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Dienstag, 30. Dezember 2014

Gedanken zum Jahresende


Wieder ist ein Jahr vorbei. Die Leute machen Vorsätze für das neue Jahr und denken über das alte nach.
Welche Erfahrungen habe ich gemacht? War es ein glückliches Jahr? Habe ich große Hoffnungen für das neue? Raus mit dir, 2014, ich hoffe, du wirst einen besseren Job machen, 2015?

Tatsächlich gehöre ich nicht zu ihnen. Ich habe es längst aufgegeben, Vorsätze zu machen, die mich nur frustrieren, wenn sie nicht hinhauen. Ich erinnere mich, als ich noch in der Schule war und den Vorsatz faßte, daß meine Schulhefte ab dem nächsten Jahr einwandfrei aussehen würden. Ich begann dieses Jahr mit einem dicken Tintenklecks und einem Schreibfehler auf der ersten Seite. Da beschloß ich, daß Vorsätze einfach nichts für mich sind.
Ich grüble das ganze Jahr hindurch zuviel nach und neige dazu, zu nostalgisch zu werden, also halte ich nichts von Grübeleien an nur einem Tag des Jahres. Ich möchte nicht "mein Jahr" auf Facebook sehen (es wären vermutlich Katzen- und Perlenbilder), und ich möchte nicht wirklich über alles, das geschehen ist, nachdenken, weil es da einige unglückliche Erinnerungen gibt.

Warum also, fragt ihr euch vielleicht, höre ich nicht auf, davon zu reden? Es ist Zeit für den Blog Carnival der Jewelry Artisans Community, darum, und jetzt sehe ich, daß ich nicht wirklich etwas zu sagen habe.

Laßt mich stattdessen Picmonkeys Vorsätze von ihrem Blog mit euch teilen.
Mein Favorit ist definitiv Nummer 1 ;-)

1. Lose Wait
Enough is enough. We’re getting rid of the whole concept of queues, delays, checkpoints, intermissions, pauses, hiatuses, suspensions, and stops.


Wartezeiten loswerden (bei "lose wait" handelt es sich natürlich um ein Wortspiel mit "lose weight" = abnehmen, was wohl ganz oben auf den Vorsatzlisten steht)
Genug ist genug. Wir werden das ganze Konzept von Schlangen, Verzögerungen, Kontrollstellen, Unterbrechungen, Pausen, Auszeiten, Verschiebungen und Haltepunkten los.

Schauen wir mal, was andere JAC-Mitglieder zu sagen haben!

Bead Sophisticate
Jewelry Art by Dawn 

Samstag, 4. Oktober 2014

Kreativität

Kürzlich schrieb meine Freundin, The Crafty Chimp, über "That Creative Gene". Sie erzählt uns, daß sie aus einer kreativen Familie kommt und ermuntert andere, auf die Suche nach ihrem kreativen Gen zu gehen.
Ihr Post brachte mich dazu, über meine eigene Kreativität nachzudenken. Gewöhnlich nehme ich sie einfach als selbstverständlich hin. Ich war keins der Kinder, die Makkaronibilder machten, ich habe ein Klebstofftrauma, wie ich bei jeder möglichen Gelegenheit betone, und wenn ich meine eigenen Kleider nähen müßte, würde man mich wahrscheinlich bald wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses festnehmen, wenn ich mich auf der Straße sehen lassen würde. Ich habe aber gar nicht so schlecht gestrickt, als ich das noch tat ... auch wenn ich nur mit dem Stricken angefangen habe, weil meine miesen Kritzeleien zuviel Papier verbrauchten.

Dann fand ich den Draht und die Perlen, die großen und schließlich die winzigen, mit einem kleinen Abenteuer hier und da wie Clay.

Nun frage ich mich, warum wir manche Dinge durchziehen und andere nicht.
Warum spricht es mich so an, meterweise Draht in ein Gebilde aus Maschen zu verwandeln, während ich das Häkeln mit Wolle gehaßt habe? Woher habe ich die Geduld dafür, winzige Perlen auf einem Webrahmen aneinanderzureihen, aber nicht dafür, das ohne Webrahmen zu tun? Warum kann ich mit bei stundenlangen Experimenten Draht verschwenden, im Wissen, daß das Projekt sehr wohl im Müll enden könnte, während ich nicht die Geduld dafür aufbringen kann, ein Videotutorial von dreißig Minuten anzuschauen?

