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Mittwoch, 9. Oktober 2024

Die Henne und das Ei

Vor ein paar Wochen besuchten wir die örtliche "Töpferei auf dem Jackenhof", wo ich letztes Jahr auch meine fröhlichen gelben Becher gekauft habe (und ja, ich liebe sie immer noch so sehr und benutze sie die ganze Zeit). Obwohl ich diesmal nur die Begleitung war, konnte ich nicht widerstehen, wenigens ein bißchen was zu kaufen, in diesem Fall eine kleine Vase in einem wunderschönen Blau und geformt wie ein Ei, dessen Deckel ab ist (sagt man das überhaupt so?).
Ich habe ein Bild gezeigt, weil ich Freunde haben, die ebenfalls Töpferwaren lieben, und eine von ihnen meinte, sie frage sich, was wohl daraus geschlüpft sei.
Jetzt habe ich es herausgefunden! Es ist allerdings etwas überraschend, ich hatte irgendwie was Größeres erwartet ...


Immer wenn ich eine neue Technik lerne, ist mein Ziel zu versuchen, ob ich sie mit meinen vorherigen Techniken kombinieren kann.
Offensichtlich Perlenstickerei ist am einfachsten mit Handstickerei zu mischen. Man schmeißt einfach ein paar extra Perlen drauf, richtig?
Wie soviele meiner Stücke war diese winzige Henne völlig ungeplant. Ich hatte ein Reststückchen Leinen und fragte mich, wie es für mich wäre, ohne Rahmen zu arbeiten. Die Inspiration, eine Henne zu machen, kam von einem Cartoon, den ich kurz zuvor gesehen hatte.

Natürlich gibt es einiges, was ich jetzt anders machen würde. Ich hätte das Polstern der Henne eingeplant, damit der Silberrand nicht ganz so obendrauf sitzen würde, obwohl ess 15er Perlen sind. Ich hätte zum Stabilisieren des Leinens nicht den dickeren Filz benutzt und meine Henne hätte einen Schnabel bekommen, den man besser sehen könnte. Meine einzige Entschuldigung dafür, ecru gewählt zu haben ist, daß es spätnachts war und ich einfach nach etwas gegriffen habe, ohne nachzudenken.
Schließlich war das ja ursprünglich nur als kleines Experimentalstück gedacht, ich hätte nicht mal geglaubt, so weit zu kommen.

Ich habe auf jeden Fall etwas daraus gelernt. Vielleicht finde ich eine Nadel, die klein genug für hintendrauf ist, und stecke mir die Henne an den Kragen meiner Jeansjacke. Oder vielleicht habt ihr ja eine Idee?

Samstag, 30. Juni 2018

Art Elements Design Challenge and Blog Hop - Sonnenblumen

Ich geb's zu. Als ich Susan's Post für die June Design Challenge auf Art Elements mit dem Thema "Sonnenblumen" sah, dachte ich, das hab ich in der Tasche, aber ach, ich lebe jetzt seit 53 Jahren mit mir zusammen und weiß immer noch so wenig *seufz* Ja, natürlich gab es da Dinge, die dazwischenkamen, dazu neigt das Leben nun mal, aber ich hätte wirklich wissen müssen, daß ich Ideen hegen würde, bis kurz vor der Enthüllung hübsch in meinem Gehirn weggepackt - aber ich hab's geschafft.

Vor ein paar Wochen erwähnte ich hier schon mal die Sonnenblumen, die ich früher als Teenager hatte. Da wir keinen richtigen Garten hatten, blieb mir nur ein kleiner Fleck. Da ich außerdem mit dem gesegnet bin, was ich gerne zehn schwarze Daumen nenne, alle davon linke, und das mir als Rechtshänder, haben Pflanzen in meiner Gegenwart nicht wirklich gute Chancen. Diese paar Sonnenblumen jedoch taten echt ihr Bestes an einer wahrscheinlich nicht so perfekten Stelle. Die höchste war vielleicht so 75 cm, würde ich mal schätzen, aber die anderen waren viel kleiner. Am Ende war da dann nur noch eine letzte winzige Blume, vielleicht 12 cm hoch. Als ein Freund meines kleinen Bruders sie ausrupfte, wurde ich, sagen wir doch, ein bißchen harsch (nur Worte, keine Gewalt). Er war aber ein Naturtalent im Heulen (das ist nett ausgedrückt, er war nicht mehr so klein, und ich hatte ihn auch zuvor schon gewarnt. Als ich ihn Jahrzehnte später traf, schien er jedenfalls nicht zu traumatisiert, um mit mir zu reden, ich würde also sagen, wir sind beide drüber hinweggekommen ;-)).

