Der heutige Post hat mehr als ein Thema.
Fangen wir mit dem Schwibbogen oder Lichterbogen an, über den ich schon früher geschrieben habe.
Erstmal ein bißchen Geschichte, die ich diesem alten Blogpost entnommen habe.
Johann Teller, ein Bergschmied, der Ausrüstung für Minen im Erzgebirge herstellte, machte den ersten Schwibbogen im 18. Jahrhundert (Informationen zum genauen Jahr variieren). Seine Inspiration war der Grubeneingang und er machte ihn für die "Mettenschicht", eine alte Bergmannstradition der protestantischen Region. Das war die letzte Schicht vor Weihnachten, die mit einem einfachen Mahl und einer Feier beendet wurde.
Während frühe Bögen aus Eisen gefertigt waren, wurde Holz seit Anfang des 20. Jahrhunderts immer beliebter.
Ein berühmter Entwurf, den Paula Jordan in 1937 schuf, zeigte die Hauptverdienstquellen für die Menschen im Erzgebirge und traditionelle Symbole.
Designs verändert sich im Laufe der Jahre hin zu Stadt- oder Waldszenen und man kann alle möglichen Größen finden, kleine für das Fenster, aber auch riesige, die in Städten aufgestellt werden, wie dieser hier in Johanngeorgenstadt.
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| Bild von Hejkal auf Wikipedia (CC BY-SA 3.0) |
Als ich meinen eigenen Schwibbogen bekam, war das so eine Überraschung für mich. Meine Freundin hatte die Idee und ihr talentierter Ehemann machte ihn. Ist er nicht wunderschön und einfach perfekt für mich?
Er verschaffte mir außerdem die Gelegenheit zu einem meiner Lieblingsbilder vom Dekan, der den Bogen liebt (soll heißen, er nagt gern an den Baumspitzen, ich bin nur froh, daß sie so stabil sind).
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| Ich liebe dies so sehr, daß ich eine meiner Lieblings- cartoonistinnen - Lingvistov - damit beauftragte, eine Cartoonversion davon zu machen. |
Kommen wir nun zu einer weiteren Weihnachtstradition. Der folgende Film ist hier genauso sehr ein Teil von Weihnachten wie "Der kleine Lord". Schon früh kommt eine Liste mit Ausstrahlungsdaten heraus und obwohl es Leute gibt, die finden, er ist oft genug gezeigt worden, gibt es noch mehr Leute, für die es mindestens einmal im Jahr ein Muß ist, ihn anzuschauen - und dazu gehöre ich.
Ich spreche natürlich von "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" (tschechischer Titel "Tři oříšky pro Popelku") von 1973.
Der Film war eine Koproduktion zwischen der Tschechoslowakei und der DDR, die zu der Zeit beide für ihre schönen Märchenproduktionen bekannt waren.
Ursprünglich sollte ein Sommerfilm sein, aber wegen Produktionsangelegenheit wurde es zu Winter geändert, und obwohl Weihnachten nicht einmal erwähnt wird, machte ihn die Tatsache, daß er um die Feiertage herum ausgestrahlt wurde, in der Tschechoslowakei (später Tschechien), Deutschland, Norwegen (das 2021 seine eigene Version davon machte), aber auch in anderen Ländern zum Weihnachtsklassiker.
Die Geschichte des Films - vom Drehbuch über die Schauspieler*innen bis hin zu Stunts, dem Set oder den Kostümen - ist übrigens genauso interessant.
Was ist nun anders an diesem Aschenbrödel? Ich greife hier mal auf einen meiner alten "Zitat der Woche"-Posts zurück.
Nun, dieses Aschenbrödel ist ein ziemlicher Wildfang. Sie liebt es, ihr Pferd Nikolaus zu reiten, wenn sie von ihrer gemeinen Stiefmutter und der Stiefschwester wegkommt, sie klettert auf Bäume, sie ist eine ausgezeichnete Bogenschützin.
Jeden Winter reisen der König, die Königin und ihr Sohn zu ihrem Schloß und legen beim Hof der Stiefmutter eine Rast ein, eine Chance, die sie wahrnimmt, um für ihre Tochter und sich eine Einladung zum Ball zu ergattern.
Der Prinz und seine Freunde tun ihr Bestes, jeglicher Verantwortung aus dem Weg zu gehen, was den König zu dem Entschluß veranlaßt, daß der Prinz sich eine Braut erwählen soll, sehr zu dessen Verdruß.
Bei ihren Fluchten in die Natur treffen die jungen Männer Aschenbrödel, einmal als das junge, mit Asche bedeckte Mädchen, einmal bei einer Jagd, die sie gewinnt, indem sie einen Zapfen von einem Baum schießt, wobei sie ein Outfit trägt, das sie in der ersten von drei Zauberhaselnüssen gefunden hat. Sie läßt sich vom Prinz nicht einschüchtern, sondern setzt sich durch, was ihn beeindruckt (er bemerkt allerdings nicht, daß es beide Male sie ist).
Von der zweiten Haselnuß bekommt sie ein schönes Kleid, in dem sie am Ball teilnimmt, hinter einem Schleier versteckt. Der Prinz ist hingerissen, aber sie will seinen Antrag nicht annehmen, bevor er ihr Rätsel gelöst hat.
"Die Wangen sind mit Asche beschmutzt, aber der Schornsteinfeger ist es nicht. Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht. ... Zum dritten, ein silbergewirktes Kleid mit Schleppe zum Ball, aber eine Prinzessin ist es nicht, mein holder Herr."
Der Prinz hat keine Ahnung und Cinderella läuft davon. Sie verliert ihren Schuh auf der Treppe, nun, ich denke, ihr wißt, wie die Geschichte ausgeht.
Dieser Teil des Films wurde auf Schloß Moritzburg in Sachsen gedreht.
Nun laßt mich die Geschichten des Schwibbogen und Aschenbrödel miteinander verbinden.
Meine Freundin meinte, sie würde gern vorbeikommen, um mein Weihnachtsgeschenk früh und persönlich abzugeben, weil es zu unsicher war, es per Post zu verschicken.
Nachdem ich sichergestellt hatte, daß es sich nicht um ein Kätzchen handelte, gewährte ich großzügig den Zugang zu meiner Wohnung.
Aus der Tasche kam - Schloß Moritzburg als Schwibbogen! Er ist kleiner als mein Katzenbogen und so süß, aber das Beste daran ist natürlich, daß es nicht nur den Balkon und die Treppe hat, die Aschenbrödel hinuntergelaufen ist, sondern auch den Schuh!
Und obwohl ich überrascht war, daß der Dekan eine seiner Regeln brach und vom Schrank herunterkam, obwohl meine Freundin keine direkte Familie ist (er ließ sich von ihr streicheln, bevor sie ihn auch nur bestechen konnte, was mich ernsthaft alles in Frage stellen läßt, was ich über ihn weiß), war ich doch nicht überrascht, daß er als der zuständige Sicherheitsbeamte eine sehr gründliche Überprüfung des Bogens durchführen mußte.







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