Manchmal sagen mir Leute, ich sollte dies oder das machen, und wahrscheinlich denken sie, daß ich sehr stur bin, wenn ich es ignoriere (ja, ich bin stur, aber in anderen Dingen).
Warum fühle ich nicht den Drang, etwas auch nur auszuprobieren - Drahtwickeln, Perlenarbeiten ohne Webrahmen, Perlenstickerei, um nur ein paar der Dinge zu erwähnen, die zu versuchen für mich als natürlich angesehen werden könnten. Ich habe das meiste an Material da, ich könnte direkt loslegen und schauen, ob es etwas für mich ist, aber da ist noch so viel in meiner eigenen Richtung, was ich ausprobieren möchte, Muster stehen in meinem Perlenprogramm Schlange, Drahtideen kämpfen um das letzte bißchen Platz in meinem Hirn,  und dann ist da noch mein Bedürfnis, daß es für mich Spaß und Entspannung bleibt.

Letzte Nacht habe ich spontan all meine Muster und Ideen vergessen, stattdessen nahm ich eine Halskette, die ich von jemand aus einem früheren Leben als Geschenk bekommen und niemals getragen hatte, schnitt sie auseinander, und dann waren da nur noch mein Draht, mein Häkelhaken und die Steinperlen.
Ungefähr 145 cm später hatte ich eine neue Halskette und fühlte mich gut. Ich mag nicht die Antworten zu meinen Fragen haben, aber solange ich mich gut bei dem fühle, was ich mache, ist alles gut.


Die Kette wird irgendwann in meinem Shop sein, wenn ich besseres Licht für Bilder habe.

Sonntag, 5. Mai 2013

Gedanken - kreative Launen

Erinnert ihr euch an Mabel, meine Muse? Die Stimme in meinem Kopf, das Gefühl in meinen Fingern, die Dame, die mit einem Stock in mein Gehirn piekst, um plötzliche Abschweifungen zu verursachen?
Mabel, die manchmal ein einfaches Mädchen mit einem einfachen Geschmack ist, sich dann in eine elegante Lady verwandelt, die nach Edelsteinen und Silber verlangt, und anschließend einen nahtlosen Übergang zu einer dunklen Seele oder einem Geek macht.

Wovon ich spreche? Nun ja, ich sage oft, daß ich es mag, Dinge zu erforschen, und das ist wahr. Ich experimentiere gern, gehe neue Wege, ändere Muster mitten in einem Projekt. Wenn ich mir meine Arbeit so anschaue, frage ich mich, ob jemand, der mich nicht schon eine Weile kennt, imstande wäre zu sagen, daß das alles von mir ist.
Was sagt das über mich aus? Ist Mabel ein bißchen verrückt, und macht das mich ein bißchen verrückt?
Wenn ich, sagen wir mal eine Schüssel mache, und plötzlich möchte sie ein Oktopus werden, sollte ich dann wirklich nachgeben? Oder sollte ich die Schüssel erst fertigmachen und dann mit einem Oktopus anfangen? Hätte ich aber überhaupt noch Lust darauf, den Oktopus zu machen, nachdem ich die Schüssel fertig habe?
Ist es falsch, daß ich manchmal lieber dem Kichern folge? Ja, ich kichere tatsächlich, während ich manche Dinge mache, und ehrlich gesagt ist das auch ein gutes Gefühl.

Ich würde gern eure Gedanken dazu hören. Seid ihr immer ernsthaft mit euren Projekten? Fangt ihr etwas an und habt zum Schluß etwas völlig Anderes? Springen eure kreativen Launen wild durch die Gegend, oder versucht ihr sie im Zaum und in Ordnung zu halten, damit ihr immer die eine, die ihre gerade braucht, aus ihrer "Schublade im Kopf" holen könnt?

Ich zeige euch mal ein paar willkürlich ausgesuchte Stücke, die ich in letzter Zeit gemacht habe, um zu erklären, was ich meine.
Sie kommen alle von derselben Muse und denselben Händen, über ein paar Monate hinweg.




Keine Sorge, Cara trägt einen Häkelbody unter dem Strickkleid, auch wenn ihr das vielleicht nicht sofort seht.







Wißt ihr jetzt, was ich meine?