Das war also eine Inspiration, die andere war offensichtlich das erste Bild im Challenge-Post, Van Goghs Sonnenblumengemälde oder soll ich eher sagen, eins davon?
"Der Öffentlichkeit ist kaum bewußt, daß Van Gogh eine Serie von Sonnenblumenbildern geschaffen hat, sagt Leo Jansen, ein Kurator am Van Gogh Museum und Herausgeber der Briefe des Künstlers. Neun von zehn Leuten, denen ich es erzähle, ist das neu." Das ist aus einem BBC-Artikel über die "unbekannte Geschichte" hinter den Sonnenblumengemälden (auf Englisch). Jepp, noch etwas zum Gestehen, ich wäre eine dieser neuen Personen gewesen. Tatsächlich habe ich auch nie darüber nachgedacht, denn - und bitte denkt jetzt daran, daß die Wahrnehmung von Kunst für jeden unterschiedlich ist - ich bin kein so großer Fan davon. Ich habe eines von Van Goghs Sonnenblumenbildern in der National Gallery in London gesehen, und es wurde nicht zu einem meiner Favoriten.
Wie wurde es dann trotzdem zu einer Inspiration für mein Stück?

Was ich als erstes wußte war, daß ich die Blumen fädeln wollte. Ich hatte schon mal für eine andere Challenge eine Sonnenblume gefädelt, mit einem Mahagoni-Obsidian-Cabochon, war aber nicht völlig glücklich mit den Blütenblättern gewesen, daher hatte ich es schließlich wieder zerlegt. Ich hatte auch schon einmal eine große Sonnenblume aus Draht und Perlen gehäkelt.
Diesmal wollte ich etwas anderes, etwas Zierlicheres, eine gute Entscheidung, wenn man bedenkt, daß ich ohnehin schon spät dran war. Ich sah mich nach Schachbrettkristallen für das Innere um, fand aber keine in Braun, also entschied ich mich stattdessen für Rivolis. Ich fädelte zwei Blüten und zwei Blätter - nicht so leicht für mich wie es sich anhört, da ich kaum jemals ohne Webrahmen fädle - aber jetzt was?
Auf ein Armband nähen? Ein Paar Ohrringe daraus machen, was tatsächlich einer meiner allerersten Pläne gewesen war? Zumindest noch ein zusätzliches Blatt machen, da ich die Regel der ungeraden Zahl eklatant ignoriert hatte (übrigens genau wie Van Gogh in einigen seiner Gemälde!) und eine Brosche arbeiten?
Nichts davon, denn plötzlich hatte ich eine andere Idee, die wahrscheinlich wirklich davon erzeugt wurde, daß ich die Van Gogh-Bilder anschaute, auch wenn mir das nicht bewußt gewesen war. Eine Vase. Aber eine gefädelte Vase? Nicht, ich hatte keine Ahnung, wie ich das am besten bewerkstelligen sollte, und die Zeit zum Experimentieren ging mir aus.
Draht. Natürlich. Gewebter Draht. Mit etwas Struktur. Einem Hauch von Dreidimensionalität.
Hier habt ihr es. Ich hab's geschafft. Einen Tag vor der Enthüllung. Und es gefällt mir. Etwas, daß man für zukünftige Spielereien im Kopf behalten kann. Andere Blumen? Größer? Oxidiertes Kupfer oder ein anderer Draht? Die Zeit wird es zeigen!



Hoffentlich läßt Art Elements mich das nächste Mal wieder mitmachen, und diesmal fange ich früh..... vergeßt es, ich weiß ja, das werde ich nicht. Vielleicht brauche ich ja diesen Druck, wer weiß? ;-) Aber träumen kann ich doch trotzdem, richtig?

Nun zu all den anderen Teilnehmern an dieser Challenge. Ich freue mich schon darauf, ihre Posts mit Oohs und Aahs durchzugehen, warum ihr nicht auch? :-D

Gäste


Alysen - Anita - Cat (c'est moi) - Divya - Jill - Kathy - Linda - Linda - Mischelle - Norma - Raven - Sarajo - Tammy

AE Team-Mitglieder

Caroline - Cathy - Claire - Jenny - Laney - Lesley - Sue