"Als Mr. Peter Knoppert das Beobachten von Schnecken zu seinem Hobby machte, hatte er keine Ahnung, daß seine Handvoll von Exemplaren im Handumdrehen auf Hunderte wachsen würde. ... 'Mir war Natur in meinem Leben vorher immer egal', sagte Mr. Knoppert oft - er war Partner in einer in einem Maklerbüro, ein Mann, der sein gesamtes Leben der Finanzwissenschaft gewidmet hatte - 'aber Schnecken haben mir die Augen für die Schönheit der Tierwelt geöffnet.'" (Anmerkung: eigene Übersetzung, da ich die Geschichte auf Deutsch nicht da habe)
Das ist aus dem Anfang einer von Patricia Highsmiths Kurzgeschichten über Menschen und Schnecken, diese heißt "Der Schneckenforscher", die andere "Auf der Suche nach X. Claveringi" (die englischen Geschichten könnt ihr hier finden (obwohl es für Claveringi zwei Versionen gibt)).
Highsmith liebte Schnecken und hielt Hunderte von ihnen als Haustiere. Sie nahm sie mit zu Partys, auf Salat in ihrer Handtasche sitzend, und sie schmuggelte sie in ihrem BH nach Frankreich hinein, weil sie sie nicht in England zurücklassen wollte.
Ich las ihre beiden Schneckengeschichten in jungem Alter in einer Anthologie, aber "Der Schneckenforscher" beeindruckte mich mehr, und das Bild, das ich mir vom Ende ausmalte, hat sein eigenes Zimmerchen in meinem Kopf und springt jedesmal heraus, wenn ich eine Schnecke sehe.
Wenn ihr die Geschichten kennt, könnt ihr euch vorstellen warum. Habe ich erwähnt, daß es eine Horror-Anthologie war?
Es gibt noch andere Schnecken in meinen Kindheitserinnerungen, wie die Süßwasserschnecken in den Teichen des Parks nahe unserem Haus.
Wir liefen auf den Mäuerchen herum und hielten nach Schnecken Ausschau (wir haben sie immer dort gelassen, falls ihr euch das fragen solltet). Meinen Erinnerungen nach schätze ich, daß es Post- und Spitzhornschnecken waren. Von der Posthornschnecken gab es weniger und ich war überzeugt, daß sie das zu den Schneckenköniginnen machte, also war es sehr aufregend, eine von ihnen zu sehen.
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| Links: Posthornschnecke Rechts: Spitzhornschnecke Bild von Se90 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 |
Natürlich waren wir auch von Landschnecken fasziniert (nicht Nacktschnecken, sie waren mir unheimlich, vor allem nach einem großen Regen, als der Weg in den Wald hinauf von ihnen übersät war, es sah wie eine Invasion aus). Die, die man hier am häufigsten sieht, ist die Gartenbänderschnecke, aber es war etwas Besonderes, Weinbergschnecken zu finden.
Einmal fanden meine Freundin und ich zwei von ihnen auf der Straße und beschlossen, sie an einen sicheren Ort in einem Garten zu setzen, aber der Gartenbesitzer war draußen und sagte, wir sollen es ja nicht wagen, also ließen wir sie auf einer Mauer zurück (obowhl sie und andere Schneckenarten keine Schädlinge sind!). Hinterher machte ich mir recht lang große Sorgen bezüglich ihres Schicksals und dachte, wir hätten eine wirklich sichere Stelle für sie finden müssen. Tut mir leid, kleine Schnecken!
Ich möchte mich außerdem dafür entschuldigen, eins von diesen nervigen Kindern gewesen zu sein, die manchmal eure Augen anstupsten, um zu sehen, wie ihr sie einzieht, und dafür, daß wir euch am Haus hochgehoben haben, wir wußten nicht, daß euch das wehtun kann.
Tatsächlich habe ich seit Jahren keine Weinbergschnecken mehr in freier Wildbahn gesehen, aber Schnecken haben mich in meiner Kreativität inspiriert, im Drahtwickeln, Nadelfilzen und Perlenstickerei.
Und dann ist da natürlich noch Nelly.
Nelly gab es in zwei Farben, blau und braun mit Tupfen, und in einer Größe von 10 cm. In den 60ern hatte Steiff einige Designs, die nur kurze Zeit hergestellt wurden - 1961 bis 1963 für Nelly - und als Schmusekumpel ziemlich ungewöhnlich waren.
Außer Nelly gab es zum Beispiel Fledermäuse und bunte Spinnen (und ich könnte jetzt noch wegen der Geschichte Tränen vergießen, die uns die Dame vom Spielwarenladen erzählte, daß sie sie nicht verkaufen konnten und statt Süßigkeiten beim Faschingsumzug in der Stadt hinauswarfen, argh!).
Als der Ex und ich unseren ersten Steiff-Preisführer kauften, wußten wir sofort, daß wir sie alle wollten, nicht wegen ihrer Seltenheit, sondern wir sie richtig süß fanden (finde ich immer noch).
Nelly ist aus Baumwollsamt mit Lederimitat auf der Unterseite und hat ein bemaltes Gummihaus und Gummifühler, deren Enden gern mal abbrachen, wie ihr an einem davon sehen könnt.
Ist dieses kleine Paar nicht einfach goldig?
Ist euch aber etwas an ihnen aufgefallen? Mit diesen Häusern sind sie keine Landschnecken und ich habe bis heute nie darüber nachgedacht. Ich frage mich, warum Steiff sich dafür entschieden hat.
Da habt ihr's, meine Schneckenerinnerungen.
Ich habe euch die eine erspart, als ich versehentlich auf ei.... nein, vergessen wir das.






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