Sonntag, 25. Januar 2026

Martha Sleeper - Von der Schauspielerin zur Designerin

Ich habe hier zuvor schon zwei Stummfilme mit der Schauspielerin Martha Sleeper vorgestellt, "Mum's the Word" und "Sure-Mike!". Mir haben beide gefallen und ich mochte Sleeper wirklich (mit der ich übrigens den Geburtstag teile), also stehen noch mehr ihrer Filme auf meiner Liste.
Im zweiten Post habe ich ihre interessanten Karriere...n erwähnt. Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber ich bin manchmal neugierig, was eine Schauspielerin oder ein Schauspieler so gemacht haben, nachdem sie beim Film aufgehört haben, und Sleepers Geschichte hat mich echt überrascht, auch als Schmuckmacherin.

Sleeper im Jahr 1935,
gemeinfrei über Wikimedia

Martha Sleeper wurde 1910 geboren (ein paar Quellen geben 1907 an, aber ich habe beschlossen, dem Lake Bluff History Museum zu glauben, da sie in Lake Bluff geboren wurde.
Sleeper, die aus einer Familie kam, die in unterschiedlicher Weise mit den Künsten verbunden war, begann mit 13 Jahren in Stummfilmen zu erscheinen und war bis 1936 beim Film, mit einem letzten Auftritt in "Die Glocken von St. Marien" im Jahr 1945 als Gefallen für ihren ehemaligen Regisseur Leo McCarey.
Unzufrieden damit, Nebenrollen als die Frau zu spielen, die ihren Mann an die Hauptdarstellerin verlor, verließ sie Hollywood mit ihrem Ehemann, um nach New York zu gehen, um dort viele Jahre im Theater aufzutreten.
Damals machte sie auch ihr Hobby, für sich selber Schmuck aus Bakelit, Holz und Metall zu kreieren, zu einem lukrativen Nebenerwerb.

Anzeige aus "The Birmingham
News", 26. März 1939,
Seite 43


Martha Sleeper sagte 1941 in einem Interview mit der "Washington Post": "Im letzten Krieg waren Frauen verrückt nach exotischen Hüten, um Fröhlichkeit zu zeigen, aber bei der derzeitigen hutlosen Mode wenden sich Frauen jetzt zur Aufmunterung dem Schmuck zu."

Bild aus dem Artikel in "Collier's Week"

Ihre Designs waren farbenfroh, ungewöhnlich und verrückt - Streichhölzer, Insekten und andere Tiere, Blumen, Masken, Früchte und was es sonst noch so gibt - und einer Geschichte zufolge, die 1938 in "Collier's Weekly" veröffentlicht wurde (und die ihr hier finden könnt), wurden im ersten Jahr 200000 Stück verkauft. Sie wurden damals "lapel gadgets" genannt - in etwa Schnickschnack für den Aufschlag - was Sleeper den Titel "Gadget Girl" einbrachte.
Heute sind ihre Stücke gesuchte Sammlerstücke und viel teurer als sie es damals waren.

Armband und Brosche (bei Doyle
Auctions verkauft)


Falls ihr glaubt, daß die Geschichte hier jetzt endet, liegt ihr falsch.
1949 fuhren Sleeper und ihr zweiter Ehemann in Urlaub. Als Teil der Seefahrt besuchten sie Puerto Rico, verliebten sich in die Insel, verkauften ihr Haus über das Telefon und blieben.
Inzwischen hatte sie jedoch genug davon, Schmuck zu entwerfen. Also begann sie ihre dritte Karierre als Modedesignerin.
Sie eröffnete eine Boutique in San Juan - "Martha Sleeper Creates" - wo sie ihre Designs verkaufte, die lokal produziert wurden, Kleider, Muumuus, Blusen, Röcke, aber auch Accessoires.
Später wurden ihre Designs, die inzwischen ebenfalls Sammlerstücke sind, auch auf die umliegenden Inseln und das US-amerikanische Festland exportiert.

Bild von Jumblelaya Vintage
Clothing Shop

Als sie sich 1969 zur Ruhe setzte, zogen sie und ihr dritter Ehemann auf seine kleine Plantage außerhalb von Charleston, SC, wo sie 1983 starb.

Was für eine talentierte und schöne Frau!
Ich würde ihre Biographie sofort lesen, wenn es eine gäbe.
Stattdessen werde ich mehr ihrer Filme anschauen müssen (vielleicht sogar einen Tonfilm 
😮) und im Web ihre Designs bewundern.


