Freitag, 18. März 2022

Pack die Vorräte an - Peyote-Röllchen-Ohrringe

Als ich die Perlen für meinen geflügelten Skarabäus durchschaute, fand ich zwei Röhrchen mit Delicaperlen in meinem Vorrat. Beide waren Teil einer Überraschungsmix-Bestellung gewesen. Wann immer ich eine Perlenbestellung mache, kann ich nicht widerstehen, einen Überraschungsmix in meinen Warenkorb zu legen.
Ich bekomme dann vielleicht ein paar Perlenfarben, -formen oder -größen, für die ich momentan keine Idee habe, aber es ist immer eine nette Herausforderung, etwas zu verwenden, an das ich selber beim Bestellen nie gedacht hätte, und einige dieser Perlen waren einfach genau richtig für meine Projekte.

Diese speziellen Röhrchen waren Delicas in Größe 10 und 8. Ich benutze meine Delicas meistens zum Perlenweben und es hätte ziemlich schwierig werden können, diese größeren in einem Stück einzuarbeiten, also mußte ich mir etwas anderes Kleines ausdenken.
Was mir als erstes einfiel, waren Ohrringe aus Peyote-Röllchen, aber natürlich mußte noch irgendetwas zu den Röllchen dazu, denn einfaches - wenn auch schimmerndes - Weiß mit Goldeinzug oder Rot wäre nicht sehr aufregend.

Nachdem ich die Röllchen also fertig hatte, schaute ich nochmal über meine Vorräte.
Ich liebe diese winzigen Würfelchen in gold AB, so sehr, daß ich, als ich sie erstmals entdeckte, gleich eine ganze Ladung davon bestellte, die ich noch immer nicht komplett aufgebraucht habe.
Ihre Kanten schmiegen sich perfekt in die Lücken zwischen den Delicas an.
Nur noch zwei Swarovski-Kristalle und ein paar winzige Rocailles und voilà, ein hübsches Paar Ohrringe!


Da die roten Delicas kleiner waren, brauchten sie auch kleinere Akzente, aber was?
Dann fiel mein Blick auf meine kleine Steiff-Marienkäfer-Wollminiatur (der gelbe Schimmer kommt übrigens von meiner Tageslichtlampe, tatsächlich ist er völlig rot). Perfekt!
Wie gefallen euch meine Marienkäfer-Ohrringe?

Dienstag, 15. März 2022

Der geflügelte Skarabäus

Khepri war der Gott der Morgensonne im alten Ägypten. Man glaubte, daß er die neugeborene Sonne in Form eines Skarabäus über den Himmel schob, so wie die echten Käfer Mistkugeln rollen, aus denen ihre Jungen dann herauskriechen.
Khepri wurde entweder als Gott mit einer menschlichen Gestalt und einen Skarabäus als Gesicht oder einfach nur als der Skarabäus selber dargestellt.
Das ist natürlich nur die Kurzversion seiner Geschichte.

Als ich einen kleinen Sodalithcabochon auf dem Untergrund anbrachte, hätte nichts weiter weg von meinen Gedanken sein können als Khepri. Dies sollte ein kleines Projekt für zwischendurch werden, ein kleiner Cabochon auf einem kleinen Rest von Filz, mit einer Fassung und vielleicht etwas um den Rand herum, für einen Anhänger oder Teil eines Rings.
Meine Pläne änderten sich allerdings ziemlich schnell, als ich für die Fassung eine Kombination aus blau und gold gewählt und winzige goldene Perlen hinzugefügt hatte, die den bescheidenen Sodalith in eine Art Skarabäus verwandelten.

Da erinnerte ich mich dann an den geflügelten Skarabäus und ging nach Perlen suchen, die für die Flügel geeignet waren.
Ich verwende Stäbchenperlen nicht oft, habe aber einige Farben zur Auswahl aus Überraschungs- oder Destashpäckchen.
Nachdem der Untergrund ausgetauscht ware, weil mein Stück für die neue Idee viel zu klein war, mußte ich entscheiden, wie ich die Flügel formen und ob ich die Morgensonne ebenfalls hinzufügen wollte. Gerade rechtzeitig erinnerte ich mich daran, daß ich noch roten Magnesit dahatte, der perfekt für die Sonne war.
Als ich dann Skarabäus und Sonne fertighatte, suchte ich Farben für die Flügel aus, die mich an das alte Ägypten erinnerten, türkis - glänzend und matte mit AB-Finish - gold und lila.

