Donnerstag, 7. Mai 2026

Stummfilme - Brown of Harvard

Habt ihr euch vom Film von letzter Woche erholt?
Diese Woche präsentiere ich euch "Brown of Harvard" von 1926.


Zunächst die Handlung (mit Spoilern).

Hier haben wir Tom Brown. Er sieht gut aus und ist athletisch und seine Eltern sind stolz darauf, daß er nach Harvard geht.
Das erste, was Tom dort tut, ist, mit einer jungen Dame in einem Auto - Tochter eines Professoren - zu flirten-, das zweite ist, sich mit seinem Zimmergenossen Bob McAndrews (so heißt er in den Zwischentiteln, aber es gibt Seiten, auf denen er MacAndrew heißt, vielleicht war das der Name im Originalstück?) zu verkrachen, der genauso gut aussieht und athletisch ist, obendrein aber auch noch fleißig.


Stattdessen zieht Tom dann zu Jim Doolittle, der schüchtern und schwächlich ist. Tom verteidigt Jim den anderen im Wohnheim gegenüber und Jim macht ihn zu seinem Idol.

William Haines und Jack Pickford
als Tom und Jim

Tom trifft Mary wider und zwischen him und Bob entsteht ihretwegen eine Rivalität, die eskaliert, als Tom ihr einen Kuß aufzwingt.

Nein heißt nein!

Sie machen mit ihrer Rivalität im Sport weiter, als erstes beim Rudern. Tom ersetzt Bob nach einer Verletzung, versagt aber, nachdem er in der Nacht zuvor wegen Mary zuviel getrunken hat. Er beschließt, nach den Ferien nicht nach Harvard zurückzukehren, aber sein Vater überzeugt ihn davon zurückzugehen, wenn er Mary liebt (die alte "mach sie mürbe"-Taktik), und statt des Ruderns ins Footballteam zu gehen.

Am Tag des großen Spiels zwischen Harvard und Yale, liegt Jim mit einer Erkältung im Bett. Wegen eines Zeitungsartikels glaubt Tom, nicht im Team zu sein, aber nachdem er aufbricht, um seine Eltern abzuholen, ruft der Coach mit einem Ultimatum an - 20 Minuten oder Tom ist endgültig aus dem Team.
Natürlich rennt Jim in den starken Regen hinaus, um Tom zu holen, und er hängt sich sogar an die Straßenbahn, um sie stoppen, was ihn ins Krankenhaus bringt.

Während des Footballspiels verletzt sich Tom den Knöchel, aber sich ein anderer Spieler verletzt, geht er ins Spiel zurück und gewinnt 90 Yards, bevor er Bob den entscheidenden Touchdown überläßt. Nimm das, John Wayne! In der Tat war dies John Wayne's Filmdebüt als ein Yale-Footballspieler, er wurde nicht erwähnt und mir ist er nicht mal aufgefallen.



Als Tom ins Krankenhaus kommt, um Jim davon zu erzählen, kommt die Krankenschwester weinend aus dem Zimmer. Jim ist gestorben und Tom bricht zusammen. Aber zum Glück taucht Mary auf und kann ihn trösten.

Der Film endet damit, daß "The Dickey" (ein privater sozialer Club in Harvard) Tom als einen der besten Männer des Jahres zu einer Parade abholt, zusammen mit Bob.


Das ist der dritte "Brown of Harvard"-Film, der auf einem Broadwaystück von 1906 basiert.

Der Film war sehr populär und "half" Haines dabei, ständig in der Rolle des herumwitzelnden jungen Manns, der schließlich sein Leben in den Griff bekommt, besetzt zu werden, bis das Publikum dessen müde wurde.
Ich bin dessen schon nach einem Film müde.
Obwohl ich gern zugeben, daß Haines die Rolle gut gespielt hat, finde ich Tom unglaublich nervig, und da ich kein Sportfan bin, finde ich nicht, daß es ausreicht, ein Footballspiel zu gewinnen, egal wie wichtig, um alles verziehen zu bekommen. Er benimmt sich "hundsgemein einem sehr netten Mädchen gegenüber" (seine eigenen Worte an Jim), nicht nur einmal, sondern zweimal, und wenn er nicht bekommt, was er will, ist er wie ein Kleinkind, das einen Wutanfall bekommt. Ich habe die "Jungs sind halt Jungs"-Entschuldigung schon immer gehaßt.
Um ehrlich zu sein, für mich wäre es in Ordnung gewesen, wenn Bob und Mary zusammengekommen wären.

Wenn sie nicht mit mir zum Laden
zurückgeht, damit ich mehr Zeit mit ihr
verbringen kann, schmeiße ich einfach die
Eier, Marmelade und Milch kaputt, 
dann muß sie mit zurückgehen.

Haha, was für eine witzige Idee.
Nicht. Hat auch nicht geklappt.

Ich schätze, da ist noch die Tatsache, daß er Jim gegenüber recht freundlich und fürsorglich ist. Die Szene, in der er Salbe auf des kranken Jims Brust verreibt, ist echt nett. Die Szene, in der er von Jims Tod erfährt, ist dramatisch, aber meiner Meinung nach hat er da übertrieben.

Noch ein Grund, warum das kein Film für mich ist, ist das Footballspiel. Ich habe schon Sportfilme angeschaut, aber die Sportszenen dürfen nicht zu lang sein oder ich langweile mich. Außerdem bin ich kein Fan der "rah rah rah"-Atmosphäre.
Für andere mag das was sein, nun ja, war es ja offensichtlich und ist es auch jetzt noch, aber ich war von Tom schon zu sehr genervt.
Ich werde mich andere Filme mit Billy Haines anschauen, schauen wir mal, ob sie mir besser gefallen.

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