Hauptquellen (englischsprachig):

1. Deanna Dahlsad: Merry Martha Sleeper Jewelry & Fashions. Auf: Inherited Values, 24. Dezember 2010December 24, 2010
2. Maggie Wilds: Martha Sleeper: Vintage Fashion with Wit & Color. Auf: Vintage Fashion Guild
3. Jessica Wahl: Miss Martha Sleeper. Auf: Silence is Platinum, 5. Januar 2014

Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Freitag, 23. Januar 2026

Weekend Traffic Jam Reboot - Woche 140

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).


Vor einer Weile erhielt ich ein "britisches Päckchen". Nicht aus Großbritannien, aber mit britischen Dingen, die ich liebe. Shortbread, Marmelade und mehr. Es war ein Überraschungsgeschenk und machte meinen Tag echt gut.
Teil davon war eine hübsche Teedose mit sechs verschiedenen Geschmacksrichtungen (einige meiner Perlen können nicht erwarten, sich häuslich darin einzurichten), darunter grüner Tee mit Granatapfel, den ich kürzlich probiert habe und den ich lieber mochte als ich erwartet hatte, so sehr in der Tat, daß er schon weg ist. Ich werde mir mehr davon bestellen, wenn ich ihn nicht hier irgendwo in der Stadt finden kann.
Er erinnerte mich an das erste Mal, daß meine beste Freundin und ich unser örtliches Teehaus besuchten, das gerade eröffnet hatte. Wir waren so um die 12 und die enorme Auswahl überwältigte uns völlig!
Heutzutage nehme ich meistens Krauseminze oder Earl Grey, aber damals waren wir wild entschlossen, jede Geschmacksrichtung auf dieser Riesenkarte zu probieren! Das ist natürlich nie geschehen.

Bild über pxhere


Also, wie steht's mit euch? Bereit fürs Wochenende?

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.



Diese Woche fällt unser Spotlight auf Jennifer Lambert - A Sacred Balance.


Jennifer von Jennifer Lambert - A Sacred Balance schreibt "Ich blogge seit 2005, als es kostenlose kleine scrapbookartigen Blogs gab. Diese Posts sind schon lang verschwunden. Diese Seite fing auf Blogger an und 2012 migrierte ich sie auf WordPress. ... Ich bin jetzt ausgeglichener. Ich blogge mehrmals in der Woche über Kindererziehung, Homeschooling, Rezepte, unsere Reisen und manchmal das Leben beim Militär. ... Willkommen in meinem Online-Zuhause."


Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).


Olivia ist ein großer Fan der Murderbot-Reihe von Martha Wells. Dies ist nur ihre Rezension des letzten Buchs, das sie angehört hat, aber darin findet ihr Links zu den anderen. Vielleicht wäre das auch was für euch?

Habt ihr noch Schnee? Laura und Laurie teilen ein paar tolle Ideen für Schneespiele mit Kindern.

Braucht ihr noch mehr Buchtips? Schaut euch Joannes Liste von ihren Favoriten nach Kategorien an (mit Links zu ihren kompletten Leselisten des Jahres).


Pam erzählt uns davon, wie man am besten eine Kuh melkt (es steckt aber noch mehr hinter dem Post).

Lisa spricht über die Gefahr, wenn man Menschen in seinem Leben durch Technik ersetzt.


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Donnerstag, 22. Januar 2026

Stummfilme - Das Galeerenschiff

Ich habe euch gewarnt. Ich sagte, das Profil würde zurückkommen und hier ist es. Applaus für Mr. John Barrymore, meine Damen und Herren!

Ich habe sogar meine Regel gebrochen, daß
das erste Bild immer das Kinoplakat
ist, wenn es eines gibt.

Bitte heißt auch seine dritte Frau Dolores Costello willkommen.
Der heutige Film ist "Das Galeerenschiff", der auf dem französischen Roman "Manon Lescaut" aus dem 18. Jahrhundert basiert. Der deutsche Titel ist seltsam, da das Schiff erst ganz am Schluß ins Spiel gekommt, die deutsche Übersetzung des englischen Titels wäre "Wenn ein Mann liebt", was wesentlich besser paßt.


