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Montag, 16. Juni 2014

Interview mit der Künstlerin - Rachael von Rachael's Wire Garden

Heute freue ich mich, Rachael, eine Schmuckkünstlerin, die ich auf deviantART kennengelernt habe, willkommen zu heißen. Macht ihr Geschäftsname euch neugierig?
Dann laßt uns doch gleich loslegen.

Was ist dein Kunsthandwerk und wie bist du ursprünglich dazu gekommen?

Ich mache hauptsächlich Lebensbaum-Anhänger, aber gelegentlich auch anderen aus Draht gewickelten Schmuck oder Ornamente. Dazu inspiriert, das Drahtwickeln zu erlernen, wurde ich, als ich auf schöne in Draht gefaßte Steincabochons stieß. Diese spezielle Kunstform erwies sich nicht als meine Stärke, aber dann stieße ich auf das Design des Lebensbaums. Ich brauchte ein paar Versuche, bevor ich einen hinbekam, der einigermaßen ordentlich aussah, lol, aber vom ersten Tag an gingen mir so viele Ideen durch den Kopf. Nun habe ich etwas mehr Können, um sie umzusetzen.

Keltischer Lebensbaum mit Peridot

Ich glaube, das ist eine der am meisten gestellten Fragen - woher kommt deine Inspiration?

Ich bin das tatsächlich nie zuvor gefragt worden, aber freue mich sehr, endlich darauf zu antworten =] Ich bekomme meine Inspiration von allen möglichen unterschiedlichen Dingen, aber letztlich sind es immer Dinge, die ich liebe: Natur, Menschen, eine bestimmte Kultur, sogar meine Lieblingsfernsehserien oder Videospiele,  haha. Ich habe keinen Mangel an Dingen, die ich liebe, also fließt die Inspiration immer.
 
Rosenfee

Was ist dein Lieblingsbaum in der Natur?

Der Blauregen. Ich habe gehört, daß es in Japan einen WUNDERSCHÖNEN Garten mit Blauregen gibt, und ich möchte wirklich gern einmal dorthin fahren. Die Bilder, die ich gesehen habe, lassen sich mit nichts vergleichen, was ich zuvor gesehen habe.

Erzähl uns etwas Lustiges über dich.

Ich liebe, liebe, LIEBE Quallen.

Wolke mit Lebensbaum

Machst du noch andere kreative Dinge, wenn ja, was?

Ich mache viel Kreatives, ja! Als ich klein war, machte ich andauernd seltsame kleine Kreationen aus Klopapierrollen, altem Bonboneinwickelpapier und KLEBEBAND - VIEL Klebeband - und dieser seltsame Sinn für Kreativität blieb, als ich aufwuchs. Seither bin ich von den Klopapierrollen weg, lol, zu größeren Dingen übergegangen, wie Quilts, Plüschtiere und Kleidung. Ich mache auch sehr gern das Essen, das ich mache (Kuchen zum Beispiel), dekorativ, obwohl ich darin nicht sehr gut bin.

Welches deiner Stücke ist dein absoluter Liebling? Welches war am schwierigsten zu machen und warum?

Hmm, das ist schwierig, lol. Ich habe so einige Lieblinge, aber mein ALLERliebstes Stück ist wahrscheinlich mein "Der Winter Kommt" Anhänger, der auf dem House Stark von Game of Thrones basiert. Dieses spezielle Design birgt viele sentimentale Gefühle, da es das erste Stück war, das mir Anerkennung als Schmuckkünstlerin brachte.

Der Winter kommt

Das Stück, das (bisher) am schwierigsten zu machen war, ist mein Ornament "Regenbogenbrücke". (welches tatsächlich mein Lieblingsstück von Rachael ist) Es dauerte extrem lang, es zu machen; sowohl die eigentliche Arbeit als auch herauszubekommen, wie ich das Konzept umsetzen konnte. Die Regenbogenbrücke ist ein tröstliches Gedicht für jeden, der ein Haustier verloren hat. Als große Tierliebhaberin wollte ich ein Lebensbaumdesign mit dem Thema dieses Gedichts machen. Da "Bäume" und "Pfotenabdrücke" aber nicht wirklich zusammenpassen, lol, war es eine kleine Herausforderung. Ich bin mit dem Endresultat jedoch recht glücklich =]

Regenbogenbrücke Pfotenabdruck-Ornament

Gibt es jemanden, den du bewunderst und der dich inspiriert?

Meine Mom. Sie hat meine kreative Seite immer ermutigt, und der einzige Grund, daß ich überhaupt anfing, drahtgewickelten Schmuck zu machen, ist, daß sie mir bei den Anfängen geholfen hat.

Eywa Baum der Seelen

Wenn du die freie Wahl eines Dings hättest, das du für deine Arbeit brauchst, egal wie teuer, was wäre das?

