Donnerstag, 23. April 2026

Stummfilme - The Matrimaniac

Könnt ihr glauben, daß es mehr als ein halbes Jahr her ist, daß ich einen Douglas Fairbanks-Film angeschaut habe? Ich weiß, ich habe gesagt, daß Luke der Hund mein Herz von Doug weggestohlen hat, aber das heißt nicht, daß ich ihn völlig vergesse!
Doug hatte eine Menge andere Filme gemacht, bevor er ins Swashbuckler-Geschäft wechselte und heute habe ich einen davon für euch - The Matrimaniac von 1916!


Erstmal die Handlung (Spoileralarm!)

Jimmie Conroy und Marna Lewis möchten heiraten, aber ihr Vater ist dagegen und möchte, daß sie stattdessen Wally heiratet, also beschließen Jimmie und Marna durchzubrennen. Leider wird Wally Zeuge ihrer Abfahrt und verpetzt sie bei Lewis, der ihn zum Zug schickt, um die Hochzeit zu verhindert, bis er Verfügungen in die Finger bekommt.
Wally schafft es in den Zug und konfrontiert das Paar.


Da sie vorhaben, die Hochzeit trotzdem durchzuziehen, will er ein Telegramm an Lewis schicken, aber Jimmie spricht mit dem Schaffner und heckt einen eigenen Plan aus. An der nächsten Station steigt er aus, um nach einem Reverend zu suchen, der ihn und Marna verheiratet. Leider ist Reverend Tubbs in der Wanne. Obwohl er nur einen Bademantel und Schlappen übergeworfen hat, zerrt ihn Jimmie mit sich, aber der Zug verläßt gerade den Bahnhof, als sie ankommen, und Wally verhindert, daß sie einsteigen.

In Bademantel und Schlappen zu rennen ist schwierig!

Von da an tut Jimmie alles, was ihnen dabei hilft, dem Zug zu folgen, und verteilt großzügig Geld und Schuldscheine für Kleidung für den Reverend, eine Draisine und ein Maultier, und schließlich fahren sie sogar unter einem anderen Zug mit.

Tubbs ist Reverend mit Leib und Seele, obwohl
möglicherweise das Versprechen einer
Spende an die Kirche ein bißchen geholfen hat ...

Inzwischen haben es Wally und Marna zum Hotel, wo das Paar absteigen wollte, geschafft. Jimmie und Tubbs werden verhaftet, als sie aus dem Zug steigt, aber Jimmie entkommt.
 
Schaut euch bloß mal Wally an, das
selbstgefällige kleine Wiesel.

Er ruft Marna an, die in ihrem Zimmer festsitzt, weil Wally im Flur vor der Tür sitzt, und sagt ihr, sie solle ins Gefängnis kommen, damit Tubbs sie verheiraten kann.
Also muß Marna nun mit einem eigenen Plan aufwarten. Sie tauscht mit dem Zimmermädchen, das ihr essen bringt, die Kleider und schafft es bis zum Gefängnis, wo ihr der Reverend sagt, daß Jimmie entdeckt wurde und verfolgt wird.
Marna kehrt in ihr Hotelzimmer zurück - eine wundervolle Szene, in der sie "entdeckt", daß Wally mit dem verkleideten Zimmermädchen spricht, und die verratene Frau spielt - und Jimmie landet auf den Telefondrähten. Er kommt zu einem Techniker, der eine Verbindung zwischen Reverend Tubbs im Gefängnis, Marna in ihrem Zimmer und Jimmie auf dem Mast bei ihm herstellt.

"Haltet den Mund, könnt ihr nicht sehen,
daß ich gerade heirate?"

Lewis, Wally und die Polizei warten unten und fangen an, Jimmie die Verfügung vorzulesen. Als er von der Hochzeit per Telefon hört, rennt Lewis zum Gefängnis, aber zu spät.
Am Ende sehen wir Jimmie in seinem Büro, wie er die Leute auszahlt, denen er Schuldscheine gegeben hatte. Der letzte ist der gute alte Tubbs, der nicht nur ein Bündel Geld erhält, sondern auch einen Kuß des dankbaren Jimmie!


Nachdem alle weg sind, öffnet Jimmie einen Safe, aus dem Marna kommt, direkt in seine Arme.


Ich wußte von einer Dokumentation, daß Douglas Fairbanks nicht als Mantel-und-Degen-Held, sondern als Stuntkomiker in romantischen Komödien angefangen hat, und ich hatte da auch die ein oder andere kurze Szene gesehen. Also wußte ich zwar nicht, was genau ich zu erwarten hatte, aber daß es nicht wie seine großen abendfüllenden Filme sein würde.
Dieser Film war eine lustige kleine Einführung in diese Zeiten. Außerhalb der Verfolgungsjagd gab es nicht viel Handlung, aber Jimmie und der Reverend gaben ein feines Paar ab (ich hätte auf die Szene mit dem Maultier verzichten können, aber das ist hauptsächlich, weil mich Leute auf kleineren Eseln oder Maultieren immer nervös machen).
Wie Fritzi Kramer feststellt, gab es "keine großen Showstopper-Stunts", aber Doug bekam doch etwas Klettern, Baumeln und Springen unter - an Mauern, über Menschen, von Drähten und Regenrinnen.
Mir hat's jedenfalls Spaß gemacht.



Weitere Lektüre (englisch):

Fritzi Kramer: The Matrimaniac (1916) - A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 12. April 2026

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