Hier ist die Handlung (wie gewöhnlich mit Spoilern).
Zunächst eine kleine Warnung. Meine Gefühle diesem Film gegenüber haben eventuell meine Beschreibung ein klein wenig beeinflußt 
😐

Der junge Chevalier Fabien des Grieux hat sein Leben der Kirche gewidmet, als er aber der sogar noch jüngeren Manon begegnet, die von ihrem Bruder André in ein Kloster gebracht wird, verlieben sich leidenschaftlich auf den ersten Blick. Fabien hat gerade erst eine vom Bischof geschickte Medaille erhalten, die ihn vor fleischlichen Versuchungen schützen soll, die läßt er aber beim ersten Blick fallen.
Graf Guillot de Morfontaine, der die Kutsche mit den Geschwistern geteilt hat, bietet André eine Menge Geld für Manon an. Natürlich rettet Fabien sie und sie entkommen nach Paris, wo sie eine glückliche Woche miteinander verbringen - auch wenn Fabien seine Schuhschnallen versetzen muß, um Manon ein Medaillon kaufen zu können. "Aber dieses dumme Medaillon ist nicht das, was ich wollte!" Das geht ja gut los.

Dieser Plan ist nicht komplett durchdacht worden.
Oder eher gar nicht.

Tiberge, Fabiens Freund, findet Manon - wie auch ihr Bruder, aber während er sie nicht überzeugen kann, "ihnen Fabien zurückzugeben", also seinem Vater und Gott, gelingt es André, sie dazu zu bringen, mit ihm zu gehen, indem er Fabien Gefängnis androht.
Fabien ist am Boden zerstört, als er zurückkommt und Manons Notiz findet - von der André die Hälfte abgerissen hat, um Fabien glauben zu machen, daß Manon ihn freiwillig verlassen hat -, noch mehr, als sein Freund Tiberge, der nach ihm gesucht hat, ihm von ihr und Morfontaine erzählt und ihn auf Manon hinweist, die in einer schicken Kutsche vorbeifährt. Natürlich weiß er nicht, daß Manon entkommen und beinahe von einem Bürger belästigt worden war, bevor André sie gefunden und zurückgeholt hat.

"Oh Manon, Manon." Alles, das sie Fabien dagelassen
hat, ist eine Notiz und ihr Kätzchen Fifi, damit er
darauf aufpaßt, bis sie wiederkommt. Tut mir leid, das
zu sagen, aber Manon ist jung, aber auch eine Idiotin.
Ich bin mir nicht sicher, daß Fabien viel besser ist.

In einem Club begegnet Fabien dem Paar wieder. Manon ist erfreut, ihn zu sehen, er aber verursacht einen Skandal, indem er Goldmünzen, die er beim Spiel gewonnen hat, über sie wirft und geht. Tiberge informiert seinen Vater, daß er zurück im Seminar ist, um für die Priesterschaft zu studieren.
In der Nacht, bevor er das Gelübde als Priester ablegen wird, taucht jedoch Manon in der Kirche auf.

"Ich liebe nur dich, Fabien, ich habe ihn verlassen."
(Wo ist sie dann hingegangen?) "Du trägst noch seine
Juwelen!" (So dramatisch! So übertrieben.)
"Es tut mir leid, Fabien - aber ich bin nur eine Frau.
Ich werde immer Juwelen und schöne Kleider lieben.
Oh, und ich habe dich und Fifi so sehr vermißt."
"Na, warum hast du das nicht gleich gesagt?
Laß uns nochmal weglaufen, bevor du auf der Straße
endest!" Okay, das sind nicht alles ganz genaue
Zitate, aber trotzdem.



Also rennen diese zwei Narren nochmal weg und führen ein fröhliches Leben - immer noch unverheiratet, mit Bruder André im Haus, und haben "goldene Tage", dank PUMP BEI PAPA. Ihr veralbert mich doch. Natürlich streicht der Vater das Geld, nachdem er hört, daß Fabien wieder mit Manon zusammen ist.

"Ups. Kein Geld. Das kommt unerwartet.
Warum sage ich Manon nicht, sie soll die
teure Halskette kaufen?"
Was zum Geier stimmt mit dir nicht, Fabien??

Fabien kann den Gedanken aber nicht ertragen, Manon irgendwelchen Luxus zu versagen, also schlägt André Betrug beim Kartenspiel vor, wofür Fabien ein erstaunliches Talent zeigt.

