Donnerstag, 6. Dezember 2012

Ein Raumfahrer kam gereist oder Das sechste Türchen


Großartig. Nun war das GPS kaputt, und er hatte absolut keine Ahnung, wo er war. Auf jeden Fall war das ein seltsam aussehender Planet. Nun, es half nichts, darüber nachzugrübeln. Was er jetzt brauchte, war ein Platz für die Nacht, am Morgen würde er dann das GPS reparieren und sich nach Hause aufmachen. Da drüben war ja eine Öffnung.
Xylfiz stellte sein Raumschiff auf Tarnmodus und landete es drinnen. Was war das? Riesige Dinger, war das eine Landschaft oder ... na, er würde jetzt einfach aussteigen und das erforschen müssen. Das war er immerhin, ein Forscher. Und es roch irgendwie gut, warm und würzig.
Er kletterte eine der braunen Wände hinauf, dort hing etwas Glitzerndes herunter. Er berührte es vorsichtig, bereit zum Rückzug, falls es versuchen würde, ihn zu beißen oder sowas. Nein, es blieb ... naja, einfach so hängen.



Und was war das hier? Eine Schüssel mit Essen? Bääh, nein, das schmeckte gar nicht wie Essen! Schnell stellte Xylfiz die Schüssel zurück.


Hey, warte mal! Da war jemand, den er fragen konnte. Wie komisch, er war so klein, während alles andere um ihn herum so groß war. Der kleine Kerl lächelte ihn an, was ermutigend war, also legte sich Xylfiz hin, um besser mit ihm sprechen zu können. Leider war Lächeln das einzige, was er tat. Konnte er nicht sprechen oder wollte er nicht?


Enttäuscht stand er wieder auf und sah sich weiter um, als er plötzlich jemand hinter sich lachen hörte.
Er drehte sich um, und da saß ein dünner Kerl auf etwas Pelzigem, ganz in Rot gekleidet (glaubte denn hier keiner an Grün?). "Komm her und setz dich zu mir. Ich kann sehen, daß du nicht von hier bist, und du siehst aus, als hättest du die eine oder andere Frage. Ich heiße übrigens Jack."


So erzählte Jack Xylfiz also vom Planeten Erde und von Schneemännern und einem Ding names Weihnachten. Von der Geburt eines Babys, einem Stern, König, Schäfern. Von Sandy Claws und von Geschenken und glänzenden Kinderaugen, Bäumen, Lametta, es war alles sehr verwirrend für unseren armen Raumfahrer. Er tat sein Bestes, das alles in seinem Gehirn zu speichern, damit er später seinen Freunden davon erzählen konnte.


Als er dann wirklich reif für's Bett war, fragte Jack, ob er beim Einpacken einiger Geschenke helfen wollte. Das hörte sich nach soviel Spaß an, daß er vergaß, wie müde er war. Leider schien er nicht gerade der beste Geschenkeverpacker zu sein, schließlich hatte er sogar das ganze Band um sich selber gewickelt!


Trotzdem hatte es Spaß gemacht, und Bilder von allem, was ihm erzählt worden war, flogen durch Xylfiz Kopf, als er endlich eingekuschelt auf dem warmen, pelzigen Sitz lag. Jack packte noch ein und sang leise dazu - Weihnachtslieder hatte er die Melodien genannt - und nach einem letzten Blick aus dem Fenster, wo er sehen konnte, wie weißes Zeug oder "Schnee" vom Himmel kam, schlief er ein ....


Es war Weihnachtsabend.

Dies ist eine Variation der kleinen Geschichte, die ich vor zwei Jahren für unseren "Handmade in Europe"-Blog geschrieben habe.

Kommentare:

  1. Antworten
    1. Danke dir ... in der Weihnachtszeit kommt eben auch das große Kind wieder heraus! :-)

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