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Samstag, 25. Januar 2025

Einfach nur so Samstag - Kochbücher, Teil 1

Ich habe wahrscheinlich schon das ein oder andere Mal erwähnt, daß ich keine große Köchin bin. Das heißt nicht, daß ich gar nicht koche oder daß ich überhaupt nicht kochen kann, aber ich hatte nur selten die Leidenschaft oder die Geduld für aufwendige Rezepte, und um ehrlich zu sein, ist es dieser Tage noch schwieriger, weil ich nicht zu lang stehen kann und außerdem nicht recht einsehe, nur für mich selber groß zu kochen.

Vor ein paar Tagen hat eine Freundin erwähnt, daß sie viele Kochbücher hat, sie aber wegen Onlinerezepten gar nicht mehr benutzt.
Dabei mußte ich an meine eigenen Kochbücher denken. Ja, ich habe eine ganze Reihe von Kochbüchern, alt-vintage und neu-vintage. Nein, ehrlich, das ergibt Sinn. Ich habe vintage Kochbücher auf Flohmärkten oder online gekauft und ich habe vor neue Kochbücher vor so langer Zeit gekauft, daß sie inzwischen ebenfalls vintage sind
😉 jedenfalls die meisten davon.

Ich erinnere mich, als wir eine neue Küche bekamen. Die Beraterin zeigte uns einen Hängeschrank für Kochbücher, sehr unbequem für mich zu benutzen, weil ich einen Schemel gebraucht hätte, um ihn zu öffnen und schließen. Ich meinte, ich würde ein offenes Regal bevorzugen, und sie sagte, so würden aber die Kochbücher nicht fettig werden. Sie war so überrascht, als ich sagte, daß das meiner Meinung nach okay für Kochbücher wäre, wenn sie benutzt würden. Sie war noch überraschter, als sie hörte, daß ich Bibliothekarin bin, aber daran gewöhnt, wie Lehrbücher nach langer Nutzung aussehen, kann mich ein bißchen Fett nicht schockieren.
Tatsächlich sind die Kochbücher in meiner Küche nicht sehr fettig, sie werde eher obendrauf staubig, weil ich sie kaum benutze. Manche davon sind noch nie benutzt worden, außer daß ich vielleicht mal Rezepte angeschaut und gedacht habe, wie nett sie aussehen.
Im Moment benötige ich den Platz, den sie einnehmen nicht, und sie passen einfach gut in die Küche.

Natürlich sind dort nur die, die "neu-vintage" oder jünger sind, nicht die wirklich alten.
Ich habe mir gedacht, ich könnte immer mal eines meiner vintage Bücher mit euch teilen, das habe ich noch nicht so oft auf dem Blog gemacht. Ich fürchte jedoch, es wird komplett theoretisch bleiben. Obwohl mir der Gedanke gefällt, ein paar der alten Rezepte auszuprobieren, ist mir sehr klar, daß das wahrscheinlich nicht passieren wird. Man muß ja realistisch bleiben.

Heute habe ich euch "Die fleischlose Küche für Gesunde und Kranke" von Küchenmeister Kurt Klein mitgebracht.


An der Frakturschrift (die ja nicht mehr alle lesen können, vor allem ohne Übung) könnt ihr vielleicht schon erkennen, daß dies ein altes Buch ist - und an den Stockflecken, zum Glück riecht das Buch aber nicht unangenehm - und obwohl kein Erscheinungsjahr drinsteht, zeigt uns eine Widmung vorne drin, daß Walter G. es "zum steten Andenken" im Mai 1937 von seiner Mutter bekommen hat. Ich frage mich, ob er wohl einfach am Kochen interessiert war oder ob er Vegetarier war oder sein wollte und ob er zu der Zeit daheim auszog.


Dieses Buch wäre ein guter Anfang gewesen, es umfaßt nämlich 769 Rezepte, Getränke eingeschlossen (manche länger, manche nur zwei, drei Sätze lang, zum Beispiel das für Zitronenlimonade)! Ich habe sogar online ein paar Empfehlungen für dieses Buch gefunden, die noch nicht mal zehn Jahre alt sind.

