aber nur ein Schwanz wirkt immer gleich so abgeschnitten, daher entwickelte sich stattdessen diese große Meerjungfrau, bekam mehr und mehr Haare und einen großen Fischschwanz. Es hat Spaß gemacht ;-)

Es ist erstaunlich, wie befriedigend es ist, ein lange wartendes WIP fertigzumachen, weil endlich die richtige Idee aufgetaucht ist, und ich bin auch sehr froh, daß sie es aus der Schublade herausgeschafft hat, die über die Jahre für einige andere Stücke zur Endstation wurde.

Donnerstag, 9. Juni 2022

Hallo, kleiner Igel

Vor fast genau sieben Jahren habe ich eine kleine Igelfamilie gemacht.
Heute ist noch einer dieser kleinen Kerle in meinem Haus aufgetaucht. Vielleicht haben die großen, denen ich immer mal auf dem morgendlichen Weg zum Bahnhof begegnet bin, sie geschickt, um nach mir zu schauen, weil wir uns nicht mehr getroffen haben, seit ich wegen der Pandemie mit Homeoffice angefangen hatte ;-)

Es war lange her gewesen, daß ich einen Igel gemacht hatte, es war aber auch eine Weile her, daß ich das letzte Mal mit Draht gehäkelt hatte.
Es ist so komisch, wie gut es sich einerseits anfühlte - als besuche man eine Freundin, die man lang nicht gesehen hat - aber auch wie anders die Bewegung für Hände und Handgelenke ist als bei den verschiedenen Perlentechniken. Tatsächlich mußte ich mich erst wieder etwas daran gewöhnen.
Außerdem mußte ich ein wenig experimentieren, ihr erinnert euch ja vielleicht daran, daß ich niemals Muster aufschreibe, also mußte ich ein paar Dinge erst wieder austüfteln. Das Gute dabei ist, daß ich etwas anderes ausprobiert habe und sehr zufrieden mit dem Ergebnis war (und ich spreche nicht mal über die Ohren ... ja, sie ist mein erster Igel mit Ohren, die anderen zogen wahrscheinlich vor, mir nicht zuzuhören ;-)).

Sie reist bald übers Meer. Sichere Reise, meine Kleine!


Sonntag, 29. Mai 2022

Der geheimnisvolle Stein

Manchmal ist es echt blöd, alt/älter zu werden. Ich hatte mein ganzes Leben lang Gesundheitsprobleme und denke immer, ich sollte langsam daran gewöhnt sein. Wißt ihr was - ich bin es nicht.
Es fing mit Fußschmerzen an, was dann dazu führte, daß mich die Hexe anschoß, weil ich nicht richtig laufen konnte. Es ist nicht so, als hätte ich mich noch nie zuvor alt gefühlt, aber ihr hättet mich in den letzten paar Wochen sehen sollen. Wenn eine Stelle sich beruhigt hatte, fing die nächste an wehzutun, und es ist auch noch nicht vollkommen erledigt.
Das Schlimmste daran war, daß es mir alle Motivation raubte, auch nur den Versuch zu unternehmen, etwas zu tun, das Spaß machte, wie zum Beispiel kreativ zu sein, denn ich machte mir nur Sorgen darüber, wie ich mich am besten um die Katzen kümmern sollte (zum Glück mit etwas Hilfe aus der Familie) und nicht zu Boden zu gehen, wenn der Dekan versuchte, meinen alten 2 DM Flohmarktstock zu jagen, während ich mein Bestes tat, mich langsam zum Beispiel in die Küche zu bewegen.
Ich war mir so sicher, daß er und ich in einem erderschütternden Sturz sterben würden, er, weil ich auf ihn drauffallen würde! ;-) Seltsamerweise schafften wir es beide lebend.
Gundel war schlau genug, sich da ganz rauszuhalten.

Vor ungefähr einer Woche fing ich dann an, an einer neuen Dawn-Puppe zu arbeiten, und es fühlte sich so gut an, wieder kreativ zu sein.
Vor zwei Tagen aber verspürte ich auf einmal den Drang, ein Schmuckstück zu machen. Ich glaube, das letzte Mal habe ich vor Ostern etwas gemacht, definitiv zu lang her!
Als ich meine Cabochonschublade durchschaute, fand ich einen Stein, den ich schon jahrelang hatte. Ich hatte ihn sogar schon mal für einen Anhänger verwendet, war aber nie richtig glücklich damit.
Wahrscheinlich hatte ich den Stein mal als Handschmeichler gekauft, er ist nämlich wirklich glatt.
Letztes Mal hatte ich Messing- oder Bronzedraht - das ist zehn Jahre her, ich erinnere mich nur, daß es für meine Hände echt hart war - und dunkelrote Swarovski-Doppelkegel benutzt gehabt, und auch bei diesem Perlenstickanhänger blieb ich bei der Farbkombination aus Gold und Rot.

