Es ist wieder Zeit für die Global Writing Challenge an jedem zweiten Donnerstag im Monat.
Meine
Posts werden etwas früher live gehen (um einen Zusammenstoß mit den
Stummfilmen zu vermeiden), wenn also die Posts der anderen noch nicht
live sein sollten, schaut bitte später nochmal vorbei.
Aktuell sind dabei: Deb’s World, Suzy Turner, Within a World of My Own, Once Upon a Time Happily Ever After, Marsha in the Middle, Coffee and Cocktails at the Casa und ich. Es macht Spaß zu erfahren, wie unterschiedlich alle das Thema interpretieren.
Ihr könnt mitspielen und bei unserem Link Up mitmachen!
Wenn das für euch zu kurzfristig ist, vielleicht nächstes Mal? Hier sind die Vorgaben für die kommenden Monate:
Oktober - Geburtstag
November - Aberglaube
Dezember - Warum bloggst du?
![]() |
| Foto von Trust "Tru" Katsande auf Unsplash |
Die Vorgabe für heute war "Poesie", ausgewählt von Marsha.
Oh, Marsha. Wenn man mich fragen würde, würde ich sagen, daß ich absolut keine poetische Ader habe. Ich habe selber nie ein Gedicht geschrieben, nicht mal schlechte als Teenager - es sei denn, ihr laßt die Gruppenarbeit in unserem Literaturkurs gelten - und das erste, was ich mit Gedichten assoziiere ist es, sie im Deutschunterricht aufzusagen, Limericks in der Englischstunde und natürlich die diversen Poesiealben in meinem Leben, die von anderen und mein eigenes.
Meine erste echte Begegnung mit Gedichten - von Kinderreimen mal abgesehen - war wahrscheinlich, als ich in den 70ern dieses Büchlein in der Tombola beim Gemeindefest gewann.
Pflichtbewußt las ich die Gedichte, alle 28 Beispiele von "großen deutschen Balladen" (acht davon von Goethe, war ja klar), denn das tut man, wenn man etwas gewinnt (ich habe auch die bunten Plastikeierbecher und -löffel benutzt, die ich beim selben Fest gewonnen habe), aber das einzige, das wirklich hängenblieb, war die Elfenballade "Erlkönig", vielleicht wegen des gruseligen Schlusses.
Gedichte in der Schule aufsagen und interpretieren zu müssen, machte sie nicht interessanter für mich. Ich muß gestehen, daß ich oft erst am Tag vorher damit anfing, sie auswendig zu lernen, was gewöhnlich auch gut klappte. Es passierte nur zwei Mal, daß ich mich schmerzhaft durch Gedichte stotterte, Goethes "Der Zauberlehrling" und Mörikes "Der Feuerreiter" (die tatsächlich beide in diesem Buch sind). Ist es nicht seltsam, wie ich mich immer noch daran erinnern kann, wie peinlich es war, aber nicht an die Noten, die ich bekam? Wahrscheinlich ist der Grund dafür, daß ich weiß, beides verdient zu haben, die Peinlichkeit aber schwerer wog.
In einem Jahr fragte ich meine Deutschlehrerin, was ich bekommen würde, wenn ich Schillers "Die Bürgschaft" aufsagen würde. Es war offensichtlich als Scherz in einer Unterhaltung gemeint, aber sie forderte die gesamte Klasse heraus, das für eine extra 1 zu tun (als kleinem Teil der mündlichen Note), und zu ihrer Überraschung tat es ungefähr ein Drittel der Klasse. Die Ballade hat 150 Zeilen und ich kann nur noch die ersten sieben.
Fragt mich ja nicht, wieviel ich noch von "Der Zauberlehrling" weiß!
Ich mag eine Menge klassische Musik, aber als ich noch Geige spielte (im 17. Jahrhundert) oder in Chören sang (bis ins späte 19. Jahrhundert, bevor mich eine Schilddrüsen-OP den größten Teil meines Stimmumfangs kostete), suchte ich aktiv danach und nun stolpere ich nur noch durch Zufall darüber.
