Ich habe euch gewarnt. Ich sagte, das Profil würde zurückkommen und hier ist es. Applaus für Mr. John Barrymore, meine Damen und Herren!
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| Ich habe sogar meine Regel gebrochen, daß das erste Bild immer das Kinoplakat ist, wenn es eines gibt. |
Bitte heißt auch seine dritte Frau Dolores Costello willkommen.
Der heutige Film ist "Das Galeerenschiff", der auf dem französischen Roman "Manon Lescaut" aus dem 18. Jahrhundert basiert. Der deutsche Titel ist seltsam, da das Schiff erst ganz am Schluß ins Spiel gekommt, die deutsche Übersetzung des englischen Titels wäre "Wenn ein Mann liebt", was wesentlich besser paßt.
Hier ist die Handlung (wie gewöhnlich mit Spoilern).
Zunächst eine kleine Warnung. Meine Gefühle diesem Film gegenüber haben eventuell meine Beschreibung ein klein wenig beeinflußt 😐
Der junge Chevalier Fabien des Grieux hat sein Leben der Kirche gewidmet, als er aber der sogar noch jüngeren Manon begegnet, die von ihrem Bruder André in ein Kloster gebracht wird, verlieben sich leidenschaftlich auf den ersten Blick. Fabien hat gerade erst eine vom Bischof geschickte Medaille erhalten, die ihn vor fleischlichen Versuchungen schützen soll, die läßt er aber beim ersten Blick fallen.
Graf Guillot de Morfontaine, der die Kutsche mit den Geschwistern geteilt hat, bietet André eine Menge Geld für Manon an. Natürlich rettet Fabien sie und sie entkommen nach Paris, wo sie eine glückliche Woche miteinander verbringen - auch wenn Fabien seine Schuhschnallen versetzen muß, um Manon ein Medaillon kaufen zu können. "Aber dieses dumme Medaillon ist nicht das, was ich wollte!" Das geht ja gut los.
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| Dieser Plan ist nicht komplett durchdacht worden. Oder eher gar nicht. |
Tiberge, Fabiens Freund, findet Manon - wie auch ihr Bruder, aber während er sie nicht überzeugen kann, "ihnen Fabien zurückzugeben", also seinem Vater und Gott, gelingt es André, sie dazu zu bringen, mit ihm zu gehen, indem er Fabien Gefängnis androht.
Fabien ist am Boden zerstört, als er zurückkommt und Manons Notiz findet - von der André die Hälfte abgerissen hat, um Fabien glauben zu machen, daß Manon ihn freiwillig verlassen hat -, noch mehr, als sein Freund Tiberge, der nach ihm gesucht hat, ihm von ihr und Morfontaine erzählt und ihn auf Manon hinweist, die in einer schicken Kutsche vorbeifährt. Natürlich weiß er nicht, daß Manon entkommen und beinahe von einem Bürger belästigt worden war, bevor André sie gefunden und zurückgeholt hat.
In einem Club begegnet Fabien dem Paar wieder. Manon ist erfreut, ihn zu sehen, er aber verursacht einen Skandal, indem er Goldmünzen, die er beim Spiel gewonnen hat, über sie wirft und geht. Tiberge informiert seinen Vater, daß er zurück im Seminar ist, um für die Priesterschaft zu studieren.
In der Nacht, bevor er das Gelübde als Priester ablegen wird, taucht jedoch Manon in der Kirche auf.
Also rennen diese zwei Narren nochmal weg und führen ein fröhliches Leben - immer noch unverheiratet, mit Bruder André im Haus, und haben "goldene Tage", dank PUMP BEI PAPA. Ihr veralbert mich doch. Natürlich streicht der Vater das Geld, nachdem er hört, daß Fabien wieder mit Manon zusammen ist.
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| "Ups. Kein Geld. Das kommt unerwartet. Warum sage ich Manon nicht, sie soll die teure Halskette kaufen?" Was zum Geier stimmt mit dir nicht, Fabien?? |
Fabien kann den Gedanken aber nicht ertragen, Manon irgendwelchen Luxus zu versagen, also schlägt André Betrug beim Kartenspiel vor, wofür Fabien ein erstaunliches Talent zeigt.
Zurück zu Morfontaine, der immer noch bereit ist, Manon aufzugeben. Er möchte, daß Kardinal Richelieu König Ludwig XV. überzeugt, ihm dabei zu helfen, sie zurückzubekommen. Der König ist allerdings hingerissen von Manons Schönheit und besteht darauf, mit Fabien um sie zu spielen. Zwei Karo-Asse werden aufgedeckt und natürlich kann der König nicht des Betrugs beschuldigt werden und gewinnt Manon daher, aber Richelieu überzeugt in, daß Manon den königlichen Namen nur durch den Dreck ziehen würde und er solle sie stattdessen Morfontaine überlassen.
