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Freitag, 9. Oktober 2020

Pack die Vorräte an - Ammonit-Karneol-Anhänger

In letzter Zeit habe ich meinen Draht übel vernachlässigt. Ein Grund dafür ist, daß mein Daumen beim Arbeiten mit Draht sehr viel schneller müde wird, sodaß ich mehr Pausen machen muß, ein weiterer ist, daß die Perlen gerade einfach lauter und vor allem deutlicher zu mir sprechen. Nicht wörtlich genommen natürlich, SO verrückt bin ich auch wieder nicht.
Dieser Anhänger fing mit ein paar ganz miesen Versuchen für eine einfache Webfassung an. Es fühlte sich fast so an, als würde ich das das erste Mal machen. Mein Daumen tat weh, meine Motivation sank, und sogar die Drähte begannen müde auszusehen. Ich trennte alles wieder auf und erst ein paar Tage später kam mir eine kleine Idee in den Kopf, die man nicht mal mehr an dem Stück erkennen kann.

Oft suche ich mir nicht einen Stein oder einen Cabochon aus und mache dann eine Fassung dafür, sondern fange stattdessen an, den Draht zu weben und zu biegen, um zu sehen, ob etwas dabei herauskommt, und dann erst schaue ich nach etwas, das ungefähr die richtige Größe hat und lasse beides zusammenkommen.
In diesem Fall probierte ich verschiedene Cabochons aus, fossile Koralle, Achat und Glas, bevor ich dann den Ammoniten fand.
Wenn ihr meine früheren Ammonitanhänger kennt, seht ihr, daß das hier keine Variation davon ist, und es gibt keine Tentakel! Tatsächlich waren auch die kleinen Schnörkel oben vor dem Ammoniten da, also ist das kein Versuch, wenigstens etwas "Tentakliges" reinzuschmuggeln ;-)

Um dem Anhänger etwas mehr Farbe zu geben, beschloß ich ein paar Perlen einzuarbeiten, wählte mattierten Karneol, um das Herbstgefühl zu verstärken, und füllte damit den leeren Raum auf der linken Seite. Ihr müßt mir hierbei vertrauen, da ist nichts Gewebtes drunter.


Auch wenn es so aussieht, als ob der untere gewebte Teil flach am Fossil anliegt, ist dem nicht so. Ich hoffe, dieses Bild kann das ein bißchen besser zeigen.

Das ist mein Willkommensgruß an den Herbst :-)

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Oldies but Goodies - Karneol

"In Physica, dem lateinisch abgefassten medizinischen Werk der heiligen Hildegard von Bingen, wird der Stein cornelius oder ähnlich genannt. Wie es dort heißt, wurde der Stein „wegen seiner Farbe nach der Kornelkirsche benannt“. In anderen Sprachen beginnt die Bezeichnung für Karneol meist mit corn, also einem o als zweitem Buchstaben. So geht nach dem New English Dictionary von 1893, der detailliert die Herkunft des Wortes behandelt, das heutige englische Wort cornelian für Karneol auf die mittelenglische  Bezeichnung corneline zurück, die ihrerseits vom altfranzösischen corneline stammt. Zum Teil werde es auf das lateinische Wort cornu = Horn zurückgeführt, weil die Farbe des Steins manchmal dem des Fingernagels gleiche, teils aber auch auf die rote Farbe der Kornelkirsche, die lateinisch cornum (Adjektiv: corneus) heißt. Im späten 15. Jahrhundert sei das Wort corneolus verfälscht worden zur carneolus, und zwar nach dem lateinischen Wort carneus = fleischfarben. Zwar gibt es im Englischen für den Schmuckstein auch die Bezeichnung carnelian (also wie im Deutschen a statt o). Die englischsprachige Chambers's Encyclopaedia von 1970 stellt aber hierzu unmissverständlich klar, dass es cornelian heißen muss: „Cornelian, ein Edelstein, oft fälschlicherweise carnelian genannt, ist ...“. " 
Hm. Danke, Wikipedia. Man lernt nie aus, nicht wahr?
Was ich aber weiß ist, daß das warme Orangerot von Karneol an so viele Dinge erinnert. Ein warmes Feuer, Herbstblätter, Sonnenuntergänge ... was verbindet ihr mit Karneol?