Vegetarismus ist nichts Neues.
Ich muß aber zugeben, daß mir nicht klar gewesen war, wann damit angefangen wurde, Veggie-Fleisch, -Wurst und -Käse zu machen. Jetzt gibt es so viele Firmen, die auf den Trend aufspringen. Als ich in den späten 80ern aufhörte, Fleisch zu essen, war davon nichts in Sicht. Es war schwierig, in Restaurants, etwas Vegetarisches zu bekommen, und ist es manchmal jetzt noch.
Ich erinnere mich an meinen ersten USA-Besuch, wie mir einmal der Kellner sagte, er könne mir vegetarisch nur einen Krabbencocktail anbieten, und verwirrt war, weil ich höflich ablehnte, und wie mir in einem Diner der Kellner sagte, sie könnten mir gerne einen Gemüseteller improvisieren, wenn das in Ordnung für mich wäre, und der dann so gut war, daß er die anderen neidisch machte.
Im Klein-Buch gibt es eine Anzeige für "Pflanzenfleisch" von De-Vau-Ge, einer Firma, die heute noch existiert. Beim Durchblättern habe ich gesehen, daß manche ihrer Produkte in den Rezepten im Buch verwendet werden, nicht nur Veggie-Fleisch usw., sondern auch Granolamüsli und andere Getreideprodukte.


Ich dachte, ich wähle einfach mal willkürlich ein Rezept aus und teile es mit euch. Eine Sekunde .... tipp .... Rezept 292 "Kartoffelkruspeln". Ich kenne das Wort nicht mal, aber es scheint, daß "Kruspeln" ein österreichisches Wort für "Knorpel" ist, hier im Sinne von "knusprig" benutzt. Falls ihr jetzt schon einen Verdacht habt, liegt ihr vielleicht richtig. Dies ist ein Rezept für Kartoffelkroketten (vom französischen Wort "croquer" = "krachen".
- 1 kg Kartoffeln - schälen, waschen, weichkochen und durch ein Sieb streichen
- 3 Eigelb, 100 g Butter, Salz und etwas geriebene Muskatnuß hinzufügen
- kleine Kugeln oder Würstchen rollen, mit Ei und Brotkrümeln oder Granola (grießförmig) panieren und 3 bis 4 Minuten lang im tiefen Fett ausbacken

Ja, ich hätte mir auch etwas Exotischeres gewünscht, aber so ist das eben mit der willkürlichen Wahl. Vielleicht haben wir ja mit dem nächsten Kochbuch mehr Glück.

Samstag, 10. Dezember 2022

Schoko-Marzipan-Taler - Das zehnte Türchen


Sie sind üppig, lecker und tödlich - gefüllte Schoko-Marzipan-Taler. Man kann nicht viele davon auf einen Rutsch essen, aber das ist wahrscheinlich gut so.
Obwohl sie nicht schwierig zu machen sind, wie man mir gesagt hat, sind sie doch zeitaufwendig und machen etwas Mühe. Ich habe schon früher erwähnt, daß ich die Bäckergene, die in der Famile vorhanden sind, nicht abbekommen habe, also freue ich mich immer, daß meine Schwester sie zu Weihnachten macht.


Hier ist das Rezept:

Zutaten für den Teig
- 200 g Weizenmehl
- 75 g Speisestärke
- 50 g gemahlene Mandeln
- 100 g Zucker
- 1 Ei
- 200 g Butter (kalt)

Zutaten für die Füllung
- 100 g Kuvertüre (Zartbitter)
- 100 g Marzipanrohmasse
- 100 g Butter (weich)

Zutaten für die Dekoration
- 200 g Kuvertüre (das kann Vollmilch oder Zartbitter sein, und man kann außerdem noch weiße Schokolade dazunehmen, aber sie sind mit nur einer Sorte genauso gut)

Mehl mit Speisestärke, Mandeln und Zucker vermengen, das Ei und kalte Butter in Flöckchen dazugeben. Alles zusammen zu einem geschmeidigen Teig verkneten, in Frischhaltefolie wickeln und eine Stunde lang kühl stellen.

Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche 0,5 cm dick ausrollen und runde 5 cm große Plätzchen ausstechen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und im vorgeheizten Backofen bei 200 °C 8 - 10 Minuten backen. Sofort vom Blech nehmen und gut auskühlen lassen.

Für die Füllung die Kuvertüre in kleine Stückchen schneiden und schmelzen, dann auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Marzipan fein raspeln und mit der weichen Butter cremig aufschlagen. Die flüssige Kuvertüre hinzufügen und gut verrühren. Auf die Hälfte der Kekse je einen Klecks Füllung geben, einen weiteren Keks aufsetzen und leicht andrücken. Gut trocknen lassen.