Das Ergebnis war ganz und gar nicht das, was ich erwartet hatte, als ich rein zufällig den Sodalith aus meinen Vorräten wählte.
Als nächstes - Anhänger oder Halskette? Eine Öse schien mir fehl am Platz, also mußte es eine Halskette werden, und wenn ihr meine letzten Ketten gesehen habt, werdet ihr bemerkt haben, daß ich für meine Mittelstücke Herringboneketten liebe. Diesmal arbeitete ich noch ein paar Dumortieritperlen ein - aus Mangel an Lapislazuli.
Ich bin wirklich zufrieden damit, wie dieses Stück geworden ist!


Donnerstag, 10. März 2022

Der Fluch des Schwabenlandes

Ich habe noch nie davon gehört, aber hier muß es irgendwo Piraten geben ;-)
Wie würdet ihr sonst dieses Stück erklären, das offensichtlich eine Art Piratenmedaillon ist?
Okay, ihr habt mich erwischt. Das ist mein neuester Anhänger. Ich hatte die Idee, eine gefädelte Komponente mit Perlenstickerei zu verbinden, schon ein paar Tage lang, und ich wollte einen meiner Kristallschädel dazu benutzen.

Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen oder Experimenten mit Größe, Farben, Fadenspannung (ich habe herausgefunden, daß ich mit der Fadenspannung Probleme habe, wenn ich selber angespannt bin *Augenrollen* und mehr ging das ganze endlich in die richtige Richtung.
Ich fädelte einen Ring, befestigte ihn auf dem Untergrund und plazierte den Totenschädel in der Mitte. Dann füllte ich den leeren Platz in der Mitte mit Perlen unterschiedlicher Farbe und Größe willkürlich auf und nähte den Rand des gefädelten Rings auf den Untergrund, wobei ich für einen Hauch von Farbe lila beschichtete Hämatitperlen dazunahm.
Verschiedene Techniken, die mehr als eine Ebene erzeugen, geben dem Anhänger mehr Tiefe, finde ich.
Da die Farben alle ziemlich dunkel sind, habe ich für den Rand und die Öse silber gewählt, um alles ein wenig aufzuhellen.


Vielleicht sollte ich ausprobieren, wie es mit komplett anderen Farben aussieht. Jetzt wünschte ich, ich hätte ein paar goldene Totenköpfe mitbestellt, damit ich "Goldmünzen" machen könnte! ;-)

Montag, 28. Februar 2022

Bereit für Frühling

Letztes Mal hatte ich meine Hoffnung ausgedrückt, daß ich bald etwas Neues zeigen könnte, auf einem der abgebildeten Designs basierend.
Hierfür habe ich ein paar Perlen benutzt, die ich wahrscheinlich schon fast ganz am Anfang meiner Schmuckmacherei hatte. Es war auf einem Sonntagsmarkt in einer kleinen Stadt in der Nähe, wo ich einen Strang Blaufluß fand. Damals hatte ich bisher nur Goldfluß gekannt, und dieses satte Blau gefiel mir sehr. Wenn ich doch nur gewußt hätte, daß diese Perlen mich jahrelang verfolgen würden, ich bin mir fast sicher, daß diese hier noch nicht die letzten waren, denn sie haben sich schon öfter in alten Stücken versteckt, die ich zum Aufreißen beiseitegelegt habe.
Das Problem war, daß ich nie eine wirklich gute Idee dafür hatte.
Endlich habe ich aber eine gute Verwendung dafür gefunden, auch wenn das bedeutete, das schöne Blauedabei schamlos zu verstecken.

Sie sind nämlich perfekt dafür geeignet, sie in diesen gefädelten Knospen zu verarbeiten, und da ich drei davon hatte, entschied ich mich gegen noch ein Paar Ohrringe und habe stattdessen diese Halskette gemacht.
Mit der Kette umarme ich auch mal wieder meine asymmetrische Seite, was nicht so oft vorkommt, sowohl damit, wie die Knospen sitzen als auch mit den unterschiedlichen Farben.
Ursprünglich sollte die dritte Knospe bronzefarben sein, aber dafür hatte ich gerade nicht die passenden 15er Rocailles da, und ich konnte einfach nicht auf eine Bestellung warten, weil ich fürchtete, daß die Halskette schon vorher in der berüchtigten WIP-Schublade landen würde.
Nun finde ich, daß die Hämatitfarbe eigentlich auch einen schönen Kontrast ergibt. Was denkt ihr?