Der geheimnisvolle Stein gefällt mir immer noch, auch wenn ich keine Ahnung habe, was es für einer ist. Was denkt ihr?

Montag, 2. Mai 2022

Dawn trägt jetzt Boho

Gewöhnlich brauche ich eine Pause, nachdem ich ein Puppenoutfit fertigemacht habe. Ich nehme mir eine Weile, um mich in dem Gefühl zu sonnen und meine eigene Arbeit zu bewundern - ja, ich weiß, das klingt nicht sehr bescheiden, aber es ist überwiegend ein sehr interessanter Weg von den ersten paar Perlenreihen bis zur fertigen Puppe, und ich bin immer selber fasziniert, daß es tatsächlich passiert ist!
Diesmal war mein Perlenmojo stark genug dafür, nur ein paar Tage nach Fertigstellung des Brautkleids mit einer neuen Puppe anzufangen, und wieder einmal gab es Experimente, Mißerfolge und eine komplette Planänderung.
Wißt ihr, mein erster Plan war rosa gewesen, aber ich hatte Probleme, das gleiche Rosa in zwei Größen zu bekommen, 11er und 15er, also sah ich mir die Farben an, die ich schon hatte, und entschied mich stattdessen für ein Lüster-Opakrot, das zu meinen Favoriten gehört.
Zum Glück sieht Rot mit goldenen Akzenten an diesem Mädchen mit ihrem langen blonden Haar großartig aus, und glücklicherweise hat sie nicht soviel Angst vor Farbe wie ich oft selber oder dieses Kleid wäre nun schwarz ;-)

Mein zweiter Plan war eine Art Abendkleid gewesen, über das ich nicht mehr sagen möchte, für den Fall, daß ich irgendwann doch noch eine Variation davon mache (wie oft habe ich das schon über etwas gesagt?). Der Grund, diesen Plan nicht weiterzuverfolgen waren die Handschuhe.
Wußtet ihr, daß Dawn echt kleine Hände hat? Perlenhandschuhe sahen einfach zu klobig aus, selbst mit 15ern, und natürlich bestand keine Chance für mich, mit Perlen einen Daumen zu machen.
Also wurden die Handschuhe stattdessen zu Ärmeln, 3/4 lang, was eine von mir bevorzugte Länge ist.
Als ich noch Strickerin war, habe ich Ärmel gehaßt. Das war mein altes Problem, wenn ich dasselbe zweimal machen soll, laaaangweilig. Diesmal habe ich die Ärmel zuerst gemacht, das ist definitiv neu für mich.

Was ich wirklich daran mag, diese Puppenoutfits zu machen, ist, wie eines das andere beeinflußt, oft unerwartet. Nach den Ärmeln habe ich das Top gemacht und nachdem ich oben am Top angekommen war - ich fange oft bei der Taille an, weil die Perlen dort nicht versuchen wegzurennen - und es mit den Ärmeln verband, kam es mir. Ein Carmen-Ausschnitt!
Und der Carmen-Ausschnitt wiederum schrie nach einem weiteren, fließenden Rock.
Ihr denkt vielleicht zuerst, daß dieses Kleid nicht soviel anders aussieht als das der Feenkönigin, aber tatsächlich hat es ein paar Dinge, die ich so das erste Mal gemacht habe.
Da sind der Ausschnitt und meine ersten langen Ärmel, da sind winzige Kristallverzierungen (dabei müßt ihr mir vertrauen, das sieht man hier schlecht), und nicht nur ist die Taille ein bißchen höher angesetzt, was Dawns hübsche Figur betont, sondern der Rock weitet sich ebenfalls schon etwas höher, und nachdem er einige Reihen lang immer an den gleichen Stellen weiter wird, fällt er dann gerade heruner, während der Rock der Feenkönigin rundherum zunimmt und zwar bis ganz nach unten.
Das ist der Spaß daran, diese Kleider zu machen, auch wenn man dadurch eingeschränkt ist, daß die Perlen nicht flexibel sind, kann man trotzdem noch mit Designs spielen.
Ich glaube, Dawn gefällt es auch, von der Art, wie sie ihr neues Kleid herzeigt, zu urteilen.