Die Kuvertüre für die Dekoration schmelzen, natürlich separat, falls man verschiedene Sorten benutzt. Plätzchen jeweils mit einer Hälfte in Kuvertüre eintauchen, auf ein Kuchengitter oder Folie legen und gut trocknen lassen.
Hat man auch weiße Kuvertüre, kann man nun die Plätzchen noch damit verzieren.

Falls ihr das Rezept ausprobiert, laßt man doch wissen, wie sie euch schmecken!


Ich habe dieses Rezept auch auf verschiedenen Seiten gefunden, manchmal mit nur 175 g Butter. Das, das meine Schwester benutzt, kam aus einer alten Werbebroschüre, die in ihre persönliche Rezeptsammlung gewandert ist.

Freitag, 7. Dezember 2012

Gas-Koch- und Backrezeptkalender oder Das siebte Türchen


Ich habe euch diesen Kalender schon im März vorgestellt, allerdings damals die Ausgabe von 1952. Da das Rezept für heute Rehrücken war (an einem gewöhnlichen Montag (damals, nicht heute)??), beschloß ich, stattdessen mal in der 1958er Ausgabe nachzuschlagen.
Ananasmakrönchen - na, wie hört sich das an?

Die Zutaten sind:
3 Eiweiß
375 g Mandeln
3 Scheiben Ananas aus der Dose
250 g Zucker
1 EL Ananassaft
50 g kandierte Ananas

Für den Guß:
4 EL Ananassaft, 250 g Staubzucker

Das Eiweiß wird zu festem Schnee geschlagen. Man fügt zunächst die geschälten, geriebenen Mandeln und die sehr kleingewürfelten Ananasscheiben hinzu, dann den Zucker und Ananassaft. Aus diesem Teig werden Makrönchen geformt und zum Antrocken auf ein mit Mehl bestäubtes Backblech gelegt. Nach einigen Stunden wird das Blech zur Mitte in den Gasbackofen geschoben und bei Reglerstellung 2 oder tropfengroßer Flamme (das gefällt mir besonders gut ;-)) 20 Min. gebacken (das entspricht beim Elektroherd etwa 180° C, beim Umluftherd 160° C, ich habe extra für euch nachgeschlagen). Man überzieht die Makrönchen mit Ananasguß und verziert mit kandierter Ananas.

Ok, wer macht sie jetzt für mich?

Das Bild des 1958er Kalenders ;-)

Samstag, 31. März 2012

Gas-Koch- und Backrezeptkalender

Man muß es ihm lassen. Er ist gut darin, Sachen zu finden, die ich mag. Heute schlug in unserem Briefkasten der "Gas-Koch- und Backrezeptkalender 1952" auf.
Ihr wißt nicht, was ihr kochen sollt? Verzweifelt nicht, euer Kalender, präsentiert von den Hamburger Gaswerken, hat für euch darüber nachgedacht - naja, nicht der Kalender selber, aber ein paar schlaue Leute mit Gasherd, nehme ich an - und bietet euch ein Rezept für jeden Tag des Jahres. Das macht das Planen doch wirklich einfach.


Und das ist, was ihr kriegt:
Sonntag ......... Fleischgerichte
Montag .......... Einfaches für alle Tage
Dienstag ........ Abendbrot oder Vorspeisen
Mittwoch ....... Gemüse vielseitig zubereitet
Donnerstag .... Süße Nachspeisen
Freitag ........... Fisch, pikant und abwechslungsreich
Sonnabend ..... Kuchen, Kleingebäck und Torten

Die 30. Woche enthält nur Einmachrezepte und die 51. Woche ausschließlich Weihnachtsbäckerei. Mensch, die haben wirklich an alles gedacht, was?

Und natürlich bekommt man diese niedlichen Bilder mit den lustigen kleinen Sprüchen, damit man den Kalender auch aufhängen kann, ohne nur Rezepte anschauen zu müssen. Ihr denkt, das wär's? Falsch. Von Zeit zu Zeit gibt es auch noch kleine Geschichten hintendrauf.
 
Wenn ihr meint, ich sei ironisch, habt ihr euch wieder getäuscht. Ich liebe solche Dinge, und das erste, was ich gemacht habe, war das Rezept für meinen Geburtstag nachzuschlagen (den Tag, ich war 1952 noch nicht geboren, obwohl ich gern und häufig die Alterskarte ausspiele).
"Spanische Sandwiches", irgendjemand?



Wow. Jetzt habe ich so ein richtiges Fifties-Feeling. Zu dumm, daß ich keine Sardellen esse, aber wie immer, falls jemand von euch das ausprobieren will, laßt mich wissen, wie es geworden ist! ;-)