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Dienstag, 19. Mai 2026

Katzen, Katzen, Katzen und noch mehr Katzen - Teil 4

Vor über einem halben Jahr habe ich geschrieben, daß ich noch nicht fertig damit sei, euch Katzen und noch mehr Katzen zu zeigen, die es bei mir gibt.
Wenn ihr Interesse habt, könnt ihr Teil 1 bis 3 hier, hier und hier finden. Darin schrieb ich "Ich habe so einige hier bei mir, manche, weil ich mich selber in sie verliebt habe, andere, weil Leute aus irgendeinem sonderbaren Grund denken, daß ich Katzen mag und mir im Laufe der Jahre eine Menge Stücke geschenkt haben. Echt seltsam, ich weiß. Warum sollten sie so etwas nur denken? 😂"

Fangen wir mit einer winzigen an. Eine Onlinefreundin hatte mir ein Überraschungspaket geschickt und unter anderem war darin eine süße kleine Glaskatze.
Der allererste Miniaturkorb, den ich 2010 aus Draht gehäkelt habe, enthielt eine kleine schwarze Fimokatze und dazu farbigen Draht, den ich lose hineingestopft hatte, um Wolle zu imitieren. Ich dachte, ich hätte noch ein Bild davon, aber das ist wahrscheinlich auch an einem "sicheren Platz" ... auf jeden Fall war es meine erste Fimokatze, ein bißchen gruselig aussehend, weil ich damals noch richtig schlecht darin war, und auch meine Körbchen sind danach sehr viel besser geworden. Also ist dieser einzelne Ohrring quasi eine Hommage an meine (äußerst bescheidenen) Anfänge.
Ich habe seither nach ähnlichen Glaskatzen gesucht, aber nie eine gefunden, mit der es so gut gehen würde wie mit dieser (es ist keine Perle und ich benutze keinen Klebstoff, also muß sie ganz speziell gebaut sein, damit ich sie sicher befestigen kann).


Diese Süße mit den Funkelaugen war ein Geschenk, ich muß jedoch zugeben, daß ich mir nicht sicher bin von wem. Sie ist ziemlich schwer, also denke ich, sie wäre besser als Taschenanhänger geeignet.



Bikkys Druck war schon mal auf meinem Blog, aber ich liebe ihn so sehr, daß ich ihn nochmal zeigen möchte. Bikkys Modell für ihre digitalen Bilder ist ihre eigene Katze Broccoli, die dem Shop auch den Namen gab - "Broccoli Cat Art".
Eine Katze auf einem Buch, die einen Teddy hält, könnte es noch perfekter für mich sein?


Als Kind hatte ich eins dieser Tiere, die in sich zusammenfielen, wenn man die mit dem Daumen auf die versteckte Feder drückte, ich kann mich allerdings nicht erinnern was für eins. Ich mußte nachschauen, wie sie genannt werden - ein Name dafür ist Drücktiere.
Ein Schweizer Spielzeughersteller hat sie erfunden (manche Quellen schreiben 1926, andere 1932) und nannte seine Firma Wakouwa, nach den ersten Buchstaben seines Namens 
Walter Kourt Walls. Ursprünglich waren sie aus Holz, aber bald begannen auch andere Firmen mit der Herstellung und es wurde auch Plastik benutzt.
Hier ist meine (namenlose) Katze.


Die letzten zwei sind aus dem MUTTS-Universum und Neuzugänge.
Mir ist gerade aufgefallen, daß ich hier noch nie wirklich über Cartoons gesprochen habe. Ich liebe Cartoons und Comicstrips und sage gern, daß die Zeichner, denen ich folge und die ihre Arbeit so großzügig öffentlich teilen (ich wünschte, ich könnte sie alle unterstützen), dabei helfen, in diesen Zeiten nicht durchzudrehen.
Es gibt die zeitlosen, die bizaaren, die geistreichen, die schlauen, die satirischen, die albernen, die gruseligen und so weiter (obwohl Cartoons und Comics natürlich mehr als eins davon sein können) - und wenn ich MUTTS in nur einem Wort beschreiben sollte, wäre das "warmherzig".
Patrick McDonnell hat MUTTS 1994 begonnen, er erzählt darin die alltäglichen Abenteuer von Earl dem Hund (der auf seinem eigenen Hund basiert), Mooch dem Kater und den Tieren und Menschen um sie herum.
Auf der Website heißt es "Mitgefühl für alle Lebewesen steht im Mittelpunkt von MUTTS. Während ihrer Abenteuer freunden sich Mooch and Earl mit einer entzückenden Reihe von Lebewesen an, darunter Haustiere aus der Nachbarschaft und ihre Beschützer, Wildtiere, adoptierbare Tierheimtiere und Tierretter, Tiere auf Gnadenhöfen und mehr."
Die Geschichten bringen mich zum Lächeln, Lachen und manchmal zum Weinen, wie zum Beispiel die Geschichte von Guard Dog oder die Appelle von Shtinky Puddin', dem Kätzchen, "das sich leidenschaftlich um den Schutz von bedrohten Tieren sorgt".
Dieser Magnet von Shtinky, wie er in den Nachthimmel schaut, ist jetzt an meinem Kühlschrank.

