Vor einer Weile wurde diese Frage in einem Kommentar gestellt, und ich mußte darüber nachdenken, wie es tatsächlich anfing.
Am 11. März 2025 schrieb ich meinen ersten Stummfilmpost und seither jeden Donnerstag einen. Um ehrlich zu sein, hat mich das selber überrascht - im ersten Post hatte ich der "Reihe" noch nicht mal einen Tag zugeteilt - und ich würde lügen, wenn ich behauptete, daß es immer leicht war.
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| "Willst du einen Stummfilm mit mir anschauen?" "Oh Junge, sieht so aus, als wäre er seltsam. Gutaussehend, aber seltsam." |
Manchmal mußte ich auf die Vorstellung von Kurzfilmen zurückgreifen, einfach weil ich nichts im voraus vorbereitet hatte und dann nicht die Zeit fand oder, noch wichtiger, die Konzentration, einen langen anzuschauen (da ich ab nächster Woche wieder arbeite, könnt ihr da übrigens mit einem Kurzfilm rechnen).
Das hat jedoch nicht nur mit der Lauflänge eines Films zu tun, sondern auch damit, wie ich diese Blogposts schreibe. Ich weiß, daß ich keine begnadete Schreiberin bin, und dazu kommt noch, daß ich manchmal eine Schreibblockade habe. Ja, bei einem "einfachen" Blogpost, an dem die meisten meiner Leserinnen und Leser sowieso nicht besonders interessiert sind.
Im März habe ich von meiner Aufmerksamkeitsspanne geschrieben und daß ich daran arbeiten wollte, sie wieder zu verbessern, nachdem eine Freundin gemeint hatte, daß Filme für ihre Aufmerksamkeitsspanne viel zu lang geworden seien.
Ich hatte für Weihnachten einen "Der kleine Lord"-Marathon mit verschiedenen Verfilmungen gemacht und konnte mich nicht dazu überwinden, den Stummfilm mit Mary Pickford anzuschauen. Dadurch kam ich auf die Idee.
"Für einen Stummfilm braucht man eine Menge Aufmerksamkeit und manche sind auch noch richtig lang.
Also dachte ich mir, daß das eigentlich ganz gut zu meinem "Training" passen würde. Ich werde Stummfilme anschauen und dann hier darüber schreiben."
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| "Du hast meinen Film immer noch nicht angeschaut. Mach das schnell oder du kriegt was ab." |
Da wußte ich noch nicht, daß ich nicht nur Filme anschauen, sondern auch Blogpost lesen würde und Kritiken und sogar einige akademische Artikel, was es mir nicht leichter machte, rechtzeitig zum tatsächlichen Schreiben zu kommen.
Ich wußte außerdem noch nicht, daß mir das Hin- und Herspringen soviel Spaß machen würde, in der Tat so sehr, daß ich jetzt angefangen habe, Biographien zu lesen, und mir ein fettes Buch über die Geschichte von Stummfilmen in den USA (gebraucht zu einem tollen Preis) gegönnt habe (das ich mich bisher jedoch noch nicht anzufangen getraut habe).
Bleibt die Frage, wie ich überhaupt auf die Idee kam, Stummfilme für dieses "Projekt" zu wählen?
Im März habe ich auch geschrieben "Es war nie leicht für mich, Stummfilme anzuschauen, obwohl ich damit aufgewachsen bin. Nein, ich bin noch nicht so alt, es waren Wiederholungen im Fernsehen, vielen Dank auch." Das ist wahrscheinlich ganz wahr, wenn ich so darüber nachdenke. Ich bezweifle, daß ich jemals wirklich einen ganzen Film angeschaut habe, aber dafür Ausschnitte in den Zusammenstellungen, die an Wochenenden ausgestrahlt wurden, zum Beispiel "Als die Bilder laufen lernten" mit Bob Monkhouse, die tatsächlich einen Erzähler hatten.
Also war das erste Mal wahrscheinlich in der Nacht vor meinem Englisch-Abi. Mein Plan war es, in letzter Minute nochmal Vokabeln zu pauken, aber stattdessen schauten wir "Das Phantom der Oper" mit Lon Chaney an und mußten bei manchen Szenen so sehr lachen.
Jahre später hatte ich eine Phase mit klassischem Horror - Dracula, Phantom, Nosferatu, Frankenstein usw. - und liebte den Film auf einmal.
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| "Du fandest also, daß wir witzig waren, ja?" "Tatsächlich, Nosferatu, fand ich, daß du gruselig wie die Sau warst. Tu ich immer noch." |
Noch ein paar Jahre später zeigte der Fernsehsender ARTE etliche Stummfilme. Ich nahm ein paar davon auf und schaute sie mir in Portionen an. Dann ging die Festplatte an meinem Fernseher kaputt, was meine Bemühungen abrupt unterbrach. Ich hatte den fast drei Stunden langen "Die Frau im Mond" von Fritz Lang nie fertiggeschaut und konnte mich nicht dazu überwinden, damit weiterzumachen (zum Beispiel auf YouTube).
Auf ARTE mag ich am liebsten Filmdokumentationen. Geschichte, Lebensgeschichten, Kritiken. Überwiegend klassisch und schwarz-weiß jedoch. Ich habe alte Filme immer geliebt.
Eine dieser Dokumentationen handelte von Douglas Fairbanks und sie war echt interessant.
Jetzt werde ich Lisa von Boondock Ramblings die Schuld für den letzten Tritt geben (natürlich zusammen mit Pickford).
Als ich bei ihrem "Winter of Fairbanks" mitmachte und Filme mit Douglas Fairbanks Jr. anschaute, erinnerte ich mich, daß ich jetzt schon so lang die Filme seines Dads sehen wollte.
Sein "Dieb von Bagdad" war der, mit dem mein Projekt anfing, und wenn ihr überhaupt mal meine Posts anschaut, habt ihr vielleicht bemerkt, daß ich eine Schwäche für ihn habe.
Nun, da habt ihr es. So kam ich dazu, euch jede Woche mit einem Stummfilmpost zu langweilen.
Ich bereue nichts. Es gibt mehr von uns da draußen, als ihr vielleicht glauben mögt 🙃




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