Auf jeden Fall  geht es darum bei der neuesten Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge, die warmen Farben des Karneol (und anderen Steinen bei den gezeigten Stücken, aber ehrlich, hättet ihr das bemerkt? ;-)).


2 und 7 RioRita
3 und 4 MC Stoneworks
5 und 8 Cat's Wire

Freitag, 10. Juni 2016

Pack die Vorräte an - Ein Knopf??

Ich habe Knöpfe nie gemocht. Ich toleriere sie, aber wenn möglich vermeide ich sie. Okay, das ist nicht die ganze Wahrheit. Ich mochte nie Knöpfe an meiner Kleidung. Es gibt wunderschöne vintage Knöpfe, aber die, die mir beim Stöbern gefielen, waren mir immer zu teuer dafür, sie in meinen Vorratsschubladen verschwinden zu lassen.
Als ich also las, daß das Thema für eine Challenge im Mai "Knopf/Knöpfe benutzen" war, verkündete ich sofort, daß ich raus war. Ich bin ein Reißverschluß-Mädchen. Sorry, Leute. Nicht ein Knopf hier, den ich verwenden könnte, und mir war auch nicht danach, einen Knopf einzukaufen.

Der Mai ging vorüber und immer noch hatte kein Knopf meinen Pfad gekreuzt. Juni kam, und ich dachte nicht mehr darüber nach, die Challenge war ja ohnehin vorbei (obwohl wir Fristen ziemlich locker nehmen, wir waren alle schon mal zu spät dran). Bis gestern.
Ich spielte mit meiner Little BigShot-Linse herum und griff mir willkürlich Turmalinperlen aus der Muschel neben meinem Lichtzelt, in der auch ein paar Schweizer Münzen liegen. Ich habe nicht die leiseste Idee, woher die kamen. Ich habe noch weniger eine Idee bezüglich des nächsten Dings, das ich herausnahm. Tatsächlich weiß ich nicht mal, warum ich gerade das nahm.
Es war ein Knopf, und ich starrte ihn an, als hätte ich noch nie in meinem Leben einen Knopf gesehen.
Er war einer alten österreichischen Münze nachempfunden, 20 Kreuzer von 1926, und zeigte den Doppelkopf-Adler mit "GAL.LOD.IL.REX.A.A. 1826" auf der einen und  "HVN.BOH.LOMB.ET.VEN." auf der anderen Seite davon.

Das bedeutet Hungariae, Bohemiae, Lombardiae et Venetiae, Galiciae, Lodomeriae, Ilyriae, Rex A.A. = König von Ungarn, Böhmen, Lombardei und Venedig, Galizien, Lodomerien, Illyrien, Erzherzog von Österreich.

Einiges davon wußte ich selber, aber das andere mußte ich googlen (Lodomerien? - nie zuvor gehört).

Das ist kein Schatz, aber es war dennoch ein interessanter Fund und nochmal - wo kam das Ding überhaupt her?? Es ist schade, daß ich nicht herausfinden konnte, wann es produziert wurde, anstatt also über seine Vergangenheit nachzuhirnen, fing ich an, über seine Zukunft nachzudenken.
Ich hielt unterschiedliche Drahtfarben daran und beschloß, einen dunklen Kupferton für eine gehäkelte Fassung zu verwenden. Winzige orangene Karneolperlen für ein bißchen Farbe. Und zu guter Letzt eine bronzefarbene Kugelkette, um die Messingfarbe des Knopfes aufzugreifen.

Voilà!

Freitag, 24. Mai 2013

Orange. Orange? Hm.

Wir hatten eine Abstimmung. Wir beschlossen, mit einer Farbe zu arbeiten, wir haben darüber abgestimmt ... und es wurde orange. Orange ist nicht meine Lieblingsfarbe, wahrscheinlich weil ich das Gefühl habe, daß sie mich krank aussehen läßt. Andererseits denke ich das auch über Gelb, und ich habe Gelb immer geliebt. Als ich ein Kind war, war mein gelber Buntstift bei weitem der kürzeste, weil ich es liebte, Sonnen mit vielen langen und kurzen Strahlen und lächelnden Gesichtern zu malen.