"Hoffnungsvoller Blick in die Sterne"

Dann war da dieser Comicstrip.
Als ich im Shop nachschaute, konnte ich ihn nicht als Druck finden. Also kontaktiere ich das Team auf den sozialen Medien. Sie sagten, sie würden eine Anfrage an das Designteam machen, um ihn passend für einen Druck zu machen, kurz danach wurde bestätigt, daß er verfügbar gemacht werden würde, und das war er dann auch ein paar Wochen später.
Er ist erst vor ein paar Tagen angekommen - viel schneller jedoch, als ich erwartet hatte - deshalb habe ich noch keinen Rahmen dafür ausgesucht, aber ich mußte ihn euch einfach zeigen.

Aus persönlichen Gründen, die ich nicht ausführen möchte, geht mir dieser Strip in mehr als einer Weise sehr nahe, darum war ich sehr froh, daß sie das gemacht haben.
"An manchen Tagen hältst du deine Katze. An manchen Tagen hält deine Katze dich."
 💕


Ihr könnt MUTTS auf der eigenen Website finden, auf Instagram oder Facebook, ihr könnt auch einen täglichen Comicstrip abonnieren (ich habe nicht viele Mailabos, aber das hier mußte sein).
Ich sollte noch anmerken, daß ich in keiner Weise mit ihnen verbunden bin, ich bin einfach nur ein Riesenfan, und wenn ihr Tiere liebt und die Comics noch nicht kennt, solltet ihr vielleicht auch mal reinschauen.
Außerdem habe ich wie gewöhnlich vorher gefragt, ob es okay ist, wenn ich das teile.


Eine kleine Warnung zum Schluß, es wird auf jeden Fall einen Teil 5 geben.

Mittwoch, 26. März 2025

Nostalgie - PEZ

Vor einigen Jahren, als ich noch die "Fundstücke der Woche"-Posts machte, hatte ich ein paar, "Ich bin eine Sammlerin" genannt, in denen ich Vintagestücke zeigte.
Im Laufe der Zeit sind meine Sammlungen zum größten Teil nicht mehr gewachsen, aus unterschiedlichen Gründen, aber sie sind noch da und immer noch geliebt. Ich habe auch Vintagestücke, manche geerbt, manche geschenkt, manche von Flohmärkten, manche interessanter als andere.
Ich dachte also, es könnte Spaß machen, immer mal wieder welche davon zu zeigen und ihre Geschichte zu erzählen.

Kürzlich hatte eine Freundin auf Facebook geteilt, daß PEZ als Alternative zum Rauchen erfunden wurde. Inzwischen habt ihr vielleicht gemerkt, daß ich einer guten Trivia-Geschichte nicht widerstehen kann, also mußte ich das natürlich sofort überprüfen. Es ist wahr.


Dachte Ponder, die PEZ-Lady zeigt zur Decke?

PEZ versetzt mich in meine Kindheit zurück - wieder einmal, tut mir leid, aber darum ist das ja auch ein Nostalgiepost und nicht einer für den "Einfach nur so Samstag" - um genau zu sein, zum "TOTO-Laden", den wir kurz Toto nannten.
Ich wuchs in einer Wohngegend auf, die dennoch (fast) alles hatte, was man so brauchte. Zwei Kneipen, einen Einkaufsladen, ein kleines Café, eine Bäckerei, zwei Metzgereien, ein Schuhmacher, eine Apotheke, zwei verschiedene Banken, einen kleinen Laden mit Büroartikeln, eine Reinigung, zwei Läden mit Autozubehör (sie gehörten zusammen und hatten auch andere Sache wie zum Beispiel Zierklebeband), ein Spielplatz und der "Totoladen", so genannt, weil man dort nicht nur lose Süßigkeiten und Wundertüten (Überraschungstüten mit Kaugummi und kleinen Figürchen), Zeitungen, Zeitschriften, Zigaretten und Büroartikel bekam, es war auch eine Toto-Lotto-Agentur. Draußen an der Wand hingen ein Kaugummi- und ein PEZ-Automat.
Ich liebte Automaten, aber auch Kaugummiautomaten, in denen eine Mischung aus Kaugumi (den ich nie mochte) und kleinen Spielzeugen war, und es war wahrscheinlich gut, daß ich nicht viel Geld zur Verfügung hatte. Dennoch war es eine schwere Wahl zwischen dem PEZ-Automaten oder dem Versuch, eines von den Minifeuerzeugen oder ein billiges Ringlein aus dem Kaugummiautomaten zu bekommen.