Das Kleid schien nicht viele Accessoires zu brauchen, also trägt Dawn nur ein paar einfache Goldsandalen - ich bin mir sicher, sie wäre auch gern barfuß gelaufen - eine klassische zweifarbige Kugelkette aus beschichtetem Hämatit und eine süße kleine Gänseblümchenkette. Vielleicht hat sie sie gerade erst selber gemacht, bevor sie zum Markt ging?
Ja, sie ist mit ihrem Einkaufsnetz, das sie zweifelsohne auch selber gemacht hat, auf dem Markt gewesen und hat einen riesigen Maiskolben mit nach Hause gebracht, der das Netz bis obenhin ausfüllt. Hoffentlich ist er Bio, aber ich bin sicher, Dawn weiß, was sie tut! ;-)


Ich habe bereits mindestens zwei neue Designs im Kopf, eins davon erfordert allerdings mehr Planung wegen der Technik, die ich wohl anwenden muß, also kann ich nicht versprechen, wann es mehr zu sehen geben wird.

Dawn war ein eingetragenes Warenzeichen der Topper Company. Ich bin mit Topper in keiner Weise verbunden.

Sonntag, 17. April 2022

Die Braut

Es ist fast ein Jahr her, daß ich mein letztes Puppenoutfit aus Perlen gemacht habe, das war Miss Francie Bennet, aber an diesem Wochenende spürte ich das plötzliche Bedürfnis, mir eine meiner Topper Dawns zu schnappen und ihr ein neues Outfit zu fädeln.
Diese spezielle Dawn hat mehrere Probleme, überwiegend mit ihren Beinen, also war mein einziger Plan zu diesem Zeitpunkt ein enger Rock, um diese zu verbergen.

Als ich meine allererste Dawn bekam, hatte ich damit angefangen, ein Brautkleid für sie zu machen, das mir aber zur Hälfte des Projekts nicht mehr gefiel, weshalb sie schließlich stattdessen ein Abendkleid bekam.
Wie wäre es, diese Idee nochmal aufzugreifen?
Es gab mehrere Gründe dafür, das zu tun. Bei einem Brautkleid kann man total übertreiben, wenn man das möchte, und deine Puppe kann sich nicht beschweren. Ich wüßte, daß ich ausreichend perlweiße Rocailles in Größe 11 und 15 hatte. Ein Brautkleid ist immer Teil von Modeschauen gewesen. Es ist fast Mai, die Hochzeitssaison steht bevor. Ich nutze jede Entschuldigung, die ich finden kann.
Natürlich habe ich keinen Ehemann für Dawn, aber damit wird sie leben müssen.

Da das Kleid diesmal ausgearbeiteter ist, habe ich mich bei den Accessoires zurückgehalten - weniger zu lesen für euch!
Dawn trägt eine schlichte Silberkette und ein "Perlen"haarband (was elegant aussieht, aber auch hilft zu verstecken, daß irgendwann einmal ein Kind anscheinend versucht hat, ihr ein Pony zu verpassen). Erst fing ich noch an, einen kurzen Schleier zu machen, der vom Haarband herunterfällt, aber er war nicht schwer genug, um auf eine hübsche Art über Dawns Haar zu fallen, also habe ich ihn wieder weggemacht.
Auch Schuhe habe ich diesmal nicht aus Perlen gemacht, ich hatte aber zufällig ein paar Schuhe in weiß, die ich für Klonschuhe halte und die besser an ihren kleinen Problemfüßen hielten (ich kann das so nachvollziehen, auch wenn meine nicht klein sind!).

Nun zum Kleid.

Wie geplant ist der Rockteil schmal und lang genug, die Schuhe zum größten Teil zu verstecken, weil mir ihr Aussehen zu dem Kleid nicht sehr gefielen, wegen des Materials und des Weißtons. Ich habe Dawn versprochen, daß sie keine großen Entfernungen laufen muß ;-)
Der vordere Teil des Rocks ist mit Reihen winziger Kristallrocailles mit Silbereinzug verziert, das hat einen Grund. Wegen der Herringbone-Technik sind kleine Lücken im "Stoff", und ist es, weil ich Dawns Probleme kenne oder weil ich denke, daß ich sie tatsächlich sehen kann, auf jeden Fall hatte ich das Bedürnis, ein wenig davon abzulenken. Außerdem mag ich etwas Silberglitzer!



Das Oberteil ist eine Mischung aus Herringbone und Peyote und hat über die Schultern fallende Träger. Sie verbergen einen Fehler auf Dawns Arm, aber tatsächlich habe ich sie gemacht, weil sie mir zu diesem Oberteil gefallen.

