Donnerstag, 26. März 2026

Stummfilme - Princess Nicotine or The Smoke Fairy

Heute habe ich noch einen wirklich kurzen Film für euch. Er ist ein bißchen seltsam, macht aber Spaß - "Princess Nicotine or The Smoke Fairy" von 1909 (mit diesem Post befürworte ich nicht das Rauchen, nur das Anschauen von Stummfilmen).


In den frühen Tagen des Films spielten die Leute ganz offensichtlich gern mit dem neuen Medium herum - denkt nur an die Méliès-Filme, über die ich schon gesprochen habe - und dieser Kurzfilm ist keine Ausnahme.
Wir haben eine Laufzeit von wenig mehr als fünf Minuten, also könnt ihr euch denken, daß es keine große Handlung gibt.


Ein Mann schläft neben seinem Rauchtisch ein - ich nenne ihn so, weil mehrere Raucherutensilien darauf liegen. Das waren noch Zeiten, als man eine Pfeife, Zigaretten und eine Zigarre brauchte!
Die Zigarrenkiste hält jedoch eine Überraschung bereit. Zwei winzige Feen kommen hervor, bereit für etwas Unfug.
Die ältere Fee nimmt den Tabak aus der Pfeife und hilft der jüngeren hineinzuklettern.



Der Mann erwacht wieder und versucht seine Pfeife anzuzünden, aber es klappt nicht, also klopft er sie auf dem Tisch aus und die kleine Fee kommt wieder heraus. Er bemerkt, daß sich die Feen in der Zigarrenkiste verstecken, also öffnet er sie und nimmt eine Blume heraus, die ihm Rauch entgegenbläst, es ist unsere kleine Fee!
Der Mann fängt an, Rauch auf sie zu blasen und sie mit einem Streichholz zu bedrohen, sie reagiert darauf, indem sie ihm ihren Hintern zeigt.


Dann baut sie ein Türmchen aus Streichhölzern und setzt es in Brand. Der Mann benutzt Seltzer, um erst das Feuer zu löschen und dann die Fee zu bespritzen, am Ende bespritzt er sich aber selber.




Heute denken eine Menge Leute bei Feen wahrscheinlich an eine Art von Disney Tinkerbell, aber früher waren Feen und Elfen nicht als freundlich und niedlich betrachtet.
Feen können boshaft, gemein oder einfach nur gefährlich sein. Sie entführen Kinder und lassen dafür Wechselbälger zurück (natürlich wissen wir heute, daß auf diese Art erklärt wurde, wenn Kinder auf irgendeine Weise "anders" waren), aber sie locken auch Erwachsene in ihre Welt, aus der sie nicht zurückkehren können, oder es ist viel Zeit in der echten Welt vergangen, wenn sie dann zurückkehren.
Damit verglichen sind unsere kleinen Feen noch recht harmlos, obwohl diese hier mit ihrem Racheplan etwas übertrieben hat.


Versteckte Drähte, riesige Requisiten, Stop Motion, Doppelbelichtungen, Spiegel und Rauch - es gibt in diesem kurzen Film eine Menge Tricks.
Das machte Eindruck.
"Scientific American" veröffentlichte einen Artikel darüber mit dem Titel "Some Tricks of the Moving Picture Maker" und in seinem Buch "Moving Pictures, How They Are Made and Worked" von 1912 nannte ihn Frederick Talbot "einen der besten Trickfilme, die je in den USA gemacht wurden".

Witzig anzuschauen!


Quellen:

Fritzi Kramer: Princess Nicotine; or, The Smoke Fairy (1909). A Silent Film Review. Auf: Movies Silently, 25. April 2017

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