Also dann, PEZ.
Der Name PEZ ist eine Abkürzung des Wortes "PfeffErminZ", es handelt sich um eine österreichische Marke. Eduard Haas III. erfand das Pfefferminzbonbon als gesunde Alternative zum Rauchen. Ursprünglich waren die Bonbons rund, das änderte sich aber schnell zur gepreßten Ziegelform. Sie kamen in kleinen Döschen, aber Haas wollte die elegante Gesellschaft ansprechen und suchte darum nach einem ebenso eleganten Weg, an die Bonbons zu kommen.
Also erfand der Ingenier Oskar Uxa den ersten PEZ-Spender, der einem schlanken goldenen Feuerzeug ähnelte, dann folgten die regulären Spender in bunten Farben. Ab 1955 erschienen die ersten Sonderformen - wie zum Beispiel Raumpistolen - und die ersten Spender bekamen einen Kopf.
Man kann Designs nach dem Jahr sortiert im "PEZ dispenser archive" anschauen.

In den späten 50ern kam Haas auf die Idee der PEZ Ladies
als Marketingstrategie, junge Damen, die in PEZ-Uniformen mit einem Pillboxhütchen gekleidet waren, in PEZ-Autos herumfuhren und kostenlose Proben verteilten.
Der Graphiker Gerhard Brause entwarf die Werbefigur, in Anlehnung an den Stil der US Pin-ups und in ein Pagenkostüm gekleidet, für die Nutzung auf Schildern, Verkaufsautomaten, Plakaten usw. wie auch den folgenden Replikastücken.






Der PEZ-Seite zufolge gab es in Deutschland und Österreich von den 50ern bis zu den 80ern 36000 Automaten - einer davon in unserer Gegend.
Nun muß ich ein Geständnis ablegen. Ich war nie eine große Freundin von PEZ, es gab Süßigkeiten, die ich wesentlich lieber mochte, aber ich war ein Riesenfan der Automaten oder vintage Verkaufsautomaten im allgemeinen.
Ich habe zwar nur drei Spender, von denen ich zwei in einem amerikanischen Trödelladen gekauft habe (und von denen einer verschwunden ist, ihr könnt euch denken, wem ich dafür die Schuld gebe, er ist klein und haarig), der andere war ein Geschenk, aber ich habe außerdem diese abgenutzte kleine Schönheit mit einer moderneren PEZ-Lady, wahrscheinlich aus den 70ern oder 80ern.


An den Automaten mußten Änderungen vorgenommen werden, als die Preise erhöht wurden und man drei statt zwei Münzen einwerfen mußte, weil der Auffangteil, wo die Münzen gesammelt wurden, größer sein mußte.
Wie ihr sehen könnt wurden die "2x10pf" weggekratzt und ein neuer Einwurf angebracht, auf dem "3x10 PF" eingeprägt war.


Nicht alle Automaten enthielten auch die gleichen Süßigkeiten.
Zum Beispiel sieht man auf dem Bild oben fünf Sorten, "Orange" und "Citron" (warum eigentlich nicht "Zitrone"?), das Pfefferminz, den Kaugummi, den Traubenzucker und die Tomby Sahnekaramellen.
Ich habe den gleichen Automaten mit fünf Sorten gesehen, wenn ihr euch aber die Auswahl bei meinem anschaut, seht ihr, daß man das Doppelpack "Orange/Citron", den Traubenzucker, ein Doppelpack Kaugummi und Spearmint-Kaugummi und das Tomby aussuchen kann. Kein Pfefferminz.
Dadurch sieht der Automat auch irgendwie asymmetrisch aus. Ich frage mich, wie das entschieden wurde. Oder hatte es mit dem größeren Auffangteil zu tun?


PEZ-Automaten verschwanden mit der Einführung des Euro.
Dieser hier waren mindestens bis 1991 in der freien Wildbahn. Ich weiß das, weil "Jürgen" und "Siggi" aus dem Städtchen Beselich beschlossen, das Datum von, tja, was auch immer zu markieren - ist Siggi ein Mädchen und sie fanden keinen Baum, in den sie ihre Namen hätten ritzen können oder war es einfach eine spontane Idee - vor fast exakt 34 Jahren!


Quellen:
1. Theresa Machemer: How PEZ Evolved From an Anti-Smoking Tool to a Beloved Collector's Item. Auf: Smithsonian Magazine - Innovation, December 15, 2020 (englisch)
2. PEZ internationale Seite - Kultiges
3. PEZ internationale Seite - Geschichte
4. PEZ internationale Seite - Presse