Sonntag, 25. Januar 2026

Martha Sleeper - Von der Schauspielerin zur Designerin

Ich habe hier zuvor schon zwei Stummfilme mit der Schauspielerin Martha Sleeper vorgestellt, "Mum's the Word" und "Sure-Mike!". Mir haben beide gefallen und ich mochte Sleeper wirklich (mit der ich übrigens den Geburtstag teile), also stehen noch mehr ihrer Filme auf meiner Liste.
Im zweiten Post habe ich ihre interessanten Karriere...n erwähnt. Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber ich bin manchmal neugierig, was eine Schauspielerin oder ein Schauspieler so gemacht haben, nachdem sie beim Film aufgehört haben, und Sleepers Geschichte hat mich echt überrascht, auch als Schmuckmacherin.

Sleeper im Jahr 1935,
gemeinfrei über Wikimedia

Martha Sleeper wurde 1910 geboren (ein paar Quellen geben 1907 an, aber ich habe beschlossen, dem Lake Bluff History Museum zu glauben, da sie in Lake Bluff geboren wurde.
Sleeper, die aus einer Familie kam, die in unterschiedlicher Weise mit den Künsten verbunden war, begann mit 13 Jahren in Stummfilmen zu erscheinen und war bis 1936 beim Film, mit einem letzten Auftritt in "Die Glocken von St. Marien" im Jahr 1945 als Gefallen für ihren ehemaligen Regisseur Leo McCarey.
Unzufrieden damit, Nebenrollen als die Frau zu spielen, die ihren Mann an die Hauptdarstellerin verlor, verließ sie Hollywood mit ihrem Ehemann, um nach New York zu gehen, um dort viele Jahre im Theater aufzutreten.
Damals machte sie auch ihr Hobby, für sich selber Schmuck aus Bakelit, Holz und Metall zu kreieren, zu einem lukrativen Nebenerwerb.

Anzeige aus "The Birmingham
News", 26. März 1939,
Seite 43


Martha Sleeper sagte 1941 in einem Interview mit der "Washington Post": "Im letzten Krieg waren Frauen verrückt nach exotischen Hüten, um Fröhlichkeit zu zeigen, aber bei der derzeitigen hutlosen Mode wenden sich Frauen jetzt zur Aufmunterung dem Schmuck zu."

Bild aus dem Artikel in "Collier's Week"

Ihre Designs waren farbenfroh, ungewöhnlich und verrückt - Streichhölzer, Insekten und andere Tiere, Blumen, Masken, Früchte und was es sonst noch so gibt - und einer Geschichte zufolge, die 1938 in "Collier's Weekly" veröffentlicht wurde (und die ihr hier finden könnt), wurden im ersten Jahr 200000 Stück verkauft. Sie wurden damals "lapel gadgets" genannt - in etwa Schnickschnack für den Aufschlag - was Sleeper den Titel "Gadget Girl" einbrachte.
Heute sind ihre Stücke gesuchte Sammlerstücke und viel teurer als sie es damals waren.

Armband und Brosche (bei Doyle
Auctions verkauft)


Falls ihr glaubt, daß die Geschichte hier jetzt endet, liegt ihr falsch.
1949 fuhren Sleeper und ihr zweiter Ehemann in Urlaub. Als Teil der Seefahrt besuchten sie Puerto Rico, verliebten sich in die Insel, verkauften ihr Haus über das Telefon und blieben.
Inzwischen hatte sie jedoch genug davon, Schmuck zu entwerfen. Also begann sie ihre dritte Karierre als Modedesignerin.
Sie eröffnete eine Boutique in San Juan - "Martha Sleeper Creates" - wo sie ihre Designs verkaufte, die lokal produziert wurden, Kleider, Muumuus, Blusen, Röcke, aber auch Accessoires.
Später wurden ihre Designs, die inzwischen ebenfalls Sammlerstücke sind, auch auf die umliegenden Inseln und das US-amerikanische Festland exportiert.

Bild von Jumblelaya Vintage
Clothing Shop

Als sie sich 1969 zur Ruhe setzte, zogen sie und ihr dritter Ehemann auf seine kleine Plantage außerhalb von Charleston, SC, wo sie 1983 starb.

Was für eine talentierte und schöne Frau!
Ich würde ihre Biographie sofort lesen, wenn es eine gäbe.
Stattdessen werde ich mehr ihrer Filme anschauen müssen (vielleicht sogar einen Tonfilm 
😮) und im Web ihre Designs bewundern.


Hauptquellen (englischsprachig):

1. Deanna Dahlsad: Merry Martha Sleeper Jewelry & Fashions. Auf: Inherited Values, 24. Dezember 2010December 24, 2010
2. Maggie Wilds: Martha Sleeper: Vintage Fashion with Wit & Color. Auf: Vintage Fashion Guild
3. Jessica Wahl: Miss Martha Sleeper. Auf: Silence is Platinum, 5. Januar 2014

Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

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