Ihr wißt das noch nicht, aber das war eine sehr clevere Überleitung zum JAC Blog Carnival für diesen Monat. Nicht nur, daß ich die Herausforderung erwähnt habe - etwas mit der Farbe Orange machen - sondern auch Sonnen.
Übrigens, auch wenn es keinerlei Einfluß auf diesen Post hat ... Buster hatte gerade eine Möhre als Nachmittagssnack. Möhren sind orange. Ich sag's nur.
Zurück zu den Sonnen.

Ich hatte die Wahl verschiedener orangener Perlen. Delicas und Rocailles in einer Sorte von überwältigendem Orange mit Silbereinzug, unregelmäßige Karneolperlen, und süße, winzige Karneolperlchen. 
Wie so oft, wenn ich noch gar keinen Plan habe, fing ich damit an, orangefarbene Perlen auf meinen Draht zu laden, machte die erste Schlaufe, dann ein paar Kettmaschen, und dann starrte ich das eine Weile an. Das ist der Teil, wenn Mabel übernimmt und dafür sorgt, daß etwas passiert. Wahrscheinlich war die Idee zunächst, einen Rand aus den orangenen Perlchen zu machen, aber nach ein paar Reihen nur aus Silber beschlossen sie, daß sie mehr Raum brauchten. Nach noch ein paar Reihen fing ich an, die Sonne zu sehen, und an diesem Punkt schnitt ich dann den Draht ab und fügte noch roten Karneol hinzu, um dem ganzen einen Anflag von Farbschattierung zu geben.
Zum Schluß mußte da einfach noch was in der Mitte baumeln. Ich suchte die Perle mit dem schönsten Farbmuster aus.

Ein orangefarbener Halsreif, der perfekt zu den Perlen paßt, macht die Halskette komplett.

Voilà, das war gar nicht so schwer, wie ich zuerst gedacht hatte. Hier, bitte schön. Orange.



Hier sind die Links zu den anderen Posts, mehr kommen dazu, sobald ich sie habe:
N Valentine Studio
Jewelry Art by Dawn 
Ponder the Cat

Freitag, 27. Mai 2011

Jäger des verlorenen Lagers

Ich altere rapide. Da und da tut es weh, Gehirnzellen nehmen minütlich ab, und laßt uns gar nicht mal über den Drang sprechen, jungen Leuten zu erzählen, wieviel besser die alten Zeiten waren, als wir noch Winter mit drei Metern Schnee und das drei Monate lang hatten und Kuchen aus Wasser und Sand aßen, weil wir kein Mehl und Eier hatten. Ich nehme an, das macht die Zeit mit einem. Jedenfalls manchmal. Ich bin nicht sicher, denn ich habe gerade wieder eine Gehirnzelle verloren, wißt ihr.

Und doch ist da noch ein bißchen Abenteuerlust in diesem alten Körper übrig. Folgt mir, wenn ihr den Mut habt. Wir begegnen vielleicht Spinnweben und wilden Tieren mit großen Fangzähnen und scharfen Krallen. Wir tauchen in Tiefen hinunter, die kein Mensch seit, na sagen wir Monaten gesehen hat. Der Schatz, der am Ende der Straße auf uns wartet, wird das allerdings wert sein.
Könnt ihr ihn sehen? Lila, braun, grün, rot, schwarz und weiß! Ja, ich habe Steine und Perlen in meinem Reisetäschchen gefunden, die ich total vergessen hatte. Es ist nett, Sachen zu finden. Als nächstes werde ich mal meine Bücher durchgehen, in der Hoffnung auf ein paar hübsche, frische Banknoten.

Natürlich mußte ich aus diesem Schatz etwas machen, bevor mein Gehirn noch mehr den Bach runtergeht und ich ihn wieder vergesse! Keine Sorgen, die Perlen sind nicht mehr im Reisetäschchen, das ist schon mal ein Fortschritt ;-)
Hier ist sie also nun, eine wunderschöne Perle, umgeben von rotem Karneol, jetzt in meinem Zibbet-Shop.