Zurück zu Morfontaine, der immer noch bereit ist, Manon aufzugeben. Er möchte, daß Kardinal Richelieu König Ludwig XV. überzeugt, ihm dabei zu helfen, sie zurückzubekommen. Der König ist allerdings hingerissen von Manons Schönheit und besteht darauf, mit Fabien um sie zu spielen. Zwei Karo-Asse werden aufgedeckt und natürlich kann der König nicht des Betrugs beschuldigt werden und gewinnt Manon daher, aber Richelieu überzeugt in, daß Manon den königlichen Namen nur durch den Dreck ziehen würde und er solle sie stattdessen Morfontaine überlassen.
In der Zwischenzeit kämpft Fabien im Versuch, Manon zu retten. Richtig, wir treten jetzt in die Mantel- und Degenphase ein.

"Das stimmt, ich bin nicht nur ein ganz guter
Betrüger, sondern auch ein toller Kämpfer.
Was sind für mich schon vier oder fünf Männer?"

Da er immer noch von Manon zurückgewiesen wird, läßt der Graf sie ins Gefängnis bringen, von wo aus die nach Louisiana deportiert werden soll. Fabien geht dorthin, um den Polizeipräfekten um Gnade zu bitten. Überraschung! Der Präfekt ist Morfontaine, der ihm Manon zeigt, die gerade den Karren besteigt, der die "gefallenen Frauen" zum Schiff bringt, und verspricht Fabien das Schafott.

Keine brilliante Idee, Herr Graf, hattet Ihr
nach all euren Erfahrungen mit Fabien erwartet,
daß er sich still gefangennehmen läßt, wenn er
doch ganz offensichtlich wahnsinnig (vor Liebe) ist?
Ruht in Frieden.

Fabien folgt dem Karren, springt auf und folgt Man auch auf das Schiff.
Und wer zieht den Blick des Kapitäns auf sich? Nun, Manon natürlich. Fabiens Eingriffen führt dazu, daß er in den Schiffskäfig gebracht wird, aber eine der anderen Frauen hilft Manon, indem sie sagt, daß sie krank ist.


Fabien hat eigene Pläne. Er stiftet seine Mitgefangenen zur Meuterei an und gibt dabei alles, indem er im Käfig herumspringt, bis sie erfolgreich ihre Ketten zerbrechen und das Schiff übernehmen.

Das sind für mich ausgesprochen Mr. Hyde-Vibes.

Manon wird wieder einmal gerettet und sie und Fabien fahren in einem kleinen Boot davon.
"Dort - Amerika! Freiheit für uns - und ewige Liebe."

Das Happy End, das das Buch nicht hat. Also falls sie
es in dem winzigen Boot durch die stürmische See
schaffen. Sie sind soweit gekommen, also wohl ja.

Eine Menge Leute scheint diesen Film zu mögen, nein, zu lieben. So romantisch. Oh, was er alles für sie tut. Großartige Chemie zwischen den beiden Liebenden. Mitreißendes Schauspiel. Ein wundervolles historisches Drama. Alles von Romanze zu Mantel und Degen. Ich könnte so weitermachen.

Aber ich liebe ihn nicht. Tatsächlich war ich sooo nah dran, ihn gar nicht fertigzuschauen. Nach etwa 15 Minuten. Diese zwei haben mich so genervt, und ich war mir nicht sicher, ob das an der Geschichte lag (die, um euch zu erinnern, auf einem Roman aus dem 18. Jahrhundert basiert (den ich definitiv nicht lesen werde)), am Spiel (ich habe ja schon übertriebenes Spiel gesehen, aber das hat mich nie so sehr wie hier gestört), an der Chemie (die ich nicht spüren konnte, aber ich muß gestehen, ich hatte ein Problem damit, einen 45jährigen Barrymore zu sehen, der angeblich ähnlich im Alter sein sollte wie eine 23jährige Costello, damit kam ich einfach nicht klar) oder ob es meine derzeitige Stimmung ist.

Wohlgemerkt, die Kostüme fand ich toll (ihr erinnert euch "Ich bin nur eine Frau. Ich werde immer Juwelen und schöne Kleider lieben.) und ich denke echt, daß ich mit Barrymores Spiel eine MENGE Spaß hätte haben können - schaut euch doch nur die Bilder an, die ich ausgesucht habe - aber nicht mit dieser Geschichte. Oder diesen Leuten.
Wißt ihr, ich glaube wirklich, daß es das ist - ich konnte einfach nichts mit Manon und Fabien und ihrer Liebesgeschichte anfangen.
Mensch, ich hatte ja weniger Probleme mit Morfontaine. Zumindest gab Sam de Grasse einen tollen Bösewicht ab (genauso wie als Prinz John in "Robin Hood" und der Piratenleutnant in "Der schwarze Pirat").