Ich wollte auch eine Schleppe für das Kleid, das war sogar schon für den Versuch mit dem ersten Brautkleid vor Jahren der Plan gewesen.
Die Entscheidung fiel auf diese abgestufte Schleppe, die wie ein Überrock an der Taille beginnt (ich habe Überröcke schon als Kind geliebt, meine gezeichneten Damen trugen immer einen offenen). Daß er an den Rändern nicht gerade ist, liegt übrigens nicht daran, daß die Herringbone-Technik in Perlenpaaren gearbeitet wird, mir gefiel dieser andere Look einfach.
Eine Sekunde lang dachte ich noch daran, sie ebefalls zu verzieren, aber dann entschied ich mich dagegen. Stattdessen fügte ich vorne die kleinen Perlen"ketten" hinzu.



Auch an Blumen habe ich gedacht. Eine Blume am Haarband oder eine am Ausschnitt, vielleicht an der Taille, aber das schien alles zuviel.
Vielleicht gebe ich irgendwann eine einzelne Blume zu halten.

Ich habe schon das nächste Projekt im Kopf, aber dafür brauche ich wahrscheinlich den Webrahmen, und bisher habe ich gezögert, den herauszuholen, wenn der Dekan (mein kleiner Kater) in der Nähe ist.
Wir werden einfach abwarten und mal schauen müssen, was passiert.

Freitag, 1. April 2022

Pack die Vorräte an - Mod Herz

Normalerweise fange ich einen Vorratsfresser damit an, daß ich meine Vorräte durchschaue, um zu sehen, ob mich irgendetwas anspricht.
Diesmal begann ich mit einem übriggebliebenen Stück Perlenstickuntergrund. Als ich meinen kleinen Igel gemacht habe (über den ich nicht gebloggt habe), wußte ich zunächst nicht, was daraus und wie groß es werden würde. Nun, nicht sehr groß, wie sich dann herausstellte, also hatte ich ein Stück Untergrund mit einem Loch in der Mitte und null Ahnung, was damit machbar war - bis ich es in zwei Stücke schnitt und so zwei reichlich seltsame Formen erhielt.

Eine davon nahm ich mit zu meiner Vorratsschublade, um zu sehen, ob ich irgendetwas hatte, was größenmäßig passen und eine Idee hervorbringen könnte, als sich mir ein kleiner Rhodonitdonut in den Weg warf und so den Experimentalmodus einschaltete.

Das war eine recht interessante Reise. Die ersten Schritte waren einfach. Ich klebte den Donut auf, dann suchte ich nach Farben für die Fassung. Lustigerweise hatte ich matte Rocailles, die fast perfekt die Farbe des Rhodonits hatten. Sie kamen aus einem der Überraschungs-Perlenmischungen, die ich gern bestelle, und bis jetzt war ich mir ziemlich sicher gewesen, daß ich sie nicht so bald verwenden können würde. Kennt der Perlenshop meine Vorräte etwa besser als ich? ;-)
Gut, und nun noch welche Farben dazu?
Ich wollte etwas Farbe und etwas Glanz (meine Art zu sagen, daß ich es liebe, Metallic-Akzente zu setzen). War es Zufall, daß die meisten Farben, die ich aussuchte, schon draußen lagen? Und war es Zufall, daß ich die dunkelroten feuerpolierten Kristalle gerade erst wiedergefunden hatte? Von denen einer perfekt ins Loch des Donuts paßte?
Das wurde fast etwas unheimlich!

Von da an folgte ich einfach dem Fluß. Ich hatte die Ränder des Untergrunds willkürlich abgerundet, nun mußte ich dem ein Muster anpassen.
Nachdem ich ein paar Kurven gestickt hatte, bemerkte ich, daß mich das an Kleidermuster aus der Modära erinnerte, fast ein bißchen psychedelisch, obwohl diese Kleider wahrscheinlich viel bunter gewesen wären.

Am Ende brauchte das Teil noch eine Kette, und die konnte ich echt nur auf eine Art befestigen.
Ich kämpfte noch etwas mit der Versuchung, einen Tropfen von der Spitze baumeln zu lassen (die nicht wirklich eine Spitze ist, das ist nur eine Illusion dank des Kristalls, von hinten sieht das Teil mehr aus ein Mitglied der Barbapapa-Familie ;-))  oder Fransen aus winzigen Rocailles oder aus feiner Kette, aber dann schien mir das dann doch zuviel zu sein.



Dieses Experiment hat Spaß gemacht. Vielleicht sollte ich das noch öfter probieren, immerhin habe ich für den Anfang ja noch die zweite Hälfte. Ich lasse euch wissen, wie es ausgeht.