Donnerstag, 24. Februar 2022

Ähm ... ein frohes Neues Jahr?

Ich gestehe, daß sich das Jahr schon ziemlich gebraucht anfühlt UND es versucht definitiv, 2021 zu zeigen, daß es noch "besser" ist als sein Vorgänger.
Kurzum, ich habe immer noch meine Probleme mit dem Leben, wie ich schon im Dezember erwähnt hatte. Private Angelegenheiten, aber auch was auf der Welt passiert, oft möchte ich mich einfach nur unter meiner Bettdecke verstecken. Es ist erschöpfend, es ist beängstigend, und manchmal ist es schwierig für mich, die Motivation für die kleinsten Dinge zu finden.

Gerade habe ich es mal wieder geschafft, Kartons zu schneiden, und es war recht erstaunlich zu sehen, daß die meisten davon für die Katzen waren und nur zwei kleine für mich, etwas für den Haushalt (yay?) und ein Geschenk. So verwöhnt, aber was würde ich ohne sie tun?
Jetzt da der Dekan ein klein wenig ruhiger geworden ist - das bedeutet, er ist jetzt in Abschnitten verrückt und nicht mehr fünf Stunden am Stück - hatte ich sogar die Chance, wieder etwas kreativ zu werden.
Ich habe an einem vom Jugendstil inspirierten Showcase auf Facebook teilgenommen und war entschlossen, ein paar neue Stücke zu machen und etwas von meinen alten Vorräten zu benutzen. Ich brauchte eine Weile, um in den "kreativen Fluß" zu kommen and diesen meditativen Zustand zu gelangen, tatsächlich war eines der Designs mit viel Experimentieren verbunden und kostete mich einige Nerven, bevor es endlich so klappte wie ich wollte, aber dann fühlte es sich so gut an.

Ich habe sicher schon mal erwähnt, daß ich nicht gern Ohrringe mache, manchmal einfach nur deshalb, weil ich vergesse, wie ich den ersten gemacht habe, aber Perlensticken hat mich sehr dabei geholfen. Es ist zwar mehr Arbeit für mich, weil ich die Rückseite aufnähen muß, aber es ist wirklich befriedigend, am Ende zwei zusammenpassende Ohrringe zu haben!

Hier sind nun die Stücke, die ich bis jetzt 2022 gemacht habe, und ich arbeite an noch etwas, das auf einem dieser Designs basiert, um ein paar übrige Perlen zu verbrauchen, also wird es hoffentlich bald wieder etwas Neues zu zeigen geben.


Bleibt sicher und gesund da draußen und paßt auf euch auf!

Übrigens habe ich endlich nachgegeben und man kann mich jetzt auch auf Instagram finden, wo ich nicht nur meine Arbeiten zeige, sondern auch Bildern von den Flegeln ... sorry, Katzen ... und Stücke aus meinen persönlichen Sammlungen.