Dasselbe ist es mit den Gedichten. Ich hasse nicht alle Gedichte, die unvermutet vor mir auftauchen, zum Beispiel auf den sozialen Medien oder als Teil eines Romans.
Heutzutage sind die einzigen Gedichte, die ich absichtlich lese, von Bill Bilston. Sie materialisierten sich dank einer Freundin, die sie auf Facebook teilte, und blieben hängen. Schaut euch seine Homepage (englisch) mit dem Newsletter an und ihr versteht wahrscheinlich warum.
Ich besitze sogar eins (bis jetzt) seiner Bücher. Welches das ist, wird euch ebenfalls nicht überraschen.
Was ist aber mit Songtexten?
Ich habe einen (englischen) Artikel von René Ostberg auf "Britannica" gefunden, der so endet "Die Debatte darüber, ob Lieder Gedichte sind (oder ob Gedichte Lieder sind), endet vielleicht niemals. Aber niemand kann leugnen, daß Poesie und Musik Kunstformen von universeller Kraft und Schönheit sind."
Wenn Lieder keine Gedichte sind, was heißt das dann für ein Gedicht, das zu einem Lied wurde? Wie zum Beispiel Franz Schuberts Vertonung von "Erlkönig"? Ist es noch ein Gedicht, weil es ein "Poet" geschrieben hat - und wie definieren wir Poet? Kann ein Musiker nicht auch ein Poet sein? Ihr dürft gern darüber diskutieren, aber denkt dabei daran, daß im Deutschen heutzutage eher das Wort "Lyriker" verwendet wird - lyrische Texte wurden zum Spiel einer Lyra gesungen. Und auf Englisch heißen Liedtexte "song lyrics".
Vielleicht habt ihr schon mal von der Musikreihe "Pop & Poesie" des Radiosenders SWR1 gehört, die es schon lang gibt. Man hört ein Lied und die deutsche Übersetzung. Ich habe das immer gehaßt, weil der Text über das Lied gesprochen wurde und ich doch das Lied hören wollte. Das Format wurde jedoch so populär, daß die Idee sich 2008 zu "Pop & Poesie in Concert" entwickelte. Schauspieler*innen tragen das Original und die deutschen Übersetzungen vor - im Sommer als Open Air - und dann spielt die Band den Song. Ein wichtiger Teil des Konzerts ist die Interaktion zwischen Moderator, Aufführenden und Publikum.
Ich hasse Menschenmengen, also war ich nie dort, aber ich kann mir vorstellen, daß man in diesem Format Liedtexte anders erfahren und fühlen kann - wie Poesie eben.
Es gibt auf jeden Fall Songtexte, die ich als solche ansehe, und glaubt mir, davon kenne ich viel mehr auswendig. Also habe ich vielleicht ja doch eine kleine poetische Ader.
Schauen wir jetzt mal, was uns die anderen (auf Englisch) zu erzählen haben.
Amy verwendet Poesie zum Spaß mit Freunden und Familien. Ihre Großmutter hat einen Gedichtband veröffentlicht und ihre Mutter schrieb jedes Jahr ein Weihnachtsgedicht für ihre Karten.
Suzy schreibt über darüber, wie sie aus Versehen zur veröffentlichten Poetin wurde, obwohl sie sich selber nie als "Poesie-Person" gesehen hatte!
Debbie blickt auf Posts von 2016 zurück, als sie mit Hilfe von Online-Magnet-Tiles Gedichte gemacht hat - es war Teil einer Phase, die sie durchmachte! Wer hätte gedacht, daß sich das zehn Jahre später als nützlich erweisen würde?
Sally erzählt von einigen ihrer liebsten amerikanischen Poeten und Gedichten.
Marsha schreibt über ihre beiden Lieblingsgedichte. Sie fragt sich, ob ihr überrascht sein werdet!
Die Vorgabe dieses Monats bereitete Leslie Probleme.
P.S. Ich habe ganz vergessen, daß ich auch noch ein paar von Heinz Erhardts Gedichten kann. Wer erinnert sich noch an ihn?