In der Zwischenzeit kämpft Fabien im Versuch, Manon zu retten. Richtig, wir treten jetzt in die Mantel- und Degenphase ein.
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| "Das stimmt, ich bin nicht nur ein ganz guter Betrüger, sondern auch ein toller Kämpfer. Was sind für mich schon vier oder fünf Männer?" |
Da er immer noch von Manon zurückgewiesen wird, läßt der Graf sie ins Gefängnis bringen, von wo aus die nach Louisiana deportiert werden soll. Fabien geht dorthin, um den Polizeipräfekten um Gnade zu bitten. Überraschung! Der Präfekt ist Morfontaine, der ihm Manon zeigt, die gerade den Karren besteigt, der die "gefallenen Frauen" zum Schiff bringt, und verspricht Fabien das Schafott.
Fabien folgt dem Karren, springt auf und folgt Man auch auf das Schiff.
Und wer zieht den Blick des Kapitäns auf sich? Nun, Manon natürlich. Fabiens Eingriffen führt dazu, daß er in den Schiffskäfig gebracht wird, aber eine der anderen Frauen hilft Manon, indem sie sagt, daß sie krank ist.
Fabien hat eigene Pläne. Er stiftet seine Mitgefangenen zur Meuterei an und gibt dabei alles, indem er im Käfig herumspringt, bis sie erfolgreich ihre Ketten zerbrechen und das Schiff übernehmen.
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| Das sind für mich ausgesprochen Mr. Hyde-Vibes. |
Manon wird wieder einmal gerettet und sie und Fabien fahren in einem kleinen Boot davon.
"Dort - Amerika! Freiheit für uns - und ewige Liebe."
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| Das Happy End, das das Buch nicht hat. Also falls sie es in dem winzigen Boot durch die stürmische See schaffen. Sie sind soweit gekommen, also wohl ja. |
Eine Menge Leute scheint diesen Film zu mögen, nein, zu lieben. So romantisch. Oh, was er alles für sie tut. Großartige Chemie zwischen den beiden Liebenden. Mitreißendes Schauspiel. Ein wundervolles historisches Drama. Alles von Romanze zu Mantel und Degen. Ich könnte so weitermachen.
Aber ich liebe ihn nicht. Tatsächlich war ich sooo nah dran, ihn gar nicht fertigzuschauen. Nach etwa 15 Minuten. Diese zwei haben mich so genervt, und ich war mir nicht sicher, ob das an der Geschichte lag (die, um euch zu erinnern, auf einem Roman aus dem 18. Jahrhundert basiert (den ich definitiv nicht lesen werde)), am Spiel (ich habe ja schon übertriebenes Spiel gesehen, aber das hat mich nie so sehr wie hier gestört), an der Chemie (die ich nicht spüren konnte, aber ich muß gestehen, ich hatte ein Problem damit, einen 45jährigen Barrymore zu sehen, der angeblich ähnlich im Alter sein sollte wie eine 23jährige Costello, damit kam ich einfach nicht klar) oder ob es meine derzeitige Stimmung ist.
Wohlgemerkt, die Kostüme fand ich toll (ihr erinnert euch "Ich bin nur eine Frau. Ich werde immer Juwelen und schöne Kleider lieben.) und ich denke echt, daß ich mit Barrymores Spiel eine MENGE Spaß hätte haben können - schaut euch doch nur die Bilder an, die ich ausgesucht habe - aber nicht mit dieser Geschichte. Oder diesen Leuten.
Wißt ihr, ich glaube wirklich, daß es das ist - ich konnte einfach nichts mit Manon und Fabien und ihrer Liebesgeschichte anfangen.
Mensch, ich hatte ja weniger Probleme mit Morfontaine. Zumindest gab Sam de Grasse einen tollen Bösewicht ab (genauso wie als Prinz John in "Robin Hood" und der Piratenleutnant in "Der schwarze Pirat").
Dann war da noch, wie albern es für euch auch klingen mag, Fifi.
Es machte mich nervös, wie sie permanent das Kätzchen in der Hand hatten, es war immer da, selbst als Fabien in die Kneipe ging. Dann zeigten sie Fifi einmal erwachsen und das war's dann, was für meinen Seelenfrieden tatsächlich besser war.
Es tut mir leid, ich weiß, das ist viel Geschwafel, aber genau das war eben das Gefühl, das der Film bei mir verursachte.
Nun, ich habe schon früher gesagt, daß ich euch immer meine persönliche Meinung geben werde, und in diesem Fall habe ic nicht mal Quellen benutzt.
Der Film kommt nicht auf meine Liste zum nochmal schauen, aber das heißt nicht, daß ich auch John Barrymore aufgebe. Das Profil wird irgendwann zurück sein!
Oh, noch eine letzte Sache. Kardinal Richelieu. Ich muß euch einfach ein Bild von ihm zeigen. Makeup-Ziele? Eine kleine Katze auf der Wange?













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