Sterlingsilberdraht. Wegen der Kosten habe ich nicht so viel mit Sterlingsilber arbeiten können, wie ich es gern täte, aber irgendwann, wenn mein Shop weiter wächst, hoffe ich, immer mehr damit zu arbeiten.

Verkaufst du online, wenn ja, wo können wir dich finden?

Man kann meinen Schmuck auf meiner Etsy-Seite Rachael's Wire Garden kaufen.

Berühmte letzte Worte ;-) Gibt es noch etwas, das du uns sagen möchtest?

Obwohl ich mein ganzes Leben lang künstlerische Dinge getan habe, bin ich in der Kunstgemeinde noch ziemlich neu. Es war eine solch wundervolle Erfahrung für mich, wirklich herauszutreten und meine Kunst mit anderen zu teilen, aber ich habe auch vielen neuen Herausforderungen und Prüfungen gegenübergestanden. Wenn es eines gibt, das ich gelernt habe, ist es, man selbst zu bleiben und sich nicht entmutigen zu lassen. Ich weiß nicht, welche Art von Türen sich in meinem Leben öffnen werden, jetzt da ich diesen Weg gewählt habe, aber ich bin sehr aufgeregt über alle Gelegenheiten, die sich mir vielleicht bieten!

Danke, daß wir ein bißchen mehr über dich und deine Arbeit erfahren durften, Rachael, und alles Gute für deine Zukunft!
Tja, Leute, wie wäre es jetzt mit einem kleinen Spaziergang durch den Garten?

Samstag, 27. März 2010

Lebensbaum

Der Lebensbaum ist ein Symbol vieler Kulturen. Er kann unterschiedliche Bedeutungen haben, je nachdem, ob er mit oder ohne Blätter, mit oder ohne Wurzeln gezeigt wird.
Aber wißt ihr was? Es ist eigentlich egal. Ein Baum ist schön, auf die eine und die andere Weise.

Für manche ist er einfach nur ein Stück Holz, das man verbrennen kann, für manche ist er Inspiration, für viele ist er ein Freund. Er ist eine Stelle, an der man sich niederlassen kann, den Schatten genießend, lesend, plaudernd, dösend oder schlafend. Er ist etwas, das einen ein ganzes Leben hindurch begleiten kann und viele Menschen sind traurig, wenn ein solcher alter Freund gefällt wird.
Es sind Lieder über ihn geschrieben worden (eins meiner Lieblingslieder ist von 1968 und wurde von Alexandra gesungen) und es gibt unzählige Gedichte und Geschichten.

Natürlich habe ich meine eigenen Baumgeschichten zu erzählen
- über den Walnußbaum im Garten meiner Patin, der gefällt werden mußte, weil er dafür, daß er so dicht am Haus stand, zu groß wurde
- über den Kirschbaum, in dem meine Freundin und ich herumkletterten und die köstlichen dunkelroten süßen Kirschen pflückten
- den Sauerkirschbaum in unserem Garten (als dort noch keine Garagen waren), unter dem ich mit meiner Großmutter saß und ihr erzählte, daß meine Puppe Kleider brauchte
- die Kastanienbäume im Schulhof und im nahegelegenen Park, wo wir Tonnen von Kastanien sammelten, um später kleine Pferde und andere Tiere daraus zu machen
- die Apfelbäume im Pfarrgarten, die von den Jungs aus unserer Konfirmationsstunde geplündert wurden, bis der Pfarrer zwinkernd eine große Schüssel mit Äpfeln auf den Tisch stellte (er war der coolste Pfarrer überhaupt!)
- den Zitronenbaum hinter dem Haus meiner Freundin in Kalifornien, wo ich vier Stunden lang mit White Dude, dem späteren Austauschkater, den wir nach diesem Urlaub mit nach Hause nahmen, in den Armen saß

.... oh, ich könnte immer noch weitermachen, aber ich bin sicher, ihr habt eure eigenen Geschichten.

Meine Muse hat mich kürzlich dazu gebracht, zwei Stücke mit Bäumen zu kreieren. Sie kann böse treten, wenn sie möchte, daß ich etwas mache!
Eins davon ist ein Stück aus Fimo. Damit drückte ich aus, wie satt ich es war, Schnee zu sehen. Ich kann es nicht erwarten, bis das Grün zurückkommt.


Das andere ist aus einem Meeresjaspis, der aussieht wie eine Winterlandschaft (danke, Ness, daß du mich darauf hingewiesen hast!). Zuerst gab es keinen Baum, aber als ich das Gefühl hatte, daß ich die Fassung sogar noch sicherer machen wollte, um zu vermeiden, daß der Stein herausspringt, entstand auf einmal ein Baum und ich folgte der Richtung nur zu gern.
Auch kahle Bäume gefallen mir, vielleicht weil sie wie ein Versprechen sind, daß das Leben zurückkommen wird?


Diese zwei Stücke könnten nicht unterschiedlicher sein. Genau wie meine Erinnerungen an Bäume.

Ich fände es toll, wenn ihr eine Erinnerung mit mir teilen würdet.