Dann war da noch, wie albern es für euch auch klingen mag, Fifi.
Es machte mich nervös, wie sie permanent das Kätzchen in der Hand hatten, es war immer da, selbst als Fabien in die Kneipe ging. Dann zeigten sie Fifi einmal erwachsen und das war's dann, was für meinen Seelenfrieden tatsächlich besser war.

Es tut mir leid, ich weiß, das ist viel Geschwafel, aber genau das war eben das Gefühl, das der Film bei mir verursachte.
Nun, ich habe schon früher gesagt, daß ich euch immer meine persönliche Meinung geben werde, und in diesem Fall habe ic nicht mal Quellen benutzt.
Der Film kommt nicht auf meine Liste zum nochmal schauen, aber das heißt nicht, daß ich auch John Barrymore aufgebe. Das Profil wird irgendwann zurück sein!

Oh, noch eine letzte Sache. Kardinal Richelieu. Ich muß euch einfach ein Bild von ihm zeigen. Makeup-Ziele? Eine kleine Katze auf der Wange?

Montag, 19. Januar 2026

"Cloisonné"-Halskette

Das heutige Schmuckstück ist nicht echtes Cloisonné, wurde aber davon inspiriert.
Cloisonné ist eine uralte Technik, bei der Metallstreifen oder -draht auf einer Metalloberfläche befestigt werden und so Zwischenräume bilden ("cloisons" auf Französisch). Anfangs wurden Edelsteine dafür verwendet, die so entstehenden Lücken zu füllen, später dann Emaille, was ebenfalls bunt, aber nicht so teuer ist.
Ich erinnere mich, daß ich sogar schon als Kind von Cloisonné-Stücken fasziniert war. Ich mache aber keine Metallarbeiten und habe auch noch nie mit Emaille gearbeitet.

Manche meiner Ideen entstehen völlig aus dem Blauen heraus. Ich schaue mir gern an, was so in meiner aktuellen "Arbeitsbox" ist - ich sollte wirklich mal die letzte aufräumen, denn ich bin sicher, ich werde ein paar Überraschungen darin entdecken -, und arbeite dann damit.
Diesmal fand ich übriggebliebenes ungleichmäßiges Dreieck Stickuntergrund und einen Abschnitt eines schmalen Bands aus Wildlederimitat, das ich kurz für "Die große Umarmung" in Erwägung gezogen hatte.
Es war wahrscheinlich das flache Aussehen, das mich an die Metallstreifen in Cloisonné erinnerte und mich zu der Überlegung brachte, wie es wohl aussehen würde, wenn ich das Band auf den Untergrund aufkleben würde (oooh, ehrgeizig), nicht flach, sondern auf dem Rand, damit ich Kurven ziehen konnte. Dann würde ich die Lücken mit Perlenstickerei auffüllen.
Natürlich wäre es interessant gewesen, ein tatsächliches Muster wie in echtem Cloisonné zu kreieren, aber dafür war das Band zu dick. Ich habe ja schon eine ganze Weile dafür gebraucht, diesen geschlossenen "Kreis" hinzubekommen. Abgesehen davon klappte das Aufkleben aber erstaunlich gut.


Zunächst begann ich damit, die Leerräume mit Reihen zu füllen, die dem Verlauf des Bandes folgten, aber wie schon bei der "Großen Umarmung" merkte ich schnell, daß mir das nicht gefiel.
Also trennte ich die Reihen heraus und nähte stattdessen Perle für Perle auf, was bei den engen Stellen viel besser funktionierte.
Außerdem was der ursprüngliche Plan gewesen, jede Farbe einmal zu verwenden und den Anhänger richtig bunt zu macht. Hätte ich aber vorher so richtig darüber nachgedacht und nicht das Band verwenden wollen, das schon geschnitten war, hätte ich statt des blauen ein schwarzes genommen. Wieder riß ich alles heraus und beschränkte mich stattdessen auf willkürliche Plazierung von Grün- und Blautönen. Natürlich ruft eine Kombination von Grün und Blau bei mir immer Gedanken ans Meer hervor und das Band verstärkte bei mir noch das Gefühl von Korallenriff, also mußte ich mich des Drangs erwehren, auch noch Perlen dazuzunehmen. Ich denke, das wäre einfach zuviel gewesen.