Freitag, 31. Dezember 2021

Pack die Vorräte an - Perlenbestickte "elisabethanische" Lady

Anfang November habe ich euch erzählt, warum ich seit einer Weile nicht auf meinem Blog war. Einer der Gründe war der Dekan, mein Katzenkind. Er ist inzwischen nicht mehr ganz so dämonisch, aber braucht natürlich immer noch eine Menge Aufmerksamkeit, also ist die einzige Möglichkeit, kreativ zu sein, daß man ihn auszusperrt oder wartet, bis er sehr müde ist, und dann für diesen Moment vorbereitet ist.
Wenn ich an etwas arbeite, kann das ein paar Stunden dauern, und zu diesem Zeitpunkt würde ich mich wirklich schlecht damit fühlen, mich so lange einzuschließen und den kleinen Dämon draußen warten zu lassen, vor allem seit Gundel ihre eigene Allein-Zeit einfordert, um ein paar Stunden ungestört schlafen zu können. Also entschied ich mich für den Schlafmodus. Es zeigte sich, daß ich niemals vorbereitet bin, weil ich, naja, eben nie weiß, was ich brauchen werde, wenn ich auf kreative Abenteuer gehe. Aufzustehen heißt aber, daß der Dekan vom Schlafmodus in den "laß uns spielen, wirf den Ball, kann ich dich anspringen, nein, streichel mich nicht, hier ist der Ball zurück, schau, was ich gefunden habe, können wir noch etwas spielen" Modus.
Natürlich ist das nicht nur eine Frage der Aufmerksamkeit. Der Dekan ist von meinen Perlen und meinem Faden und Draht besessen, wie es jedes Katzenkind wäre, und er ist so schnell, daß ich ihm mit meinem Zeug nicht vertraue, es sei denn, ich kann sehen, daß er zu müde ist, sich zu bewegen. Das ist einfach eine Sache der Sicherheit, nicht die der Perlen, sondern vielmehr seiner eigenen.

Gestern aber geschah das Undenkbare. Nicht nur beschloß der Dekan, mir ein paar Stunden Spielzeit zu gönnen, indem er neben mir in Ohnmacht fiel, wie das nur Katzen können, sondern ich hatte auch alles, was ich brauchte.
Es war großartig. Ich hatte nicht einmal gewußt, wie sehr ich meine Perlen und den beruhigenden Effekt, den das Spielen mit ihnen auf mich hat, vermißt hatte. Ich war in letzter Zeit ziemlich gestreßt und auch wenn die Arbeit mit Perlen den Streß nicht verschwinden läßt, so verschaffte sie mir doch einen dringend benötigten Timeout. Überhaupt nicht zu wissen, wo ein Design hingehen wird, kann alles durcheinanderbringen, wenn man zwischendrin steckenbleibt, aber etwas fertig zu sehen und nicht die leiseste Idee zu haben, woher dieses Design gekommen ist, ist das, was ich an kreativer Arbeit am meisten liebe.

Diese Lady fing mit einem geschnitzten Gesicht an, das auf ein Stück Lacy's Stiff Stuff aufgeklebt war, und einer Peyotefassung. Dieses ganz bestimmte transparente Dunkelrot mit AB-Finish ist zu einer meiner Lieblingsfarben geworden, vor allem in Verbindung mit Metallic-Bronze.
Ich glaube, meine erste Idee war, ihr Haare zu geben, aber mit der roten Fassung ganz um ihr Gesicht herum wurde daraus stattdessen eine Art verzierte Kopfbedeckung, die mich an eine elisabethanische Frisur erinnerte, was wahrscheinlich den kragenartigen Teil inspirierte, der schließlich zu Pailletten - in einer anderen Farbe, um dem Design etwas mehr Tiefe zu geben - und Perlen führte.
Ist sie ein bißchen übertrieben? Sicher ist sie, aber ich schätze, sie - und ich ;-) - brauchten das!

Donnerstag, 9. Dezember 2021

Oldies but Goodies - Neutrale Farben

Vor dieser Jewelry Artisans Community Oldies but Goodies Challenge hatte ich nie viel über neutrale Farben nachgedacht. Ich trage viel Schwarz und ich liebe Grau, welches zwei davon sind, aber beige, taupe, creme, braun, elfenbein, sogar weiß gehören überhaupt nicht zu meiner persönlichen Farbliste. Zum Beispiel habe ich zu Beige sogar eine sehr schwierige Beziehung, was nett ausgedrückt bedeutet, daß ich es um jeden Preis vermeide.

Die Definition für neutrale Farben ist, daß sie nicht auf dem Farbkreis liegen. Es sind gedämpfte Schattierungen, die beruhigend wirken und die Farben, die auf dem Farbkreis sind, gut ergänzen, in der Mode, aber auch im Innendesign.
Wie steht es aber mit Schmuck? Für mich ist es viel einfacher, bei Schmuck mit neutralen Farben zu arbeiten als mit bunten, weil ich immer denke, so können sie mit allem kombiniert werden.
Schauen wir mal, was die JAC-Mitglieder so zu zeigen hatten, und vergeßt nicht, dies ist nur eine kleine Auswahl.


1 My Bijou Life
2 RioRita Jewelry
3 Jewelry Art by Dawn
4 Cat's Wire