Nächste Entscheidung - eine Kette.
Ich liebe das Aussehen eines gedrehten Herringboneschlauchs mit drei Perlen in kontrastierenden Farben und wählte ein dunkles Regenbogengrün, ein Metallicblau mit einem Hauch von Mint und einem wunderschönen Dunkelblau.
Könnt ihr euch nicht auch eine Reihe von Schlauchketten wie dieser in verschiedenen Farben und Längen vorstellen?


Ich hatte so richtig Spaß beim Herumspielen mit diesem Stück und wünschte fast, ich hätte die Geduld, nochmal eins mit schwarzem Band zu probieren, aber während meine Hände noch eine Pause brauchen, ist mein Gehirn schon auf dem Weg zum nächsten WIP in meiner Arbeitsbox, das schon so lang dort drin wartet, weil ich mich nicht entscheiden kann, wie herum ich den Anhänger haben will!
Was sagt ihr - Tropfen mit der Spitze nach oben oder nach unten?

Samstag, 17. Januar 2026

Einfach nur so Samstag - Wie konntest du nur?

Wir haben fast 34 Jahre miteinander verbracht.
Ich dachte, du wärst die eine Konstante in meinem Leben.
Du würdest immer für mich da sein.
Ich habe Tag und Nacht auf dich gezählt.
Es ist wahr, du warst nicht für jeden hell genug, für mich aber schon.
Doch dann hast du mich verlassen, ohne Vorwarnung.
Du warst einfach weg und hast mich zurückgelassen, in der Dunkelheit.
Ich schätze, ich hätte darauf vorbereitet sein sollen, daß das irgendwann geschehen würde, aber ich fand, daß das ausgesehen hätte, als würde ich dir nicht vertrauen.
Und dann konnte ich dich eines Tages nicht mehr anmachen.

Aber wir hatten einen guten Lauf zusammen, oder?
Leb wohl, kleine Leuchtstoffröhre. Du wirst mir fehlen.

Freitag, 16. Januar 2026

Weekend Traffic Jam Reboot - Woche 139

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).



Veganuary ... Dry January ... No-Buy-January ... wie läuft euer Januar? Macht ihr eine von diesen Challenges?



Also, wie steht's mit euch? Bereit fürs Wochenende?

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Diese Woche fällt unser Spotlight auf Esme Salon.


Esme von Esme Salon schreibt "Willkommen, ich freue mich so, daß ihr hier seid, und ich hoffe, ihr werdet ein paar wundervolle selbstgemachte und bewährte Rezepte aus der ganzen Welt finden, um sie daheim nachzumachen.
Mein Ziel ist es, die besten selbstgemachten und gesunden Rezepte für alle Familien anzubieten. Ich bemühe mich außerdem, andere Blogger auf meinem Blog vorzustellen.
Ich bin mit einer Liebe zum Backen und Kochen aufgewachsen, während ich meiner Mom dabei zugeschaut habe, wie sie so liebevoll Mahl auf Mahl für die Familie und all unsere Freunde zubereitet hat.
Ich lebe seit 1997 in Vancouver, B.C. Canada, komme aber ursprünglich aus einem kleinen Dorf names Somerset West, knapp außerhalb von Kapstadt in Südafrika."


Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).

Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Zitronenlimonade - Jeanne zeigt uns ihren Zitronenbaum.

Sally erzählt uns etwas über Schnee aus der Perspektive des Südens der USA.

Schaut euch Natashas Marshmallow-Schneemänner an. Sind sie nicht süß?

Paula teilt ein paar großartige Tips mit uns dazu, wie man den Winter sicher für Haustiere macht.



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Donnerstag, 15. Januar 2026

Stummfilme - En ny hat till Madammen

Vor ungefähr 35 Jahren schlug der Ex vor, daß wir einen Dänischkurs besuchen könnten. Aus verschiedenen Gründen, die meisten davon hatten nicht wir unter Kontrolle, schafften wir nur etwa vier Stunden. Also kann ich zwar immer noch sagen, daß das Zimmer groß ist und daß ich aus Deutschland komme, aber das ist es dann auch.
Was ich euch sagen kann ist, daß der heutige Film von 1906 "En ny hat till Madammen" heißt, also "Ein neuer Hut für die gnädige Frau" (der am Anfang des Films eingeblendete Titel ist allerdings "Ein Hut nach neuester Mode"). Es gibt nicht mal Titelkarten, also war es kein Problem, diesem Kurzfilm zu folgen, den der dänische Filmpionier Viggo Larsen gemacht hat.


Die gnädige Frau wählt einen Hut
aus und er ist groß!

Auch wenn es vielleicht so aussieht,
ist es doch kein Käse. Es ist die
Hutschachtel und der Gatte mußte
eben einen Teil des Fensterrahmens
herausreißen, um sie überhaupt durch
das Fenster zu bekommen.
Das nenne ich mal einen
unterstützenden Ehemann.

Nachdem die gnädige Frau mit ihrem
neuen Hut ein paar Leute "angegriffen"
hat und Probleme hat, Hut und ihren
Humpelrock in den Griff zu bekommen,
aber nicht imstande war, in ein Taxi
einzusteigen, kauft der Gatte ihr ein
Wägelchen für den einfacheren Transport.

Ihre Freunde finden die Idee
toll und machen mit.

Ups. Es ist vielleicht doch schwieriger
als sie erwartet hatten.

Teezeit endet in einem Duell, weil der
Hut die Mütze des Militärs links
heruntergestoßen hat und er zurückschlug.

Oh nein! Der Gatte ist verwundet!
Wenigstens gibt der Hut eine
nützliche Bahre ab.

Es ist nur eine Fleischwunde (irgendwelche
Python-Fans hier?).
Trotzdem, nachdem er seine Frau geküßt hat,
bittet der Gatte sie, den Hut loszuwerden.


Wieder mal habe ich etwas Neues gelernt.
Dänemark war einer der großen Macker in der frühen Filmgeschichte, kommerziell und historisch gesehen. Sie hatten Stars wie Asta Nielsen, die international berühmt waren.
Von ungefähr 1910 bis 1914, als der 1. Weltkrieg ausbrach - das Goldene Zeitalter des dänischen Stummfilms - war die dänische Filmindustrie sogar unter den Weltführern, bevor Hollywood übernahm.

Die Webseite "Danish Silent Film", die vom Dänischen Filminstitut angelegt wurde, hat zum Ziel, mehr als 400 Werke aus der Stummfilmgeschichte des Landes online frei verfügbar zu machen, ergänzt durch "Poster, Fotos, thematische Artikel, Skripts und zeitgenössische Kritiken".

Aber zurück zu unserem Kurzfilm.
Es mag zunächst scheinen, als wäre er nur eine alberne kleine Slapstickkomödie, aber er macht sich sehr wirksam über die Modetorheiten der Zeit lustig, um gleichzeitig auf ihre Gefahren hinzuweisen - riesige Hüte und Humpelröcke (letztere verursachten tatsächliche Unfälle, sogar tödliche).
Und es sind nicht nur die Damen, die vom Wahnsinn einer absurden Mode betroffen sind, sondern auch die Männer. Ein Duell wegen eines Huts? Ich finde immer noch erstaunlich, wie schnell einer der Männer beim Tee einen Säbel für den Ehemann besorgt.

Riesige Kopfbedeckungen waren nicht nur auf Damenhüte beschränkt. Männer trugen zum Beispiel sehr hohe Zylinder. Zugegeben, sie waren nicht so breit, und dezimierten exotische Vogelpopulationen nicht, wie das die mit Federn verzierten Riesenhüte taten (auch heute übrigens immer noch eine Gefahr).
Vergeßt auch nicht die auffallenden Perücken, die in alten Zeiten getragen wurden, von Frauen und Männern.
Der Erste Weltkrieg war nur ein Grund dafür, daß diese Mode verschwand, als Frauen in den Kriegsanstrengungen gebraucht wurden und Kleidung praktischer wurde.


Als jemand, der nie modisch war und bei der eigenen Kleidung Bequemlichkeit dem Aussehen vorzieht, mußte ich über diesen Film herzhaft lachen. Absolut eine Empfehlung von mir!


Quellen (englischsprachig):

1. Website "Danish Silent Film"
2. Fritzi Kramer: A New Hat for the Madam (1906) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 1. August 2022

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